Heckenrose erfolgreich vermehren – Schritt für Schritt

Im Gegensatz zu Hybridrosen lassen sich Wildrosen (zu denen die verschiedenen Arten der Heckenrose zählen) sortenecht vermehren. Dabei stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wobei sich insbesondere die Ausläufer bildenden Sorten sehr leicht vervielfältigen lassen.

Heckenrose Vermehrung
Die Heckenrose vermehrt sich selbst über Wurzelausläufer

Besonders einfach: Abtrennen von Ausläufern

Viele Rosenarten bilden, artenabhängig mehr oder weniger stark ausgeprägt, Ausläufer aus, die sich teilweise über mehrere Meter im Garten verbreiten können und auch sehr schnell einwurzeln. Gerade die Gemeine Hecken-Rose oder auch Hunds-Rose (Rosa canina) vermehrt sich selbst durch zahlreiche Wurzelausläufer, ebenso übrigens wie die beliebte Kartoffelrose (Rosa rugosa). Dank dieser lässt sich die Vermehrung besonders einfach bewerkstelligen:

  • Trennen Sie mit Hilfe eines Spatens die Ausläufer von der Mutterpflanze ab
  • und graben Sie sie aus.
  • Die Ausläufer werden um etwa ein Drittel zurückgeschnitten,
  • damit sie anschließend besser verzweigen.
  • Pflanzen Sie die neu gewonnenen Heckenrosen gleich am gewünschten Standort
  • bzw. in einen ausreichend großen Kübel wieder ein.

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Ausläufer werden entweder im Frühjahr vor dem Austrieb oder im Herbst zur Vermehrung gewonnen.

Vermehrung durch Steckhölzer

Im Gegensatz zu den lediglich halbreifen Stecklingen handelt es sich bei Steckhölzern um kräftige, verholzte und einjährige Triebe. Diese werden im späten Herbst vor dem ersten Frost geschnitten und bis zum Stecken im darauffolgenden Frühjahr bei hoher Luftfeuchtigkeit frostfrei, aber kalt aufbewahrt. Zu diesem Zweck packen Sie die Steckhölzer am besten in feuchtem Sand und lagern sie im kühlen Keller o. ä.

  • Steckhölzer sollten ca. 20 Zentimeter lang sein.
  • Sie werden im Frühjahr direkt ins Beet oder in einen ausreichen tiefen Kübel gepflanzt.
  • Verwenden Sie hierfür ein lockeres und gut durchlässiges Substrat.
  • Schneiden Sie das Holz knapp unter dem untersten Auge an und tauchen Sie dieses Ende in ein Bewurzelungspulver.
  • Nach dem Pflanzen schaut nur noch das oberste Auge aus der Erde heraus.
  • Die bald erscheinenden jungen Triebe sollten eingekürzt werden, um die Verzweigung anzuregen.

Heckenrose durch Stecklinge vervielfältigen

Stecklinge werden idealerweise zwischen Ende Juli und Anfang August geschnitten, wofür sich am besten bereits verholzende, halbreife Triebe eignen. Diese sollten etwa 10 bis 15 Zentimeter lang sein.

  • Entfernen Sie die eventuell vorhandene Blüte
  • sowie alle Blätter bis auf den obersten beblätterten Seitentrieb.
  • Stecken Sie die Stecklinge in mit nährstoffarmer Aussaaterde gefüllte Tontöpfe.
  • Für eine bessere Bewurzelung kann die unterste Schnittstelle in Bewurzelungspulver getaucht werden.
  • Halten Sie das Substrat leicht feucht.
  • Stülpen Sie einen Gefrierbeutel oder eine (am oberen Ende abgeschnittene) Plastikflasche über den Steckling.
  • Für einen besseren Luftaustausch können Sie diese improvisierten Gewächshäuser mit einigen Löchern versehen.
  • Die Stecklinge kommen an einen geschützten, halbschattigen Standort im Freien.
  • Entfernen Sie die Plastikhaube, sobald der Steckling neue Triebe ausbildet.

Tipps

Alternativ ist natürlich auch die Vermehrung über selbst gesammelte Samen möglich, wobei Sie für diese Methode jedoch sehr viel Geduld mitbringen müssen – unter Umständen kann es bis zu zwei Jahre bis zur Keimung dauern.

Text: Ines Jachomowski

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