Reneklode pflanzen und pflegen

Lesen Sie hier einen kommentierten Renekloden-Steckbrief mit Infos zu Herkunft, Wachstum, Blüte und Frucht. Viele Tipps rund um Pflanzung, Pflege und gartentaugliche Reneklode-Sorten.

reneklode
Die Reneklode wird auch "Edel-Pflaume" genannt

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Prunus domestica subsp. italica
  • Art: Pflaume (Prunus domestica)
  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Synonyme: Edel-Pflaume, Reineclaude, Zuckerpflaume
  • Herkunft: Südeuropa, Vorderasien
  • Wuchstyp: mittelgroßer Laubbaum
  • Wuchshöhe: 3 m bis 6 m
  • Blatt: länglich-elliptisch, dunkelgrün
  • Blüte: Dolde
  • Frucht: Steinfrucht
  • Winterhärte: bedingt winterhart
  • Verwendung: Frischverzehr, Einmach-Obst

Herkunft

Die Reneklode ist eine Unterart der Pflaumen aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Beheimatet ist das Steinobstgewächs in Vorderasien. Hauptanbaugebiet in Europa ist Frankreich. Dort wird die schmackhafte Frucht seit 600 Jahren sehr geschätzt.

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Ihren Namen verdankt die Reneklode der französischen Königin Claudia (* 1499 in Romorantin; 1524 in Blois), einer Tochter von König Ludwig XII. Der Legende zufolge naschte die Königin (Reine Claude) für ihr Leben gern saftig-süße Reineclauden, auch als Zuckerpflaumen bekannt. Seit etwa 150 Jahren gedeihen wärmeliebende Reneklodenbäume auch hierzulande in wintermilden Regionen.

Wachstum

Malerische Silhouette, überschwängliche Blütenpracht und leckere Früchte prägen das Wachstum eines Reneklodenbaums. Informative Eckdaten zu Aussehen und Wuchs im Überblick:

  • Wuchstyp: sommergrünes Obstgehölz mit weißen Blütendolden und gelbgrünen, großen Edelpflaumen im Herbst.
  • Wuchsform: mittelgroßer Baum mit breit-ovaler Krone oder buschig-ausladender Strauch.
  • Besonderheit: im Alter nahezu waagerecht abstehende Äste.
  • Wuchshöhe: 250 cm bis 600 cm.
  • Wuchsbreite: 200 cm bis 400 cm.
  • Wuchsgeschwindigkeit: 30 cm bis 50 cm Zuwachs im Jahr.
  • Gärtnerisch relevante Eigenschaften: bedingt winterhart bis – 10° Celsius, nicht selbstbefruchtend, pflegeleicht, schnittverträglich, Scharka-anfällig.

Blüte

Ein Reneklodenbaum erblüht wenige Wochen nach Frühlingsanfang. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Zuckerpflaume nicht von anderen Pflaumenarten. Erzeugt wird das romantische Blütenfestival durch scharenweise kleine Blüten mit diesen Eigenschaften:

  • Blütenstand: Dolde mit 2 bis 3 Einzelblüten.
  • Einzelblüte: schalenförmig, fünfzählig, 2-4 cm im Durchmesser, weiße Kronblätter, freistehende Staubblätter mit gelben Staubbeuteln.
  • Ökologie: einhäusig, zwittrig
  • Blütezeit: April bis Mai

Wissenswertes Detail für die gekonnte Schnittpflege: Renekloden bilden sich an den Seitenknospen der einjährigen Kurztriebe.

Frucht

Wenn es im Spätsommer unter dem Reneklodenbaum appetitlich duftet, sind die Früchte erntereif. An diesen Merkmalen können Sie eine Reneklode erkennen:

  • Fruchtform: kugelig (größer als Mirabellen, kleiner als Zwetschgen)
  • Schale: gelbgrün, sonnenseits rötlich gefärbt, bei Vollreife schön glänzend und leicht abziehbar.
  • Fruchtfleisch: saftig-fest, grünlich-gelb.
  • Geschmack: aromatisch, süß-würzig.
  • Erntezeit: August und September.

