Wildrose

Wildrose vermehren: Drei effektive Methoden im Überblick

Artikel zitieren

Wildrosen sind robuste und vielseitige Pflanzen, die sich durch ihre natürliche Schönheit und ihren betörenden Duft auszeichnen. Entdecken Sie in diesem Leitfaden verschiedene Methoden zur Vermehrung von Wildrosen, um Ihren Garten mit diesen bezaubernden Blumen zu bereichern.

Wildrose Samen
Wildrosen lassen sich u.a. über die Samen vermehren, die in ihren Hagebutten stecken

Wildrosen vermehren mit Stecklingen

Die Stecklingsvermehrung ist eine unkomplizierte Methode, um Ihre Wildrosen zu vermehren. In den Sommermonaten, idealerweise von Ende Juni bis Anfang August, können Sie gut ausgereifte, verholzte Triebe für diesen Zweck gewinnen.

Lesen Sie auch

Wählen Sie gesunde und kräftige Triebe, die bereits erste offene Blüten oder farbige Knospen zeigen. Diese Merkmale weisen auf eine gute Ausreifung hin, die für die erfolgreiche Bewurzelung der Stecklinge wichtig ist. Entfernen Sie die Triebspitzen mit Blüten oder Blütenknospen, da diese die Wurzelbildung hemmen könnten.

Anschließend teilen Sie den Trieb in mehrere Stecklinge auf. Jeder Steckling sollte 2-3 Blätter oder Nodien (knospenähnliche Verdickungen am Stängel) besitzen. Belassen Sie das oberste Blatt am Steckling und entfernen Sie die unteren Blätter. Bei großen Blättern können Sie die vorderen Fiederblättchen zurückschneiden, um die Verdunstung zu reduzieren und ein Austrocknen des Stecklings zu verhindern.

Setzen Sie die vorbereiteten Stecklinge tief genug in Anzuchterde oder direkt ins Beet. Lediglich das Nodium mit dem einen Blatt sollte noch aus der Erde herausschauen. Achten Sie auf einen lockeren, humusreichen Boden. Gießen Sie die Stecklinge gründlich an und bedecken Sie sie mit einem Plastiktunnel oder einer Plastikhaube, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Ein schattiger und kühler Standort ist ideal für die Bewurzelung.

Kontrollieren Sie die Stecklinge alle 1-2 Tage, entfernen Sie die Abdeckung zur Schimmelvorbeugung und prüfen Sie die Bodenfeuchtigkeit. Gießen Sie bei Bedarf nach. Beginnt die Knospe am obersten Blatt zu wachsen, ist dies ein erstes Anzeichen für die erfolgreiche Bewurzelung. Bildet sich ein neuer Trieb aus der Blattachsel, ist die Vermehrung geglückt.

Wildrosen vermehren mit Steckhölzern

Steckhölzer bieten eine effiziente Methode, um Ihre Gartenlandschaft mit Wildrosen zu bereichern. Besonders langtriebige Rosenarten wie Kletter-, Strauch-, Wild-, Bodendecker- und Zwergrosen eignen sich für dieses Verfahren. Die optimale Zeit für die Steckholzvermehrung ist der späte Herbst, insbesondere in den Monaten Oktober und November.

Wählen Sie für die Vermehrung gesunde, gerade gewachsene, verholzte, zweijährige Triebe aus. Diese sollten eine Länge von etwa 20 cm und eine Dicke vergleichbar mit einem Bleistift aufweisen. Entfernen Sie sorgfältig alle einjährigen Seitentriebe und Blätter. Schneiden Sie das untere Ende des Steckholzes schräg direkt unterhalb eines Auges an, um die Fläche für die Bewurzelung zu maximieren. Das obere Ende sollte gerade oberhalb eines Auges abgeschnitten werden.

Lockern Sie den Boden leicht auf und verbessern Sie das Substrat durch Beimischung von Sand, um eine zu starke Nährstoffversorgung zu vermeiden und das Wurzelwachstum der jungen Pflanzen zu fördern. Stecken Sie die vorbereiteten Steckhölzer entsprechend ihrer natürlichen Wuchsrichtung senkrecht in den Boden. Achten Sie darauf, dass das oberste Auge gerade noch sichtbar bleibt. Ein Pflanzabstand von ca. 20 cm sollte eingehalten werden.

Gießen Sie die gepflanzten Steckhölzer gründlich an und sorgen Sie für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit während der Anwachsphase. Um die jungen Pflanzen im ersten Winter vor Frost zu schützen, empfiehlt sich das Anbringen eines Vliestunnels. Im darauf folgenden Frühjahr können die nun angewachsenen Rosen mit Dünger unterstützt werden, um ihre Entwicklung und Blütenbildung zu fördern.

