apfelwickler
Die Raupen des Apfelwicklers haben Äpfel zum Fressen gern

Den Apfelwickler bekämpfen: Was hilft gegen den Apfelspinner?

Der Wurm im Apfel ist eigentlich die Raupe des Apfelwicklers (Laspeyresia pomonella). Er zählt zu den verbreitetsten und gefürchtetsten Apfelschädlingen und kann, bekämpft man ihn nicht, nahezu die gesamte Apfelernte vernichten. Es gibt jedoch zahlreiche, ökologisch verträgliche Maßnahmen, mit denen sich der Apfelspinner gut im Schach halten lässt.

Wie sieht dieser Schädling aus?

Der Apfelwickler ist ein grauer, von helleren Streifen überzogener Falter mit einem kupferfarbenen Fleck auf jeder Flügelspitze. Er kann eine Flügelspannweite von bis zu vier Zentimetern erreichen.

Während der abendlichen Dämmerung, bei Windstille an warmen Sommerabenden mit Temperaturen um 20 Grad findet der Schmetterling optimale Bedingungen für die Paarung. Im Anschluss legen die weiblichen Tiere 30 bis 60 Eier auf den Früchten oder Blättern ab. Nach circa vierzehn Tagen schlüpfen aus diesen die zwei Millimeter großen, weißen oder cremefarbenen Raupen.

Diese benötigen etwa vier Wochen, bis sie groß genug sind, um sich zu verpuppen. Sie verlassen dann den Apfel wieder und entwickeln sich, geschützt durch Kokons, in der Rinde des Apfelbaums zum fertigen Falter,

Das Schadbild

Die Raupen fressen sich spiralförmig von außen nach innen durch Schale und Fruchtfleisch der unreifen Äpfel. Selbst vor dem Kerngehäuse und den Samen machen sie keinen Halt. Dabei verunreinigen Sie die Gänge mit kleinen, hellbraunen Kothäufchen. Die Früchte fallen vorzeitig ab und müssen rasch verwertet werden, da sie nicht mehr lagerfähig sind. Da Früchte in verschiedenen Reifegraden befallen werden, sind die Schäden erheblich.

Die Falter treten übers Jahr in zwei, in milden Sommern sogar drei Generationen auf. Das Wachstum der Maden ist stark temperaturabhängig, sowohl Schmetterlinge als auch Raupen reagieren sehr flexibel auf Klimaschwankungen.

Wie kann man den Apfelwickler bekämpfen?

Es gibt eine Vielzahl von umweltschonenden Methoden im Kampf gegen den Apfelspinner, wie nachfolgende Tabelle zeigt:

Art Wirkungsweise
Larven abbürsten oder abschütteln Hält die neue Schmetterlingspopulation klein
Befallene Früchte aufsammeln Raupen können sich nicht mehr verpuppen.
Stamm durch Wellpappe schützen Verpuppte Schmetterlinge schlüpfen nicht mehr.
Lockstofffallen Fangen die Männchen ein. Auch nützlich, um den Flughöhepunkt einschätzen zu können.
Bekämpfung mit Granulosevirus-Präparaten Wenn sie zum richtigen Zeitpunkt erfolgt, sehr effektiv.
Fressfeinde Vermindern die Zahl der Raupen und Schmetterlinge.
Nematoden Umweltfreundlich und ebenfalls sehr effektiv.

Dem Apfelspinner vorbeugen

Untersuchen Sie gefährdete Bäume in der kalten Jahreszeit und im Frühling regelmäßig auf Larven des Schädlings. Diese lassen sich leicht entdecken:

  • Legen Sie ein Vlies oder Betttuch rund um den Baum aus.
  • Schütteln Sie einmal kräftig, sodass die verpuppten Raupen auf die Unterlage fallen.
  • Die Rinde älterer Obstbäume, die meist stark gefurcht ist, können Sie abbürsten. Gehen Sie dabei jedoch behutsam vor, damit diese nicht beschädigt wird.