Im Unterschied zu heimischen Zwetschgen und anderen regionalen Pflaumenarten lässt bei Renekloden der Stein nur schwer vom Fruchtfleisch trennen.

Verwendung

Renekloden eignen sich für mannigfaltige kulinarische Verwendungsmöglichkeiten. Erntefrische Früchte sind im Gemüsefach des Kühlschranks nur drei bis fünf Tage haltbar. Zur Erntezeit stehen für Hobbygärtner daher Speisen und Getränke für den frischen Verzehr auf dem Speiseplan. Der Ernteüberschuss wird lecker verarbeitet und haltbar gemacht. Lassen Sie sich von diesen Optionen inspirieren für erfrischenden Gaumenschmaus mit Renekloden:

Frischverzehr Verarbeiten Rezept-Idee
Naschobst Kompott Renekloden-Kompott mit Vanillepudding
Zutat zu Obstsalaten Marmelade Renekloden-Marmelade mit Walnüssen und Zimt
Beilage zu Desserts Einweck-Obst ganze Früchte einkochen im Glas
Püriert als Smoothie einlegen beschwipste Reineclauden in Armagnac
Frischzutat im Müsli einfrieren Eiswürfel mit Fruchtgeschmack

Auf ofenfrischem Brot schmeckt Renekloden-Marmelade besonders gut. Wie Sie den würzig-süßen Brotaufstrich ganz einfach selber machen, erfahren Sie im folgenden Video:

Renekloden-Marmelade selber machen - Rezept-Idee für Selbstversorger

Reneklode pflanzen

Beim Kauf einer Edel-Pflaume geben kluge Hobbygärtner einer lokalen Baumschule den Vorzug. Ein veredelter Reneklodenbaum aus der Hand des Gärtnermeisters ist besser gewappnet für nass-kaltes Winterwetter, als importierte Gehölze. Die richtige Standortwahl und sachkundige Pflanztechnik leisten einen wertvollen Beitrag zum gesunden Wachstum und reichen Ernteertrag. Wichtige Pflanz-Tipps für Schnellleser:

Standort

Das ist der beste Standort für eine Garten-Reneklode:

  • Grundvoraussetzung: wintermildes Klima (Weinbauregion, Niederrhein, frostsicheres Mikroklima)
  • Sonne bis Halbschatten, idealerweise warm und windgeschützt.
  • Normaler Gartenboden, frisch bis feucht und nährstoffreich.

Pflanzung

Beste Pflanzzeit für preisgünstige Renekloden-Wurzelware ist im Herbst. Containerware können Sie ganzjährig pflanzen, solange ein Spaten in den Boden kommt. Folgende Kurz-Anleitung erklärt, wie Sie einen Reneklodenbaum richtig pflanzen:

  1. Wurzelballen in Wasser stellen.
  2. Pflanzgrube ausheben mit dem doppelten Durchmesser des Wurzelballens.
  3. Aushub anreichern mit Hornspänen (54,00€ bei Amazon*) und reifer Komposterde.
  4. Container abziehen, Ballentuch nicht entfernen, an Wurzelware beschädigte Wurzeln abschneiden.
  5. Wassergetränkten Reneklodenbaum mittig einpflanzen, Erde festtreten und einschlämmen.
  6. Baumscheibe mulchen mit Laub, getrockneten Rasenschnitt, Lavamulch (15,00€ bei Amazon*) oder Rindenmulch.

Zum Schutz vor Windwurf schlagen Sie einen Stützpfahl in die Erde, den Sie unterhalb der Krone und auf halber Stammhöhe mit dem Baum verbinden.

