Rose

Eigenen Rosengarten anlegen: Rosen selbst vermehren!

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Rosen lassen sich auf vielfältige Weise vermehren. Dieser Artikel stellt verschiedene Methoden vor, von der einfachen Vermehrung durch Stecklinge bis hin zur anspruchsvolleren Okulation. Entdecken Sie die passende Technik für Ihre Bedürfnisse und vermehren Sie Ihre Rosen erfolgreich.

Rosen Vermehrung
Das Vermehren von Rosen ist leichter als es auf den ersten Blick scheint

Rosen vermehren mit Stecklingen

Das Schneiden von Stecklingen ist eine der beliebtesten und einfachsten Methoden, um Rosen zu vermehren. Diese Methode eignet sich gut für Zwergrosen, Bodendeckerrosen und Wildrosen. Die beste Zeit dafür ist zwischen Ende Juni und Anfang August, wenn die einjährigen Triebe bereits verholzt sind.

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Schneiden Sie einen etwa 15 bis 20 Zentimeter langen Steckling von einem gut ausgereiften Trieb. Entfernen Sie die Spitze und alle Blätter bis auf die obersten. Stecken Sie die vorbereiteten Stecklinge in Anzuchterde, sodass die Blätter über der Erde stehen. Bedecken Sie die Anzuchtschale mit einer transparenten Haube und stellen Sie diese an einen hellen, aber nicht direkt besonnten Platz. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht. Nach etwa acht Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben, und die Jungpflanzen können in Töpfe oder direkt ins Beet gepflanzt werden.

Rosen vermehren mit Steckhölzern

Für langtriebige Kletterrosen sowie Strauch- und Bodendeckerrosen ist die Vermehrung durch Steckhölzer geeignet. Diese Methode wird im Spätherbst, im Oktober und November, durchgeführt.

Schneiden Sie etwa 20 bis 30 Zentimeter lange, bleistiftdicke, verholzte Triebe und entfernen Sie alle Blätter. Stecken Sie die Steckhölzer direkt am geplanten Endstandort im Garten in die Erde, sodass das obere Auge noch herausschaut. Eine Beimischung von Sand zur Erde fördert das Wurzelwachstum. Halten Sie die Steckhölzer in der Anfangszeit feucht, düngen sollten Sie jedoch nicht. Ein Vliestunnel kann den Pflanzennachwuchs im ersten Winter vor Frost schützen.

Rosen vermehren durch Aussaat

Rosen, die Hagebutten bilden, können durch Aussaat vermehrt werden, besonders Wildrosen.

Im Herbst ernten Sie reife Hagebutten und entnehmen die Samen. Diese werden zuerst gereinigt und dann einer Kältebehandlung unterzogen. Lagern Sie die Samen eine Woche bei Zimmertemperatur und anschließend etwa sechs Wochen im Kühlschrank bei ungefähr 4 Grad Celsius. Danach säen Sie die Samen auf eine Anzuchtschale mit sandiger Erde aus und bedecken sie dünn mit Substrat. Die Schale über den Winter an einen kühlen Ort stellen. Sobald die Samen keimen, wird die Schale an einen helleren und wärmeren Platz gestellt. Bei Erscheinen der ersten richtigen Rosenblätter können die Keimlinge in kleine Töpfe pikiert werden.

Rosen vermehren durch Absenken

Diese Methode eignet sich besonders für Kletterrosen, da ihre Triebe leicht zu biegen sind.

Wählen Sie direkt nach der Blüte einen langen und biegsamen Trieb aus. Biegen Sie diesen nach unten und schneiden Sie ihn leicht an. Legen Sie den Trieb in eine etwa 20 cm tiefe Erdmulde und bedecken ihn mit einem Erde-Kompost-Mix. Fixieren können Sie den Trieb mit einer Astgabel. Halten Sie die Erde stets feucht. Ab Herbst sollten an der Triebkrümmung neue Wurzeln entstehen. Im folgenden Frühjahr kann die bewurzelte Pflanze von der Mutterpflanze getrennt und an ihren endgültigen Bestimmungsort gepflanzt werden.

Rosen vermehren durch Veredelung (Okulation)

Die Veredelung, auch Okulation genannt, ist eine bewährte Methode zur Vermehrung von Rosen, insbesondere von Edelrosen. Dabei wird die Triebknospe einer attraktiven Sorte in eine robuste Wildrosenunterlage eingesetzt.

Wählen Sie kräftige Wildrosensämlinge aus, die im Vorjahr gepflanzt wurden. Im Sommer, idealerweise Mitte Juli bis Mitte August, entnehmen Sie mit einem Okuliermesser eine Triebknospe der Edelrose. Die Unterlage wird an geeigneter Stelle eingeritzt, und das entnommene Auge wird eingesetzt und fixiert. Sobald das Auge austreibt, sollten Sie regelmäßig Wildtriebe entfernen, die aus der Unterlage sprießen, um das Wachstum der Edeltriebe zu fördern.

Bilder: TARIK KIZILKAYA / iStockphoto