Wildrosen vermehren durch Aussaat

Die Aussaat bietet die Möglichkeit, Wildrosen von Grund auf zu kultivieren. Obwohl sie mehr Zeit als andere Methoden in Anspruch nimmt, ermöglicht sie die Anzucht einer Vielzahl an Rosensorten.

Sammeln Sie im Herbst reife Hagebutten und entnehmen Sie vorsichtig die Samen. Weichen Sie die Samen für einige Tage in Wasser ein. Die Samen, die zu Boden sinken, sind keimfähig. Um die Keimung anzuregen, benötigen die gewonnenen Samen einen Kältereiz. Lagern Sie sie daher für etwa einen Monat im Kühlschrank bei einer Temperatur von rund 4 Grad Celsius.

Bereiten Sie die Aussaat vor, indem Sie eine flache Anzuchtschale mit magerer Anzuchterde füllen. Die mageren Bodenverhältnisse fördern ein gesundes Wurzelwachstum. Legen Sie die Samen etwa einen Zentimeter tief in die Erde. Bewahren Sie die Saat kühl und feucht auf, bis die Keimung einsetzt. Ein heller Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung unterstützt den Keimprozess.

Sobald die Pflänzchen vier bis sechs Blätter entwickelt haben, können Sie sie in kleine Töpfe mit nährstoffreicher Gartenerde umpflanzen. Wählen Sie für das spätere Auspflanzen im Garten eine sonnige, windgeschützte Stelle. Beachten Sie, dass einige Sämlinge möglicherweise nicht überleben, sei es aufgrund von Witterungsbedingungen oder Krankheiten.

Mit Geduld und Sorgfalt wird aus den sorgsam ausgewählten Samen eine Generation junger Wildrosen heranwachsen, die Ihren Garten mit ihrer Schönheit bereichern.

Wildrosen vermehren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Stecklinge

  1. Anzuchtschale vorbereiten: Füllen Sie eine Anzuchtschale mit Anzuchterde. Diese besitzt eine feine, durchlässige Struktur und ist ideal für die Stecklingsvermehrung geeignet.
  2. Anzuchterde andrücken: Drücken Sie die Anzuchterde leicht mit der flachen Hand an, um später eine stabile Basis für die Stecklinge zu bieten.
  3. Triebe für die Stecklinge aussuchen: Wählen Sie Triebe aus, die bereits offene Blüten oder Farbe an den Knospen zeigen. Dies deutet auf eine gute Ausreifung hin und macht sie zur idealen Wahl für die Stecklingsvermehrung.
  4. Stecklinge zuschneiden: Schneiden Sie die ausgewählten Triebe mit einer scharfen Rosenschere in Stecklinge mit einer Länge von etwa 15-20 cm. Entfernen Sie dabei die Spitzen und die unteren Blätter.
  5. Blätter reduzieren: Bei Stecklingen mit großen Blättern entfernen Sie die vorderen Fiederblättchen, um die Feuchtigkeitsverdunstung zu minimieren.
  6. Steckling in Bewurzelungspulver tauchen: Tauchen Sie das untere Ende des Stecklings in Bewurzelungspulver. Dies fördert die Bildung von Wurzeln und kann die Bewurzelungschancen erhöhen.
  7. Stecklinge stecken: Stecken Sie die vorbereiteten Stecklinge so tief in die Anzuchterde, dass nur noch ein Nodium mit einem Blatt oberhalb der Erde sichtbar ist. Dies vermindert das Risiko von Pilzinfektionen.
  8. Stecklinge befeuchten: Befeuchten Sie die Stecklinge gründlich, aber sanft mit einem Wassersprüher, um die Erde rund um die Stecklinge zu befeuchten, ohne sie zu übersättigen.
  9. Anzuchtschale abdecken: Decken Sie die Anzuchtschale mit einer transparenten Haube ab und stellen Sie sie an einem hellen, aber nicht direkt sonnenbeschienenen Platz auf. Dies schafft ein feucht-warmes Klima, das für das Wachstum der Stecklinge förderlich ist.
  10. Bewurzelung überwachen und Stecklinge vereinzeln: Nach etwa 6-8 Wochen, sobald die Stecklinge Wurzeln geschlagen und neue Triebe entwickelt haben, können Sie sie vorsichtig vereinzeln und in größere Töpfe oder direkt ins Beet umpflanzen. Stellen Sie sie weiterhin geschützt vor starker Sonne und Wind auf.