Was der Rosmarin als Bonsai benötigt

Dass sich Rosmarinus officinalis als Bonsai eignet, wissen nur wenige Gartenfreunde. Das Kraut ist eher als Gewürz bekannt. Doch aufgrund der Rinde wirken schon junge Exemplare bei einer guten Pflege wie steinalte und knorrige Bäume.

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Rosmarin ist ein hübscher, pflegeleichter Bonsai

Ansprüche

Rosmarin wächst in einer Erdmischung, die zu jeweils 40 Prozent aus Einheitserde für Bonsais und Akadamaerde besteht. Die übrigen 20 Prozent machen Kies oder Splitt (39,99€ bei Amazon*) aus. Sie dürfen gerne etwas Kalk in das Substrat mischen. Alle zwei bis drei Jahre freut sich der Bonsai über einen Substrataustausch.

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Standort

Rosmarinus officinalis ist ein wärmeliebendes Gewächs, denn es ist an ganzjährig milde Witterungsbedingungen im Mittelmeerraum angepasst. Daher erfolgt die Platzierung im Garten erst, nachdem die letzten Fröste vorübergezogen sind. Im Freiland empfiehlt sich ein sonniger Platz. Den Winter verbringt der Strauch in einem kühlen und hellen Raum, in dem die Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad liegen.

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf ist nicht sonderlich hoch. Dennoch sollten Sie den Wurzelballen nicht vollständig austrocknen lassen. Kontrollieren Sie die Erde während der Sommermonate täglich und gießen Sie bei Bedarf sparsam. Da das Bäumchen immergrün ist, müssen Sie auch im Winter den Topfballen stets leicht feucht halten.

Nährstoffversorgung:

  • Düngung erfolgt von April bis September
  • Flüssigdünger in das Gießwasser mischen und alle zwei bis drei Wochen verabreichen
  • alternativ alle sechs Wochen feste Düngekugeln auf das Substrat legen

Gestaltungsmöglichkeiten

Da die Art äußerst langsam wächst, benötigen Sie viel Geduld bei der Gestaltung eines Bonsais. Gutes Ausgangsmaterial erspart Ihnen viel Zeit. Wenn Sie sich an dieses Objekt heranwagen, stehen Ihnen bizarre Wuchsformen wie Halbkaskaden, Besenformen oder eine windgepeitschte Form zur Verfügung.

Schneiden

Der Rosmarin erfordert kontinuierliche Schnittmaßnahmen, damit er dichte Polster entwickelt. Kürzen Sie laufend die frischen Triebe, sobald diese eine Länge von fünf Zentimeter erreicht haben. Sie können beim Schnitt großzügig vorgehen und etwa einen Zentimeter stehen lassen. Ein Rückschnitt bis in das alte Holz ist unproblematisch, denn die mediterrane Pflanze treibt zuverlässig aus und entwickelt auf diese Weise schöne Astpolster. Um eine Blütenbildung zu fördern, lassen Sie den ersten Austrieb stehen. Beschneiden Sie diesen erst, wenn die Blüten verwelkt sind.

Drahten

Der Strauch bildet eine im Alter abblätternde Rinde mit dunkler Färbung, die durch Draht leicht zerstört werden kann. Daher sollten Sie auf diese Gestaltungsmöglichkeit verzichten. Da die Äste ohne Formung straff aufrecht wachsen, ist eine Korrektur der Aststellung notwendig. Durch Abspannen lassen sich die Zweige in eine fast waagerechte Form bringen. Astzwingen dienen zur Ausformung von Biegungen. Noch nicht allzu dicke Triebe, die leicht verholzt sind, können Sie mit Aluminiumdraht vorsichtig biegen.

Tipps

Um den Baum zu schonen, sollten Sie den Aludraht mit Papierklebeband umwickeln. Dadurch schneidet das Material nicht so schnell ein.

Text: Christine Riel
Artikelbild: photopia90/Shutterstock

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