Obstbaum

Schädlinge am Obstbaum? So erkennen und bekämpfen Sie sie

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Obstbäume bereichern jeden Garten mit ihrer Schönheit und ihren köstlichen Früchten. Doch auch sie sind anfällig für verschiedene Schädlinge und Krankheiten, die ihre Gesundheit und den Ertrag beeinträchtigen können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über häufige Obstbaumschädlinge und -krankheiten sowie effektive Maßnahmen zu deren Bekämpfung und Vorbeugung.

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Schädlinge haben Obstbäume zum Fressen gern

Apfelwickler

Der Apfelwickler ist ein weitverbreiteter Schädling, der neben Apfel- und Birnbäumen auch Walnuss-, Aprikosen-, Quitten-, Pflaumen-, Pfirsich-, Kirsch-, Weißdorn-, Edelkastanien- und Feigenbäume befällt. Bohrlöcher an den Früchten und vorzeitig herabfallende Äpfel sind typische Anzeichen für einen Befall. Die Larven, die sich im Inneren der Früchte entwickeln, sind weiß-gelblich gefärbt und haben einen schwarzen Kopf.

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Maßnahmen zur Bekämpfung: Um den Apfelwickler effektiv zu bekämpfen, sollten Sie verschiedene Methoden kombinieren:

  • Fallobst entfernen: Sammeln Sie regelmäßig Fallobst auf und entsorgen Sie es fachgerecht, um den Vermehrungszyklus des Schädlings zu unterbrechen.
  • Wellpappfallen: Bringen Sie im Sommer Wellpappestreifen um die Baumstämme an. Die Raupen nutzen diese zum Überwintern und können so leicht entfernt werden.
  • Pheromonfallen: Setzen Sie im Frühjahr und Sommer Pheromonfallen ein, um die männlichen Falter anzulocken und so die Paarung zu verhindern.
  • Nützlinge fördern: Unterstützen Sie natürliche Feinde des Apfelwicklers, wie Schlupfwespen, Ohrenkneifer und Vögel, durch eine naturnahe Gartengestaltung.
  • Insektizide: In Fällen starken Befalls kann der Einsatz von zugelassenen Insektiziden notwendig sein. Achten Sie dabei auf eine gezielte und sparsame Anwendung.

Kirschfruchtfliege

Kirschfruchtfliege

Hühner mindern einen Befall der Kirschfruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege ist ein gefährlicher Schädling, der vor allem mittelspäte und späte Kirschsorten befällt. Die Maden entwickeln sich im Inneren der Früchte und führen zu Fäulnis, wodurch die Kirschen ungenießbar werden. Ein bräunlicher Bereich um den Stielansatz deutet auf einen Befall hin.

Maßnahmen: Um die Kirschfruchtfliege zu bekämpfen, können Sie verschiedene Strategien anwenden:

  • Frühreifende Sorten: Pflanzen Sie frühreifende Kirschsorten, um das Risiko eines Befalls zu reduzieren.
  • Spätes Mähen: Mähen Sie das Gras unter den Bäumen erst spät im Jahr, um den Schlupf der Fliegen zu erschweren.
  • Geflügelhaltung: Hühner fressen die aus dem Boden schlüpfenden Fliegen und können so den Befallsdruck mindern.
  • Netze: Schützen Sie Ihre Bäume mit Netzen, um den Zuflug der Fliegen zu verhindern.
  • Fallen: Verwenden Sie spezielle Fallen oder Leimtafeln, um die Fliegen zu fangen. Achten Sie dabei darauf, dass keine Nützlinge in die Fallen geraten.
  • Bodenabdeckung: Decken Sie den Boden um die Bäume mit Mulch oder Folie ab, um den Schlupf der Fliegen zu verzögern.

Pflaumenwickler

Pflaumenwickler

Befallene Früchte sollten frühzeitig entfernt und fachgerecht entsorgt werden

Der Pflaumenwickler ist ein häufiger Schädling an Zwetschgen-, Pflaumen- und Mirabellenbäumen. Befallene Früchte verfärben sich bläulich, reifen vorzeitig oder faulen und fallen vom Baum. Diese Symptome treten bereits ab Juni auf und deuten auf einen Befall der ersten Generation des Schädlings hin. Eine zweite Befallswelle ist ab Ende Juli bis September zu beobachten.

Maßnahmen: Um den Pflaumenwickler zu bekämpfen, empfehlen sich folgende Schritte:

  • Entfernung befallener Früchte: Sammeln Sie befallenes Obst regelmäßig auf und entsorgen Sie es fachgerecht.
  • Fallen: Setzen Sie Pheromon- oder Lichtfallen ein, um den Falterflug zu überwachen und den optimalen Zeitpunkt für weitere Maßnahmen zu bestimmen.
  • Wellpappfallen: Bringen Sie Wellpappestreifen um die Baumstämme an, um überwinternde Raupen einzufangen.
  • Schlupfwespen: Nutzen Sie Schlupfwespen als natürliche Feinde, um die Eier des Pflaumenwicklers zu bekämpfen.

