Marderspuren bestimmen

Marderspuren sind denen von Katzen zum Verwechseln ähnlich. Aber mit einem guten Auge und etwas Analyse lassen sie sich durchaus von anderen Tierspuren unterscheiden. Lernen Sie im Folgenden die Merkmale von Marderspuren kennen sowie wie Sie diese sichtbar machen.

marderspuren
Schlammige Spuren sind oft schön klar zu erkennen

Das Wichtigste in Kürze

  • Marderspuren sind ca. 4,5cm lang und 3,5cm breit; meist sind fünf Zehen plus Krallen sichtbar.
  • Marderspuren sind länglicher als Katzenspuren und zeigen im Gegenteil zu Katzenabdrücken Krallenspuren.
  • Mithilfe von Mehl, Kalk oder feinem Sand können Marderspuren sichtbar gemacht werden.

Wie sehen Marderspuren aus?

Marder und Katzen haben in etwa die gleiche Größe, weswegen auch ihr Pfotenabdruck eine ähnliche Größe hat. Marderabdrücke sind aber etwas langgestreckter, da der Abstand zwischen Ballen und Zehen etwas größer ist. Daher entsteht der Gesamteindruck eines ovalen Abdruckes, wohingegen der einer Katze eher rund erscheint. Aus dem gleichen Grund ist der Marderabdruck mit etwa 4,5cm etwas länger als der einer Katze mit nur etwa 3,5cm Länge. Außerdem sind bei Katzen nur vier Zehen zu erkennen, bei Mardern hingegen oft fünf.

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Zusammenfassung: Kennzeichen einer Marderspur

  • ca. 4,5cm lang und 3,5 cm breit
  • Halbmondförmiger Ballen
  • 5, manchmal nur 4 sichtbare Zehen, die strahlenartig vom Ballen abgehen
  • Bei einem feinen Marderpfotenabdruck können vor allen fünf Zehen Krallenabdrücke zu sehen sein

Hier ein Video, das die Merkmale von Marderspuren anschaulich darstellt:

Youtube

Laufverhalten bei Mardern und Katzen

Nicht nur die Abdrücke an sich unterscheiden sich von Tier zu Tier, auch die Art der Fortbewegung lässt Rückschlüsse darüber ziehen, ob es sich bei den Spuren um Marder- oder Katzenspuren handelt: Während Katzen meist schön symmetrische Spuren hinterlassen, bei denen die Abstände zwischen den Abdrücken alle ähnlich sind, hinterlassen Marder meist zwei Abdrücke sehr nah beieinander, während die nächsten zwei weiter entfernt sind. Hat der Marder jedoch nur einen gemächlichen Spaziergang gemacht, ist der Verlauf der Spuren ähnlich wie bei Katzen.

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War der Marder schnell unterwegs, sind seine Vorder- und Hinterpfotenabdrücke eng beieinander

Marderspuren von anderen Tierspuren unterscheiden

Tierspuren sind nicht einfach zu unterscheiden, vor allem da sie oft nicht schön klar und deutlich zu sehen sind. In der folgenden Tabelle haben wir die häufigsten Tierspuren mit ihrer Größe und ihren Merkmalen für Sie zusammengefasst.

Tierspuren im Schnee erkennen
  Marder Katze Hund Waschbär Fuchs Dachs
Abdruckgröße 4,5cm lang, 3,5cm breit 3,5cm lang, 3cm breit Abhängig von der Art ca. 7cm, Vorderpfote kleiner ca. 5cm lang, ca. 3cm breit Hinterpfote bis 7cm lang, Vorderpfote etwas kleiner
Form des Ballens Halbmondförmig Halbmondförmig oder rhombusartig Dreieckig ein einziger Abdruck wie der eines Kindes Dreieckig, ähnlich klein wie Zehenballenabdruck Voderpfote halbmondförmig, Hinterpfote lang, fast wie Menschenabdruck
Anzahl der Zehen 4 oder 5 4 4 5 4 5
Krallenabdruck Ja Nein Ja Ja Ja Ja
Verwechslung Mit Katze Mit Marder Mit Fuchs Evtl. mit Dachs Mit Hundespuren, Fuchsabdrücke sind schmaler und Vorderzehen zeigen leicht nach innen Evtl. mit Waschbär

