Rhabarber pflanzen

Rhabarber fachgerecht pflanzen – üppige Ernten einstreichen

Wer sich darauf versteht, Rhabarber richtig zu pflanzen, wird über viele Jahre mit reichhaltigen Ernten belohnt. Die folgende Anleitung möchte einen fundierten Beitrag leisten zu einem gekonnten Anbau in Ihrem Garten.

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Wann ist Pflanzzeit für Rhabarber?

Rhabarber kommt im Herbst oder im Frühjahr in den Boden. Eine Pflanzzeit im September oder Oktober hat den Vorteil, dass die Erde im Garten noch warm ist. Die Wurzeln etablieren sich zügig und starten mit einem Wachstumsvorsprung ins nächste Jahr.

Wie sollte der Standort beschaffen sein?

Die Bedingungen am Standort entscheiden maßgeblich, wie erfolgreich der Anbau von Rhabarber verläuft. Als oberste Prämisse gilt, dass sich in den fünf Jahren zuvor im Beet keine Rhabarber-Kultur befand.

  • sonnige Lage, warm und windgeschützt
  • humoses Erdreich, reich an Nährstoffen
  • gut durchlässig, leicht feucht bis frisch

Demzufolge ist ein Standort in unmittelbarer Nähe des Komposthaufens optimal. Hier ist für die Nährstoffversorgung bestens gesorgt, während der mächtige Rhabarber den unschönen braunen Haufen aus dem Blickfeld verdrängt.

Anleitung für die Pflanzung

Ist die Entscheidung über den adäquaten Standort gefallen, wird die Erde zunächst vorbereitet. Der Anbau selbst im dann im Handumdrehen erledigt.

  • die Beeterde gründlich jäten und tiefgründig harken
  • fein gesiebten Kompost und Hornspäne einarbeiten
  • ein 40-50 cm tiefes Pflanzloch graben
  • an der Sohle eine Drainage anlegen aus anorganischem Material, wie Splitt oder Tonscherben

Die Rhabarberpflanze setzen Sie so tief ein, dass die Knospen mit Erde bedeckt sind. Nun gießen Sie die Jungpflanze reichlich an und breiten eine dicke Mulchschicht aus Kompost aus. Der Pflanzabstand beträgt mindestens 100 cm.

Wann beginnt die Erntezeit?

Ein frisch gepflanzter Rhabarber braucht eine gewisse Zeit, um sich im Garten zu etablieren. Erfahrene Gärtner beginnen erst im zweiten Standjahr mit der Ernte. Ab diesem Zeitpunkt erstreckt sich die Rhabarber Saison von Anfang April bis Ende Juni.

Der Johannistag am 24. Juni setzt alljährlich den Schlusspunkt unter die Erntezeit. Wie die Erfahrung zeigt, steigt in der Folge der Gehalt an giftiger Oxalsäure. Darüber hinaus gönnen kundige Hobbygärtner dem Rhabarber nun eine Zeit der Regeneration.

Trickreiche Ernteverfrühung

Findige Rhabarber-Liebhaber haben entdeckt, wie der Beginn der Rhabarber-Saison vorzuziehen ist. Mitte Januar umgeben Sie die Pflanze mit einem Ring aus wärmendem Pferdedung. Zusätzlich breiten Sie ein kälteabweisendes Gartenvlies über den Rhabarber.

Alternativ erfüllt ein großer Eimer die Aufgabe ebenfalls. Ausgepolstert mit Stroh, stülpen Sie einen noch größeren Eimer darüber, damit dem Rhabarber schön warm wird. Das Resultat ist eine bis zu drei Wochen frühere Ernte.

Wann ist die Rhabarberblüte unerwünscht?

Die prächtige Blüte kostet einen Rhabarber viel Kraft. Dieser Energieaufwand erfolgt zulasten der begehrten, erfrischend-säuerlichen Stangen. Daher ist es ratsam, die Rhabarberblüte frühzeitig zu entfernen. Sofern Sie eine Ziersorte kultivieren, erübrigt sich natürlich das Herausbrechen der Blüte.

Eine Rhabarberpflanze sollte übrigens zu keinem Zeitpunkt mit einem Messer geschnitten werden. Die Bildung von Fäulnis wäre unvermeidbar. Eine Blüte brechen Sie mit den Fingern einfach aus. Die leckeren Stangen drehen Sie bei der Ernte im Uhrzeigersinn aus dem Wurzelstock.

Wann wird Rhabarber umgepflanzt?

Ein gesunder Rhabarber verfügt über Lebensenergie für mehr als zehn Jahre. Da die Pflanze zu den Starkzehreren zählt, setzen umsichtige Gärtner sie nach sieben Jahren um. Zu dieser Zeit die Beeterde so ausgelaugt, dass der Ernteertrag ohnehin nachlässt.

Wie geht die Vermehrung vonstatten?

Steht die Umpflanzung eines Rhabarbers auf dem Plan, ist dies die ideale Gelegenheit für eine unkomplizierte Vermehrung durch Teilung. Im gleichen Zug erfährt die Pflanze eine effektive Verjüngung, um noch viele Jahre reiche Ernte abzuliefern. Die folgende Anleitung weist den Weg:

  • im frühen Herbst den Rhabarber großflächig ausgraben
  • mithilfe des Spatens den Wurzelstock zerteilen
  • jedes Segment verfügt über mindestens 2 Knospen

Lassen Sie anschließend die Schnittstelle an der Luft trocknen, bevor jedes Teilstück am neuen Standort gepflanzt wird. Versiegeln Sie die Wunde zusätzlich mit Holzkohleasche, finden listige Viren und Pilzsporen keine Angriffsfläche.

Kann Rhabarber im Topf gedeihen?

Wo ein raumgreifender Rhabarber im Beet keinen Platz findet, bietet sich als Alternative ein Anbau im Topf an. Wichtigste Voraussetzung ist ein ausreichend großes Volumen von mindestens 40 Litern. Als geeignetes Substrat kommt einzig eine hochwertige Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis infrage.

In Bezug auf die Pflanzzeit, den Standort und die verschiedenen Aspekte der Pflege, existieren keine Unterschiede zu Rhabarberpflanzen im Beet. Einzig das Umsetzen dürfte häufiger erforderlich sein, in Anbetracht der enormen Wuchskraft.

Welche Pflanznachbarn vertragen sich mit Rhabarber?

In Mischkultur gedeihen folgende Nutzpflanzen ganz ausgezeichnet neben Rhabarber:

  • Buschbohnen
  • Salate aller Art
  • Brokkoli
  • Spinat

Blumenkohl, Rosenkohl und andere Kohlsorten lassen sich ebenfalls nicht unterkriegen von einem starkzehrenden, raumgreifenden Rhabarber.

Tipps & Tricks

Wenn Sie bevorzugt rotfleischige Sorten pflanzen, ernten Sie nicht nur besonders aromatischen, milden Rhabarber. Im gleichen Zug enthalten die geernteten Stangen deutlich weniger Oxalsäure, als grüne Rhabarbersorten.

Beiträge aus dem Forum

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    HobbygärtnerNiedersachsen
    HobbygärtnerNiedersachsen
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