Rosen Vermehrung
Das Vermehren von Rosen ist leichter als es auf den ersten Blick scheint

Rosen wurzelecht vermehren – so gelingt es

Die Rosenvermehrung ist ein ganz spezielles Kapitel für sich, denn nicht jede Rosenart und -sorte lässt sich auf einfache vegetative Weise vermehren. Recht unkompliziert gelingt dies noch bei den diversen Wildrosenarten sowie auch bei Kletterrosen und einigen Strauchrosen. Viele Beet- und Edelrosen dagegen lassen sich nur durch Aufpfropfen bzw. Okulieren gewinnen, während die Stecklingsvermehrung äußerst mühsam und nur selten erfolgreich verläuft. Sofern Sie nicht selbst eine Veredelung vornehmen bzw. eine solche durch einen Fachmann durchführen wollen, sind die selbst vermehrten Rosen immer wurzelecht.

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Vermehrung durch Stecklinge

Eine der einfacheren Arten der Rosenvermehrung ist die Vervielfältigung durch Stecklinge, die am besten im August geschnitten werden. Schneiden Sie pro gewünschten Steckling noch zwei weitere Triebe ab, da die Erfolgsquote erfahrungsgemäß bei etwa 30 Prozent liegt.

  • Verwendet werden am besten gerade abgeblühte, etwa 15 bis 20 Zentimeter lange Triebe.
  • Diese sollten mindestens fünf Augen aufweisen.
  • Führen Sie den Schnitt leicht schräg durch,
  • dies erleichtert dem Steckling später die Wasseraufnahme.
  • Entfernen Sie alle Blätter bis auf das oberste Blattpaar.
  • Dadurch wird die Verdunstungsrate möglichst gering gehalten.
  • Wählen Sie ausreichend tiefe Pflanztöpfe,
  • die Sie mit Anzuchterde oder sandiger Gartenerde füllen.
  • Pflanzen Sie die Stecklinge dort hinein,
  • gießen Sie sie gut an
  • und stellen Sie sie an einen warmen und hellen Ort.
  • Vermeiden Sie dabei jedoch direkte Sonneneinstrahlung.
  • Nun schneiden Sie das obere Ende einer Plastikflasche ab
  • und stülpen diese als Mini-Gewächshaus über den Steckling.
  • Alternativ können Sie auch ein Einwegglas o. ä. verwenden.

Die bewurzelten Jungrosen können schließlich im Frühjahr des Folgejahres an ihren Bestimmungsort verpflanzt werden.

Rosen durch Steckhölzer vermehren

Eine weitere Möglichkeit der vegetativen Rosenvermehrung erfolgt durch Steckhölzer, die – im Gegensatz zu Stecklingen – nicht im Sommer, sondern im Spätherbst oder Winter geschnitten werden. Dabei handelt es sich um einen gänzlich verholzten Rosentrieb, von dem sämtliche Blätter entfernt werden. Steckhölzer sollten zwischen 20 und 30 Zentimeter lang sein.

  • Schneiden Sie nach dem Laubfall einen ganzen, verholzten Rosentrieb ab
  • und entfernen Sie sämtliche Seitentriebe mit den eventuell daran noch befindlichen Blättern und Blüten.
  • Nehmen Sie nun eine Kiste mit gut verschließbarem Deckel,
  • und füllen Sie dort feuchten Sand hinein.
  • Die Steckhölzer werden sorgfältig im Sand verpackt, damit sie bis zum Auspflanzen nicht austrocknen.
  • Bewahren Sie sie bis zum Frühjahr in einem kalten, aber frostfreien Raum auf.
  • Sobald es im Frühjahr warm genug ist (ungefähr ab März), pflanzen Sie die Steckhölzer in ein Sand-Torf-Gemisch.
  • Alternativ können Sie auch Anzuchterde verwenden.
  • Das bewurzelte Steckholz kann schließlich noch im Herbst desselben Jahres an seinen endgültigen Bestimmungsort gepflanzt werden.

Verwendung von Wurzelschösslingen zur Vermehrung

Viele Rosen, v. a. Kletterrosen, vermehren sich selbst durch Wurzelschösslinge. Diese können Sie natürlich ebenfalls zur Vermehrung nutzen, allerdings nur bei wurzelechten Rosensorten. Bei okulierten bzw. veredelten Rosen lassen sich Wurzelschösslinge nicht verwenden, da diese nicht von der Edelrose selbst, sondern von ihrer Unterlage stammen – wobei es sich übrigens oft um robustere Wildrosenarten handelt. Aus diesem Grund sollten Sie Wurzelschösslinge bei veredelten Rosen immer entfernen, sonst gewinnt die Unterlage überhand und stößt die Veredelung bald ab. Ansonsten stechen Sie die Wurzelschösslinge mit einem Spaten einfach ab und hebeln sie mit Hilfe einer Grabeschaufel aus dem Boden heraus. Diese Jungpflanzen können gleich an die gewünschte Stelle verpflanzt werden.

Rosenstock aus Samen ziehen

Wildrosen sowie auch manche Strauch- und Edelrosen können durch Samen vermehrt werden, schließlich entwickeln diese Rosenarten häufig samenhaltige Hagebutten – sofern man sie lässt und Verblühtes nicht gleich wegschneidet. Übrigens lassen sich auch einige Ramblerrosen auf diese Weise vervielfältigen. Gehen Sie bei der Vermehrung wie folgt vor:

  • Sammeln Sie im Herbst die reifen Hagebutten ein (diese sind an der satten roten oder orangen Farbe zu erkennen).
  • Schneiden Sie die Früchte auf und lösen Sie das Fruchtfleisch mitsamt den Samen heraus.
  • Legen Sie Samen und Fruchtfleisch für einige Tage in warmes Wasser ein
  • und entfernen Sie das Fruchtfleisch gründlich.
  • Vor der Aussaat müssen die Rosensamen stratifiziert werden, d. h. Sie bewahren sie mindestens vier Wochen im Kühlschrank auf.
  • Verpacken Sie die Samen dafür in eine Dose oder Glas mit feuchtem Sand.
  • Ideal für die Aufbewahrung ist übrigens das Gemüsefach.
  • Anschließend werden die Samen in Anzuchterde ausgesät und etwa einen Zentimeter dick mit Erde bedeckt.
  • Zunächst wird die Saat kühl und feucht gestellt,
  • die Temperatur darf nur langsam steigen – wie in der Natur auch.
  • Die kleinen Keimlinge mit etwa vier bis sechs Blättchen werden in Einzeltöpfe verpflanzt.

Viele Edel- und Beetrosen lassen sich nur durch Veredelung gewinnen

Insbesondere Edel- und Beetrosen werden vor allem durch Veredelung vermehrt. Auf diese Weise können Sie selbst übrigens auch selbst Rosen züchten – allerdings braucht man für das Okulieren bzw. Aufpfropfen ein gewisses Fingerspitzengefühl. Deshalb haben wir für Sie diese Techniken in einem extra Artikel erläutert.

Tipps

Vorsicht, nicht alle Rosensorten dürfen Sie einfach so selbst vermehren! Viele Rosenzüchtungen gerade neueren Datums stehen unter Sortenschutz und Sie machen sich bei einer eventuellen Vermehrung strafbar, da Sie das Urheberrecht verletzen.

Text: Ines Jachomowski

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