Rhabarber

Rhabarber im Topf anbauen: Anleitung und Tipps

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Der Anbau von Rhabarber im Topf bietet die Möglichkeit, auch auf begrenztem Raum die köstlichen Stangen zu ernten. Dieser Artikel liefert Ihnen eine umfassende Anleitung, von der Sortenauswahl über die richtige Pflege bis hin zur erfolgreichen Ernte.

Rhabarber im Topf

Rhabarbersorten: Kompakter Wuchs für den Topf

Für eine erfolgreiche Topfkultur sollten Sie Rhabarber-Sorten wählen, die von Natur aus kompakt wachsen und somit den begrenzten Raum optimal nutzen. Hier sind zwei empfehlenswerte Sorten:

  • ‚Red Champagne‘: Diese Sorte begeistert mit roten Stielen und einer frühen Ernte, die bereits im Mai beginnen kann. ‚Red Champagne‘ zeigt sich flexibel in Bezug auf Lichtverhältnisse und gedeiht sowohl im Halbschatten als auch in sonnigen Lagen.
  • ‚Holsteiner Blut‘: Mit ihren attraktiven grün-roten Stielen ist diese Sorte ebenfalls hervorragend für den Topfanbau geeignet. Schon im April können Sie die ersten erntereifen Stängel genießen. Auch ‚Holsteiner Blut‘ bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte.

Beide Sorten passen sich gut an die Bedingungen im Topf an und liefern auch bei begrenztem Platzangebot eine reiche Ernte.

Der ideale Topf für Ihren Rhabarber

Der ideale Topf für Ihren Rhabarber

Ein geeignetes Topfmaterial fördert das gesunde Wachstum des Rhabarbers

Die Wahl des passenden Topfes spielt eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden Ihres Rhabarbers. Achten Sie daher auf folgende Punkte:

  • Größe: Um Ihrem Rhabarber ausreichend Platz zur Entfaltung zu bieten, ist ein Topfvolumen von 20 bis 50 Litern empfehlenswert. So können sich die Wurzeln optimal entwickeln und die Pflanze kräftig wachsen.
  • Material: Tongfäße speichern die Wärme der Sonne besonders gut und schaffen so ein günstiges Mikroklima für Ihren Rhabarber. Spezielle Rhabarbertreibgefäße aus Ton nutzen diesen Effekt noch effektiver.
  • Wasserablauf: Staunässe kann die Wurzeln schädigen und sollte unbedingt vermieden werden. Achten Sie daher darauf, dass der Topf über ein Abflussloch verfügt, damit überschüssiges Wasser abfließen kann.
  • Drainage: Eine Drainageschicht am Topfboden aus Blähton oder Tonscherben verbessert die Wasserableitung zusätzlich und sorgt für eine gute Belüftung des Wurzelbereichs.

Mit dem richtigen Topf schaffen Sie die besten Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum und eine ertragreiche Ernte.

Pflanzzeit: Frühjahr oder Herbst?

Rhabarber lässt sich sowohl im Frühjahr als auch im Herbst in Töpfe pflanzen.

  • Frühjahr (März/April): In dieser Zeit kann sich die Pflanze vor dem Sommer gut etablieren und kräftig wachsen.
  • Herbst (September/Oktober): Auch eine Herbstpflanzung bietet dem Rhabarber genügend Zeit, um Wurzeln zu schlagen und sich vor dem Wintereinbruch zu festigen. Achten Sie darauf, dass die Pflanze vor dem ersten Frost ausreichend Zeit zum Anwachsen hat.

Unabhängig von der gewählten Pflanzzeit sollten Sie sicherstellen, dass der Boden frostfrei ist, um ein gesundes Anwachsen der Rhabarberpflanzen zu gewährleisten.

Das richtige Substrat für Rhabarber im Topf

Das richtige Substrat für Rhabarber im Topf

Ein nährstoffreiches Substrat fördert das gesunde Wachstum von Rhabarber im Topf

Um Ihrem Rhabarber im Topf die optimale Grundlage zu bieten, ist die Wahl des passenden Substrats entscheidend. Die Erdmischung sollte folgende Eigenschaften besitzen:

  • Nährstoffreich: Kübelpflanzenerde, angereichert mit Kompost, liefert Ihrem Rhabarber die notwendigen Nährstoffe für ein üppiges Wachstum.
  • Durchlässig: Um Staunässe zu vermeiden, ist eine gute Durchlässigkeit des Substrats essenziell. Mischen Sie etwa ein Drittel lehmhaltige Gartenerde unter die Kübelpflanzenerde, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen, ohne dass die Erde zu stark vernässt.
  • pH-Wert: Rhabarber bevorzugt leicht saure Bedingungen. Ein pH-Wert zwischen 6 und 6,5 ist ideal.