Exkurs

Pollenspender dringend gesucht

Renekloden sind in der Regel nicht selbstfruchtbar. Wichtige Voraussetzung für reichen Ernteertrag ist ein passender Pollenspender im näheren Umkreis von 50 bis 300 Metern. Geeignete Befruchter sind viele Pflaumenarten und Sorten. Hierzu zählen ‚Große Grüne Reneklode‘, die Zwetschge ‚Anna Späth‘ und die Mirabelle ‚Nancy‘. Hobbygärtner mit Platzmangel greifen zu Duo-Obst, wie Hauszwetschge & Oullins Reneklode auf einem Stamm.

Reneklode pflegen

Am wintermilden Standort ist die Reneklode pflegeleicht. Die Wasser- und Nährstoffversorgung ist einfach. Mit folgenden Pflege-Tipps meistern Sie Schnittpflege und Überwinterung mit Erfolg. Ein gepflegter Reneklodenbaum gibt sich lediglich der gefährlichen Scharka-Krankheit geschlagen. Alle wichtigen Details in Kurzfassung:

Gießen

  • Renekloden bei Trockenheit großzügig gießen.
  • Normales Leitungswasser direkt auf die Wurzelscheibe laufen lassen.
  • Faustregel: besser selten und durchdringend wässern, statt täglich in kleinen Mengen.

Düngen

  • Reneklodenbaum im März/April und nach der Blütezeit mit Kompost düngen.
  • Organischen Dünger auf der Baumscheibe verteilen, einharken und einregnen.
  • Optional im September einen Kaliumdünger verabreichen zur Stärkung der Winterhärte.

Schneiden

  • Reneklode nach der Ernte schneiden.
  • Totholz auslichten, steil aufwärts gerichtete Äste einkürzen auf 5-10 cm kurze Zapfen.
  • Herabhängendes, abgeerntetes Fruchtholz zurückschneiden auf einen zweijährigen Seitentrieb.
  • Diesjährige Zweige nicht schneiden (ab einer Überlänge von 20 cm um ein Drittel verschneiden).
  • Extra-Tipp: ausführliches Schnitt-Tutorial hier zum Nachlesen.

Winterschutz

Mit einem Standort im wintermilden Klima ist ein Reneklodenbaum noch nicht auf der sicheren Seite. Der ständige Wechsel zwischen Frost- und Tauwetter in Kombination mit praller Wintersonne zerrt an der Baumrinde und lässt die Borke reißen. In den ersten fünf Standjahren umwickeln Sie den Stamm bitte mit Vlies oder Schilfmatten. Ältere Edelpflaumen profitieren von einem Kalkanstrich im Herbst. Obligatorisch ist ein dicke Mulchschicht auf der Baumscheibe.

Krankheiten und Schädlinge

Regelmäßige Kontrollen auf Blattläuse sind Pflichtprogramm, denn das Gesindel überträgt die gefürchtete Scharka-Krankheit. Scharka ist die gefährlichste Viruskrankheit an Steinobst und meldepflichtig. Überprüfen Sie primär die Blattunterseiten auf die winzigen Schädlinge. Werden Sie fündig, bekämpfen Sie die Läuse mit der bewährten Kernseifen-Spiritus-Lösung.

Typische Symptome für einen Scharka-Befall sind olivgrüne Blattflecken. Auf den Früchten bilden sich pockenartige Einsenkungen, weshalb die Infektion auch Pockenkrankheit heißt. Unterhalb der Einsenkungen färbt sich das Fruchtfleisch rötlich und nimmt eine unappetitliche, gummiartige Konsistenz an. Bislang sind keine biologischen oder chemischen Bekämpfungsmittel bekannt. Betroffene Renekloden müssen gerodet werden.

