Die häufigsten Schädlinge am Obstbaum – und was Sie dagegen tun können

Bestimmte Schäden am Obstbaum sind typisch für gewisse tierische Schädlinge. Wurde der tierische Besucher identifiziert, können konkrete Maßnahmen ergriffen werden.

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Schädlinge haben Obstbäume zum Fressen gern

Die häufigsten Schädlinge im Überblick

Nicht jeder Schädling geht auf jeden Obstbaum, da viele dieser Tiere auf eine bestimmte Wirtsart festgelegt sind. Dennoch gibt es eine ganze Reihe, die wenig wählerisch sind.

Spinnmilben

Spinnmilben sind mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Sie werden nur bis 0,8 mm groß. Die sehr beweglichen grünen, gelben oder roten Tierchen halten sich überwiegend auf der Blattunterseite auf und bilden dort typische Gespinste. Sie schädigen durch Saftentzug. Die zunächst hellen Sprenkelungen auf Blättern und Trieben werden zu braunen Flecken, bis diese schließlich verdorren und abfallen. Bekämpfung: Abspritzen (chemische Mittel nur bei sehr hohem Befall!), Fördern der natürlichen Gegenspieler wie Raubmilben und Raubwanzen.

Blattläuse

Blattläuse, von denen es mehrere hundert verschiedene Arten gibt, treten vor allem an den Blattunterseiten junger Austriebe auf. Sie schädigen den Obstbaum durch den Entzug von Zellsaft, können aber auch schädliche Viren übertragen und locken Ameisen an. Bekämpfung: Abspritzen mit hartem Wasserstrahl, Rückschnitt, Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen, Schwebfliegen und Vögel.

Woll- und Schmierläuse

Es gibt mehrere Schädlinge, die die Blätter und Früchte mit klebrigen Ausscheidungen (dem so genannten Honigtau) überziehen. Handelt es sich um Blattläuse, erkennen Sie dies schon an den gekräuselten Blättern. Bei Schmierläusen hingegen sind die klebrigen Beläge meist die einzigen auffälligen Symptome. Einen Befall erkennen Sie auch an diesen Schadbildern: Auf den Blättern und teils auch an den Früchten zeigen sich kleine, helle Saugflecken, wobei die Blätter bei einem starken befall auch vergilben und abfallen können. Die befallenen Pflanzenteile sind stark mit Honigtau überzogen und oft durch Rußtaupilze schwärzlich gefärbt. Außerdem finden sich meist auch zahlreiche Ameisen am Baum. Bekämpfung: Rückschnitt, bei stärkerem Befall mit ölhaltigen Präparaten spritzen.

Dickmaulrüssler

Hierbei handelt es sich um einen schwarzbraunen, ca. 10 Millimeter langen und flugunfähigen Käfer. Die ebenfalls bis 10 Millimeter langen Larven sind cremefarben bis bräunlich weiß und haben einen rotbraunen Kopf. Dickmaulrüssler sind dämmerungs- und nachtaktiv. Bei Störungen lassen sie sich fallen und sind für einen Moment regungslos. Sie verkriechen sich tagsüber in Mauerspalten, unter Mulchschichten und anderen geschützten Stellen. Die Käfer fressen Löcher in die Blattränder, der so genannte Buchtenfraß. Der weitaus größere Schaden wird den Obstbäumen jedoch durch die Larven zugefügt: Sie fressen die feinen Wurzeln ab. Bekämpfung: Eine chemische Bekämpfung sollte abends erfolgen. Als sehr erfolgreich hat sich auch der Einsatz von Nematoden (z. B. Heterorhabditis bacteriophora) herausgestellt.

Tipps

Auch Wühlmäuse sind gefährliche Pflanzenschädlinge. Sie nagen an jungen Wurzeln, nicht selten aber auch an der Rinde junger Obstbäume und -sträucher. Betroffene Bäume stehen locker im Boden, Äste oder auch ganze Gehölze können absterben. Die Bekämpfung erfolgt über Fallen und Giftköder.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Marija Stepanovic/Shutterstock

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