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Rosenstecklinge bewurzeln: So geht’s Schritt für Schritt

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Rosen durch Stecklinge zu vermehren ist eine einfache und kostengünstige Methode, um die Blütenpracht Ihrer Lieblingsrosen zu vervielfältigen. In diesem Artikel lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie Rosenstecklinge schneiden, bewurzeln und zu kräftigen Rosenpflanzen heranziehen.

Rosenstecklinge Wurzeln
Rosenstecklinge sollten erst ausgepflanzt werden, wenn sie Wurzeln haben

Auswahl geeigneter Triebe

Der Erfolg der Stecklingsvermehrung hängt maßgeblich von der Wahl des richtigen Triebes ab. Beachten Sie daher folgende Kriterien, um vitale Stecklinge zu gewinnen:

  • Zeitpunkt: Der Frühsommer, wenn die Rosen ihre erste Blüte hinter sich haben, bietet sich ideal an. Die Triebe weisen dann die richtige Balance zwischen jugendlichem Wachstum und beginnender Verholzung auf.
  • Gesundheit: Wählen Sie ausschließlich gesunde und kräftige Triebe ohne Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingsbefall.
  • Alter: Einjährige Triebe, die aus dem diesjährigen Wachstum stammen, sind optimal. Zu junge oder zu alte Triebe bewurzeln sich schlechter.
  • Position: Triebe aus dem mittleren Bereich des Rosenstrauches sind in der Regel am vitalsten und bieten die beste Ausgangsbasis.
  • Länge: Jeder Steckling sollte etwa 20–25 cm lang sein und mindestens ein bis zwei Nodien (Blattansätze) besitzen, um ausreichend Platz für die Wurzel- und Triebentwicklung zu bieten.

Rosenstecklinge schneiden

Mit der richtigen Technik und ein paar einfachen Schritten gelingt das Schneiden der Rosenstecklinge im Handumdrehen:

  1. Trieb auswählen: Entnehmen Sie den Steckling aus dem mittleren Bereich eines diesjährigen Triebes. Vermeiden Sie weiche Triebspitzen und verholzte Partien.
  2. Steckling zuschneiden: Der Steckling sollte etwa bleistiftlang sein und oben sowie unten einige Millimeter über einer Blattachsel abgeschnitten werden.
  3. Blätter reduzieren: Entfernen Sie alle Blätter bis auf das oberste. Kürzen Sie das vordere Fiederblättchen dieses Blattes, um die Verdunstungsfläche zu minimieren.
  4. Bewurzelung vorbereiten: Tauchen Sie das untere Ende des Stecklings in Bewurzelungspulver, um das Wurzelwachstum anzuregen.

Bewurzelung im Anzuchtgefäß

Ein Anzuchtgefäß mit spezieller Anzuchterde bietet ideale Bedingungen für die Bewurzelung:

Vorbereitung:

  1. Achten Sie auf ein Abzugsloch im Gefäß und legen Sie eine Tonscherbe darüber, um Staunässe zu vermeiden.
  2. Befüllen Sie das Gefäß mit Anzuchterde und drücken Sie diese leicht an.

Einsetzen der Stecklinge:

  1. Stecken Sie die Rosenstecklinge mit ausreichend Abstand in die Erde, sodass ihre Blätter sich nicht berühren.
  2. Vermeiden Sie es, die Schnittstellen zu berühren.

Nachbereitung:

  1. Befeuchten Sie die Stecklinge gründlich mit einem Wassersprüher.
  2. Decken Sie das Gefäß mit einer transparenten Haube ab, um ein feucht-warmes Mikroklima zu schaffen.
  3. Stellen Sie das Gefäß an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Bewurzelung im Gartenbeet

Bewurzelung im Gartenbeet

Ein schattiger Platz mit humosem Boden eignet sich optimal für die Bewurzelung

Auch die direkte Bewurzelung im Gartenbeet ist möglich und bietet insbesondere Kletterrosen ideale Anwachsmöglichkeiten:

  1. Standortwahl: Wählen Sie einen schattigen und geschützten Platz mit humosem, lockerem Boden.
  2. Boden vorbereiten: Lockern Sie die Erde auf und reichern Sie sie bei Bedarf mit Humus an. Stechen Sie mit einer Handschaufel Pflanzlöcher vor.
  3. Stecklinge bearbeiten: Tauchen Sie die unteren Enden der Stecklinge in Bewurzelungspulver.
  4. Stecklinge einsetzen: Setzen Sie die Stecklinge bis kurz unterhalb des Blattansatzes in die vorbereiteten Löcher. Achten Sie auf ausreichend Abstand.
  5. Markierung und Bewässerung: Kennzeichnen Sie die Rosensorten und gießen Sie das Beet gründlich.
  6. Abdeckung: Spannen Sie einen Folientunnel über das Beet, um ein günstiges Mikroklima zu erzeugen.

Pflege der Rosenstecklinge

Sorgen Sie für eine gleichmäßige Feuchtigkeit des Bodens und vermeiden Sie Staunässe. Achten Sie auf eine gute Luftzirkulation und vermeiden Sie es, die Stecklinge während der Bewurzelungsphase zu bewegen.

Nach etwa 6-8 Wochen zeigen sich erste Erfolge in Form von neuem Blattaustrieb.

Vereinzeln der bewurzelten Rosenstecklinge

Vereinzeln der bewurzelten Rosenstecklinge

Junge Rosenstecklinge werden behutsam für ihr weiteres Wachstum vereinzelt

Sobald die Rosenstecklinge gut bewurzelt sind und neuen Austrieb zeigen, können Sie sie vereinzeln:

  1. Vorbereitung: Bereiten Sie Töpfe oder ein Beet mit lockerer, nährstoffreicher Erde vor.
  2. Herausnehmen: Nehmen Sie die Stecklinge vorsichtig aus dem Anzuchtgefäß, um die Wurzeln nicht zu beschädigen.
  3. Auswahl: Wählen Sie nur Stecklinge mit gesundem Wurzelwerk zum Umpflanzen aus.
  4. Einpflanzen: Setzen Sie jeden Steckling in einen eigenen Topf oder mit ausreichend Abstand ins Beet.
  5. Angießen: Gießen Sie die jungen Rosen nach dem Einpflanzen gründlich an.

Stellen Sie die Töpfe an einen geschützten, halbschattigen Platz oder wählen Sie im Beet einen geschützten Standort.

Bilder: bdspn / iStockphoto