Mit dieser Substratmischung schaffen Sie die Grundlage für ein gesundes Pflanzenwachstum und eine reiche Ernte.

Rhabarber pflanzen: Schritt für Schritt

Rhabarber pflanzen: Schritt für Schritt

Der Rhabarber benötigt mindestens sechs Stunden Sonne pro Tag

  1. Topf vorbereiten: Wählen Sie einen großen Topf (40-50 Liter) mit Abflussloch und legen Sie eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben an.
  2. Rhabarber einsetzen: Füllen Sie den Topf mit der vorbereiteten Erdmischung und setzen Sie die Rhabarberpflanze mittig ein. Achten Sie darauf, dass das Rhizom vollständig von Erde bedeckt ist und nur die Knospen oder jungen Stiele herausschauen.
  3. Auffüllen und angießen: Füllen Sie den Topf bis etwa 5 cm unter den Rand mit Erde auf, drücken Sie diese leicht an und gießen Sie die Pflanze gründlich.
  4. Standort wählen: Stellen Sie den Topf an einen sonnigen bis halbschattigen und windgeschützten Platz. Rhabarber benötigt mindestens sechs Stunden Sonne pro Tag, um optimal zu gedeihen.

Pflegetipps: Gießen und Düngen

Pflegetipps: Gießen und Düngen

Regelmäßige Düngung sorgt für kräftige Rhabarberstängel

Rhabarber im Topf benötigt eine regelmäßige Wasserversorgung, besonders während der Wachstumsphase und an heißen Tagen. Stellen Sie den Topf bei Trockenheit in eine mit Wasser gefüllte Wanne, bis das Substrat vollständig durchfeuchtet ist. Achten Sie darauf, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann. Im Winter reduzieren Sie die Wassergaben, da der Rhabarber dann nur einen geringen Wasserbedarf hat.

Als Starkzehrer benötigt Rhabarber zudem eine ausreichende Nährstoffversorgung. Im Frühjahr empfiehlt sich eine Düngung mit organischem Dünger, wie z.B. Kompost. Während der Wachstumsperiode sollten Sie alle vier Wochen einen Flüssigdünger für Obst und Gemüse verwenden.

Rhabarber im Topf überwintern

Rhabarber ist zwar winterhart, benötigt im Topf jedoch einen zusätzlichen Schutz, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen.

  1. Standort: Wählen Sie einen schattigen Platz nahe der Hauswand, um den Rhabarber vor direkter Sonneneinstrahlung und dem Aufheizen durch die Wintersonne zu schützen.
  2. Frostschutz: Umwickeln Sie den Topf mit Luftpolsterfolie, um ihn vor Kälte zu isolieren und ein Durchfrieren des Wurzelballens zu verhindern.
  3. Unterlage: Stellen Sie den Topf auf Holz oder Styropor, um ihn vor Bodenfrost zu schützen.
  4. Abdeckung: Decken Sie die Erdoberfläche mit Laub oder Tannenreisig ab, um die Pflanze zusätzlich vor Frost zu schützen und die Wärme im Topf zu halten.
  5. Regenschutz: Bei anhaltendem Regen sollten Sie den Topf vorübergehend überdachen, um ein Vernässen der Pflanze zu vermeiden.

Mit diesen Maßnahmen ist Ihr Rhabarber gut auf den Winter vorbereitet und kann im nächsten Frühjahr wieder kräftig austreiben.

Rhabarber ernten: So machen Sie es richtig

Rhabarber ernten: So machen Sie es richtig

Die ideale Erntezeit für Rhabarber liegt zwischen April und dem Johannistag

Die Erntezeit des Rhabarbers spielt eine wichtige Rolle für die Qualität und den Geschmack der Stängel.

  1. Erntezeitraum: Die ideale Erntezeit liegt zwischen April und dem Johannistag (24. Juni). In diesem Zeitraum enthalten die Rhabarberstängel am wenigsten Oxalsäure und sind besonders schmackhaft.
  2. Stängel entfernen: Fassen Sie den Stängel nahe der Basis und ziehen Sie ihn mit leichtem Dreh aus dem Wurzelballen heraus. Schneiden Sie die Stängel nicht ab, da dies die Pflanze verletzen kann.
  3. Reife Stängel: Ernten Sie nur kräftige und voll ausgereifte Stängel, die eine feste Konsistenz und eine intensive Farbe aufweisen.
  4. Mäßigung: Um die Pflanze nicht zu schwächen, sollten Sie pro Erntezeitraum nur etwa ein Drittel der Stängel ernten. So bleibt die Pflanze vital und kann auch in der nächsten Saison eine reiche Ernte liefern.

Mit diesen Tipps gewährleisten Sie eine qualitativ hochwertige Ernte und fördern die Gesundheit sowie die Langlebigkeit Ihrer Rhabarberpflanze.

Bilder: Anest / iStockphoto