Rhabarber richtig schneiden – darauf sollten Sie achten

Im Gemüsebeet trumpft Rhabarber auf mit legendärer Standorttreue von bis zu 10 Jahren. Bei guter Pflege gewinnt die winterharte Staude von Jahr zu Jahr an Volumen mit saftigen Stangen im Premium-Qualität. Welchen Beitrag Schneiden zum fruchtig-säuerlichen Ernteertrag leistet, erklärt dieser Leitfaden praxisbezogen und nachvollziehbar.

Rhabarber ernten
Rhabarber sollte herausgedreht und nicht abgeschnitten werden

Schneiden nach eigenem Ermessen

Inwiefern ein Rückschnitt von Rhabarber tatsächlich nötig ist, wird unter Hobbygärtnern kontrovers diskutiert. Obschon das Fruchtgemüse als winterharte Staude gedeiht, sind überzeugende Vorteile mit einem bodenebenen Rückschnitt nicht verbunden. Es unterliegt somit Ihrer gärtnerischen Einschätzung, ob Sie eine Rhabarberpflanze schneiden oder nicht. Sofern Sie für einen Schnitt plädieren, gehen Sie bitte nach dieser Strategie vor:

  • Ab Ende Juni nicht mehr ernten
  • Nach der letzten Ernte düngen mit Kompost und wachsen lassen
  • Im Herbst abwarten, bis alle Pflanzenteile eingezogen und abgestorben sind
  • Idealerweise Blätter und Stängel am Ansatz herausdrehen
  • Alternativ Rhabarberpflanze bodeneben abschneiden

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In winterrauen Regionen ist es ratsam, die abgestorbenen Triebe erst im Spätwinter zu entfernen. Bis dahin fungieren die mächtigen Blätter als natürlicher Winterschutz, weil sie sich im eingezogenen Stadium über den Wurzelstock legen und strengen Frost abmildern.

Zuerst schneiden, dann vortreiben

Können Sie es nicht erwarten bis zum Beginn der Erntezeit? Dann forcieren Sie die Reifezeit, indem Sie Ihre Rhabarberpflanze vortreiben. Zu diesem Zweck stülpen Sie einen Weidenkorb oder Kunststoff-Kübel über die ersten zarten Triebe. Damit der gärtnerische Kniff gelingt, sollten abgestorbene Pflanzenteile des Vorjahres zuvor bodeneben abgeschnitten oder herausgedreht werden.

Blüte entfernen ohne Schnitt

Zugunsten einer reichen Rhabarber-Ernte sollten Sie keine Blütenansätze dulden. In das Wachstum opulenter Blüten und Myriaden von Samen investiert die Staude ihre ganze Kraft. Dieser Prozess verläuft zulasten saftig-säuerlicher Fruchtstangen, sodass sich Erntequalität und -menge spürbar reduzieren. So beugen Sie dem unerwünschten Prozess wirksam vor:

  • Blütenstand mit den Fingern am Stielansatz umgreifen
  • Im Uhrzeigersinn drehen und gleichzeitig ziehen
  • Bruchstelle nicht nachschneiden

Ihrer Blüten beraubt, disponiert die Rhabarberpflanze ihre Energie um in das Wachstum neuer Stängel und Blätter.

Erntereife Stangen herausdrehen

Die sachkundige Ernte reifer Rhabarberstangen verzichtet auf den Einsatz von Schneidwerkzeug. Mit Messer oder Schere die saftigen Stängel abzuschneiden, birgt das hohe Risiko von Fäulnisbildung, Krankheits- und Schädlingsbefall. Umfassen Sie die reife Stange an der Basis mit der Hand und drehen sie im Uhrzeigersinn heraus.

Die Blätter bleiben ebenfalls von einem Schnitt verschont. Unter gleichzeitigem Drehen und Ziehen wird das Laub vom Blattstiel getrennt. Aufgrund einer hohen Konzentration an gesundheitsschädlicher Oxalsäure sind die Blätter einer Rhabarberpflanze nicht für den Verzehr geeignet.

Tipps

Traditionell endet die Erntezeit von Rhabarber am Johannistag, Ende Juni. In der Folgezeit erhöht sich in den Stangen der Oxalsäure-Gehalt. Fernerhin benötigt das starkzehrende Fruchtgemüse die restliche Zeit bis zum Ende der Saison, um frische Kräfte zu sammeln für die nächstjährige Rhabarberzeit.

Text: Paula Jansen

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