Befallene Früchte entfernen

Kontrollieren Sie unreife Früchte, die noch am Baum hängen, regelmäßig und pflücken Sie befallene sofort ab. Je nach Schadbild und Reifegrad sollten diese umgehend verarbeitet oder entsorgt werden.

Dies ist auch dann wichtig, wenn der Apfel bereits auf den Boden gefallen ist. Nur so können Sie verhindern, dass die ausgewachsene Raupe zurück zum Baum findet und sich verpuppt.

Stämme der befallenen Bäume schützen

Wellpappe ist eine umweltfreundliche und sehr wirkungsvolle Methode, um den Apfelspinner erfolgreich zu bekämpfen:

  • Wickeln Sie ab Ende Juni etwa 20 Zentimeter breite Streifen aus Wellpappe um den Stamm der befallenen Bäume.
  • Die Larven kriechen zum Verpuppen bevorzugt in die Pappe, da diese mit ihrer lockeren Struktur optimale Voraussetzungen bietet.
  • Sie können die Pappgürtel dann mitsamt den Puppen entfernen.

Lockstofffallen

Bei dieser sehr umweltschonenden Methode kommen Pheromone zum Einsatz. Die Falle fängt ausschließlich männliche Tiere ein. Hierzu werden Klebetafeln oder Fallenkörper mit Leimboden direkt in den Apfelbaum gehängt.

Eine komplette Bekämpfung des Apfelwicklers durch diese Fallen gelingt jedoch nicht. Sie können sie aber sehr gut nutzen, um festzustellen, wann der Flughöhepunkt der Falter ist. Somit können Sie die Eiablage und das Auftreten der Raupen abschätzen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen.

Biologische Schädlingsbekämpfung mit Granulosevirus-Präparaten

Haben Sie den Flughöhepunkt ermittelt und es ist ein starker Befall zu vermuten, kommt dieses umweltschonende Mittel zum Einsatz. Es wirkt ausschließlich gegen den Apfelspinner, Nützlinge wie Bienen, Ohrwürmer und andere Schmetterlinge werden nicht geschädigt.

Mischen Sie das Präparat genau nach Packungsanweisung an und sprühen Sie den Baum gründlich damit ein. Diese Anwendung muss drei Mal im Abstand von etwa einer Woche wiederholt werden, damit alle Larven den Wirkstoff aufnehmen.

Fressfeinde fördern

Auch im Kampf gegen den Apfelwickler helfen Ihnen zahlreiche Fressfeinde. Es lohnt sich also, den Garten für diese sehr einladend zu gestalten. So sind für Ohrwürmer die Obstmaden eine Delikatesse. Die kleinen Krabbler sind deshalb häufig in den von den Raupen gebohrten Fruchtgängen zu finden.

Schlupfwespen unterstützen Sie ebenfalls bei der Schädlingsbekämpfung. Im Gartenfachhandel können Sie die Larven dieser Nützlinge erwerben und sie gezielt auf jenen Bäumen aussetzen, auf denen die Schädlinge beginnen, sich an den Äpfeln zu laben.

Für viele Vögel sind die Raupen eine wertvolle Nahrungsquelle. Schaffen Sie deshalb ausreichend Rückzugsmöglichkeiten für die gefiederten Helfer.

Nematoden

Auch Nematoden haben sich als ein sehr effektives und umweltfreundliches Mittel bewährt. Die im Streichverfahren im Frühherbst auf die angefeuchteten Obstbäume aufgetragenen Fadenwürmer sind in der Lage, 70 bis 90 Prozent der Obstmaden zu vernichten.

Tipps

Mit chemischen Spritzmitteln dürfen Sie den Apfelwickler im Hausgarten nicht bekämpfen. Angesichts der Vielfalt und der hervorragenden Wirksamkeit von biologischen Methoden sind diese aber auch nicht notwendig.

Artikelbild: Alyona Budkivska/Shutterstock

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