Palmen selbst züchten – geht das?

Palmen sind für viele das Sinnbild tropischer Landschaften, mit denen sie Begriffe wie: Urlaub, Erholung und Entspannung verknüpfen. Kein Wunder, dass die attraktiven Schopfgewächse zu den am häufigsten in unseren Wohnungen und seit einigen Jahren auch im Garten anzutreffenden Zierpflanzen zählen. Es macht sehr viel Spaß, die mediterranen Botschafter selbst heranzuziehen und mit etwas Geduld ist dies auch durchaus möglich.

Palmen selber ziehen
Dattelpalmen lassen sich gut über Samen vermehren

Vermehrungsarten

Palmen lassen sich sehr gut durch Samen, die Sie aus Früchten selbst gewinnen oder im Handel erwerben können, selber ziehen. Einige Arten bilden seitliche Ableger (Sprosse), die Sie abschneiden und in Erde setzen können. Dies Sprösslinge entwickeln sich meist gut und wachsen rasch zu kleinen Palmen heran.

Die Aussaat von Palmensamen

Legen Sie die Samen zwei bis drei Tage lang in Wasser. Dadurch wird die harte Schale aufgeweicht und die Keimung erleichtert.

Da die Palmensaat meist recht langsam aufgeht, sollte die Aussaaterde keim- und frei von Ungeziefer sein. Es eignen sich folgende Substrate:

  • Kokosfaser-Erde
  • Vermiculit
  • Perlite

Ab in die Tüte

Längst ist es kein Geheimtipp unter Palmenfans mehr, die Samen, gemischt mit dem Substrat, in einer Plastiktüte oder einer Plastikdose mit dicht schließendem Deckel auszusäen.

Mischen Sie die Samen mit ein wenig angefeuchtetem Substrat, geben Sie diese in den Behälter und verschließen Sie ihn dicht. Dadurch kann das Wasser nicht verdunsten und die Palmensamen haben das optimale Klima für die Keimung.

Alternativ können Sie diese in einen Blumentopf säen und ihn mit einer Plastiktüte bedecken. Vergessen Sie hier das Lüften und Gießen nicht, da ein anderes Kleinklima herrscht als in einem luftdicht verschlossenen Gefäß.

Die richtige Keimtemperatur

Diese liegt je nach Art zwischen 22 und 28 Grad Celsius. Einige Palmenfans raten dazu, die natürlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht nachzuahmen, da dies die häufig langwierige Keimung beschleunigt. Sie können das Anzuchtgefäß zur Simulation dieser tagsüber beispielsweise auf die warme Fensterbank und nachts ins kühle Treppenhaus legen.

Nicht ungeduldig werden

Die Keimdauer ist sehr unterschiedlich. Es gibt Arten, die bereits nach einem bis drei Monaten keimen. Ist dies nicht der Fall und es hat sich auch kein Schimmel und keine Fäulnis gebildet, warten Sie ab. Manchmal brauchen die exotischen Gewächse bis zu einem Jahr um auszutreiben.

Tipps

Sie verreisen im Urlaub in ein Land, in dem Palmen wachsen? Dann nehmen Sie als Urlaubsmitbringsel doch einige Palmensamen mit nach Hause. Entfernen Sie bereits am Urlaubsort das Fruchtfleisch und säen Sie diese zu Hause angekommen aus. Es gibt kaum eine schönere Erinnerung an die Ferienzeit.

Text: Michaela Kaiser

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