Beliebte Sorten

In der gut sortierten Baumschule können Sie diese bewährten Renekloden-Sorten für den Hausgarten kaufen:

  • Reineclaude Große Grüne Reneklode: Premium-Sorte, gelb-grüne, mittelgroße, zuckersüße, kräftig-würzige Früchte, nicht selbstfruchtbar, guter Pollenspender.
  • Oullins Reneklode: historische Sorte aus Frankreich, selbstfruchtbar, Scharka-tolerant, große, gelb gefärbte Früchte, saftig-süß und schwach-würzig im Geschmack.
  • Graf Althans Reneklode: bewährte Sorte aus Böhmen, winterhart, saftige, gut steinlösende, blutrot gefärbte Edelpflaumen, Befruchter erforderlich.

FAQ

Was sind Renekloden?

Renekloden sind eine Unterart der Pflaumen (Prunus domestica) und werden daher auch Edelpflaumen genannt. Die Früchte haben eine grüngelbe Schale und sind kugelig geformt. Im Durchmesser sind Renekloden etwas kleiner, als heimische Pflaumen und Zwetschgen. Unter der abziehbaren Schale befindet sich saftig-süßes, festes Fruchtfleisch mit aromatisch-würzigem Geschmack.

Wie gesund sind Renekloden?

In Renekloden steckt viel Gutes drin. Das feine Steinobst lädt ein zum erntefrischen Verzehr mit einem hohen Gehalt an urgesunden Vitaminen und Mineralstoffen. In 100 Gramm Fruchtfleisch sind unter anderem enthalten: 13 mg Calcium, 6 mg Vitamin C, 0,8 g Protein und 2,25 g Ballaststoffe bei schlanken 62 Kalorien.

Unsere zweijährige Reineclaude blüht nicht. Liegt es am fehlenden Befruchter?

Ein fehlender Befruchter kann nicht die Ursache sein, denn dieser kann nur einen blühenden Reneklodenbaum befruchten. Blütenknospen werden dann gebildet, wenn das Stickstoff-Phosphor-Kalium-Verhältnis (NPK) stimmt. Wird eine Reneklode Stickstoff-betont gedüngt, bildet sich reichlich Blattmasse zulasten der Knospenanlage. Verabreichen Sie zukünftig einen organischen Beerendünger (10,00€ bei Amazon*) (z. B. von Oscorna) oder Kompost.

In unserem Garten dominiert saurer Moorboden. Ist die Pflanzung einer Reneklode dennoch möglich?

Die Pflanzung einer Reneklode in Moorbeeterde ist möglich nach einer entsprechenden Bodenbearbeitung. Reichern Sie die Moorerde an mit Sand und Mutterboden oder Lehmerde. Anschließend prüfen Sie mit einem Test-Set den pH-Wert. Bei einem pH-Wert deutlich unter 6 wird die Beeterde aufgekalkt auf einen Renekloden-freundlichen Wert von 6,5 bis 7.

Bilden sich auch Früchte, wenn nur ein Reneklodenbaum im Garten steht?

Zumeist sind Renekloden nicht selbstfruchtbar. Ohne einen Befruchter bilden sich keine Früchte. Mit ein wenig Glück befindet sich im näheren Umkreis Ihres Gartens (50-300 m) ein Pflaumenbaum als potenzieller Pollenspender, unter der Voraussetzung von Insektenflug. Empfehlenswert ist die Pflanzung von zwei Pflaumenarten, die sich gegenseitig befruchten. Bewährte Kandidaten sind ‚Große Grüne Reneklode‘, ‚Bühler Frühzwetschge‘, ‚Oullins Reneklode‘ und ‚Mirabelle von Nancy‘.

Lässt sich jede Renekloden-Sorte zu Kompott verarbeiten?

Im Grunde genommen eignen sich alle Renekloden-Sorten für die Zubereitung als Kompott oder Marmelade. Gourmets schwören auf die ‚Große Grüne Reneklode‘ als ideale Zutat für Kompott. Der beliebten ‚Graf-Althans-Reneklode‘ wird dagegen nachgesagt, dass das Fruchtfleisch bei Vollreife eine gallertartige Konsistenz annimmt, was sich nachteilig auf die Kompottqualität auswirkt.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: martin.dlugo/Shutterstock

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