Blattläuse

Blattläuse gehören zu den häufigsten Schädlingen in europäischen Gärten. Sie saugen Pflanzensaft und schwächen so das Wachstum der Bäume. Zusätzlich können die Ausscheidungen der Läuse (Honigtau) Rußtaupilze anziehen und weitere Schäden verursachen.

Maßnahmen: Um Blattläuse effektiv zu bekämpfen, können Sie verschiedene Methoden anwenden:

  • Früherkennung: Kontrollieren Sie Ihre Bäume im Frühjahr auf Anzeichen eines Befalls.
  • Entfernung befallener Triebe: Schneiden Sie stark befallene Triebe und Blätter ab und entsorgen Sie diese.
  • Abspritzen: Bei leichtem Befall können Sie die Läuse mit einem Wasserstrahl von den Blättern spülen.
  • Nützlinge fördern: Unterstützen Sie natürliche Feinde der Blattläuse, wie Marienkäfer, Florfliegenlarven und Schlupfwespen.
  • Pflanzenschutzmittel: Bei starkem Befall können Sie Neemöl oder andere Pflanzenschutzmittel auf natürlicher Basis einsetzen.
  • Düngung: Vermeiden Sie eine Überdüngung mit Stickstoff, da dies die Blattlauspopulation fördern kann.
  • Pflanzenstärkung: Sorgen Sie für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen durch eine ausgewogene Düngung und ausreichende Bewässerung.

Frostspanner

Die Raupen des Frostspanners können im April und Mai erhebliche Schäden an Blättern, Blüten und Früchten von Obstbäumen sowie an verschiedenen Ziergehölzen verursachen. Die weiblichen Falter sind flugunfähig und klettern zur Eiablage in die Baumkronen.

Maßnahmen zur Bekämpfung: Um den Frostspanner effektiv zu bekämpfen, kombinieren Sie verschiedene Methoden:

  • Leimringe: Bringen Sie im Herbst Leimringe an den Baumstämmen an, um die Weibchen am Hochklettern zu hindern.
  • Lichtfallen: Setzen Sie im Herbst Lichtfallen ein, um die männlichen Falter anzulocken und so die Paarung zu verhindern.
  • Pflanzliche Schutzmittel: Bei einem akuten Befall im Frühjahr können Sie Neemöl oder andere pflanzliche Schutzmittel einsetzen.
  • Mechanische Entfernung: Entfernen Sie Raupen und Fraßschäden manuell.
  • Nützlinge fördern: Unterstützen Sie natürliche Feinde des Frostspanners, wie Vögel und bestimmte Insektenarten.

Birnenpockenmilbe

Die Birnenpockenmilbe verursacht charakteristische Schäden an Birnbäumen, insbesondere an Blättern und gelegentlich auch an Früchten.

Schadbild: Kurz nach dem Blattaustrieb zeigen sich hellgrüne, punktförmige Aufwölbungen entlang der Blattmittelrippe, die sich später bräunlich verfärben. Auf den Blättern bildet sich ein bräunlicher Filz. Bei starkem Befall können die Blätter verkrüppeln und der Fruchtansatz reduziert sein.

Maßnahmen zur Bekämpfung:

  • Früherkennung: Achten Sie im Frühjahr auf erste Anzeichen eines Befalls.
  • Mechanische Entfernung: Entfernen Sie befallene Blätter und Triebspitzen.
  • Austriebsspritzung: Bei ersten Anzeichen eines Befalls können Sie eine Austriebsspritzung mit Rapsölpräparaten durchführen.
  • Netzschwefel: Ab einer Trieblänge von etwa 10 cm können Sie Netzschwefel anwenden, um den Befall zu kontrollieren.

Monilia

Monilia

Feucht-kühles Wetter begünstigt die Monilia-Spitzendürre

Monilia ist eine Pilzerkrankung, die sowohl Stein- als auch Kernobstbäume befällt. Es gibt zwei Hauptformen: die Monilia-Spitzendürre, die die Triebspitzen befällt, und die Monilia-Fruchtfäule, die die Früchte angreift. Beide Formen treten besonders bei feucht-kühler Witterung auf.

Erkennungsmerkmale:

  • An den Zweigen: Braune, verwelkte Blüten, Triebsterben, gelbgrauer Pilzrasen und möglicherweise Gummifluss.
  • An den Früchten: Kleine, braune Faulstellen, bedeckt von weißem Schimmelpolster.

Vorbeugung und Bekämpfung:

  • Entfernung befallener Pflanzenteile: Schneiden Sie infizierte Triebe und Früchte bis ins gesunde Holz zurück und entsorgen Sie diese.
  • Pflanzenstärkung: Sorgen Sie für widerstandsfähige Pflanzen durch eine angemessene Pflege und den Einsatz robuster Sorten.
  • Winterinspektion: Entfernen Sie im Winter alle abgestorbenen Fruchtmumien und infizierten Pflanzenteile.
  • Kronenpflege: Lüften Sie die Krone Ihrer Bäume durch gezielten Schnitt, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten.
  • Fungizide: Bei starkem Befall kann der Einsatz von zugelassenen Fungiziden in Erwägung gezogen werden.
Bilder: Marija Stepanovic / Shutterstock