Marderspuren sichtbar machen

Nicht immer sind die Spuren gut zu erkennen. Wenn Sie also sichergehen wollen, dass auf Ihrem Dach wirklich ein Marder sein Unwesen treibt, können Sie versuchen, seine Spuren zunächst sichtbar zu machen. Dazu streuen Sie geruchsneutrale, trockene, feine Substanzen an jenen Stellen aus, an denen Sie den Durchgang eines Marders vermuten. Dafür kommen infrage:

  • Mehl
  • feiner Sand
  • Kalk
  • fein gemahlene Kohle

Tipps

Verwenden Sie nichts, was mit Aromen versetzt wurde wie zum Beispiel Babypuder.

Marderspuren im Schnee

Das Erkennen und Bestimmen von Tierspuren im Schnee ist besonders kompliziert, da die Abdrücke vor allem bei feinem Schnee eher vage sind. Hier können Sie z.B. auf die Gangart achten. Wie gesagt, sind bei Mardern meist zwei Pfotenabdrücke dicht beisammen. Läuft der Marder allerdings langsam, kann seine Gangart der einer Katze stark ähneln. Weiterhin können Sie hier auf die grobe Form der Spur achten:

  • Marderspuren sind im Vergleich zu Katzenspuren eher oval.
  • Krallenabdrücke können an dem spitzen Ausläufen eventuell zu erkennen sein.
  • Hinter- und Vorderpfoten sind fast identisch, anders als z.B. beim Dachs oder Waschbär, wo die Vorderpfote deutlich kleiner ist als die Hinterpfote.

Kratzspuren von Mardern

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Auch mit ihren Krallen und Zähnen hinterlassen Marder Spuren

Marder hinterlassen nicht nur Pfotenabdrücke sondern auch ganz andere Spuren, nämlich Kratzspuren. Um an ihr Ziel zu gelangen, krallen sich Marder stark fest und um sich Zugang zu verschaffen, kratzen sie auch mal eine Öffnung auf.

Wo hinterlassen Marder Kratzspuren?

Marder sind gute Kletterer und kommen mithilfe ihrer Krallen auch an vertikalen Hindernissen hoch. Dabei hinterlassen sie Kratzspuren, z.B. an:

  • Einer Dachrinne
  • Einer Hauswand mit Vorsprüngen
  • Bäumen
  • Dachschindeln
  • Öffnungen
  • Dachbalken

Wie sehen solche Kratzspuren aus?

Haben Sie schon mal mit einem Nagel eine Spur in weichem Holz hinterlassen? So sehen Kratzspuren aus, nur dass Marder natürlich spitzere Krallen haben und ihre Kratzspuren somit etwas schmaler sind als unsere und auch tiefer in härtere Materialien eindringen können. Da Marder fünf Krallen an jeder Pfote haben, hinterlassen sie meist gleich ein Meer an Kratzspuren, ganz ähnlich wie Katzen.

Schäden in der Isolierung

Marder lieben Isolierung! Sie ist schön warm und kann wunderbar für den Nestbau verwendet werden. Daher richten Marder in der Wand oder im Auto oft Schäden in der Isolierung an. Dabei hinterlassen sie nicht nur Kratz- und Bissspuren; auffällig ist, dass ein Teil der Isolierung fehlt, die der Marder zum Nestbau mitnimmt.

Exkurs

Nestbau von Mardern

Im Februar beginnt die schwangere Marderfähe mit dem Nestbau, um Anfang März dort ihre Jungen zu gebären. Als Standort wählt sie einen dunklen, trockenen Ort wie der Dachboden, eine Scheune oder auch ein Schlupfloch in der Wand. Marder bevorzugen höher gelegene Verstecke, weswegen der Keller nur selten bewohnt wird. Baummarder ziehen ihre Jungen in Baumhöhlen oder verlassenen Vogelnestern auf. Gepolstert werden die Nester mit Blättern, Stroh, Isoliermaterial und anderen weichen Materialien.

Bisspuren von Mardern

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Um Öffnungen zu erweitern, kratzen und beißen Marder sie auf

Marder vergreifen sich bekanntlich gern an Schläuchen und Kabeln im Motorraum, aber mit etwas Pech kann auch ein Kabel in der Zwischendecke daran glauben.

Die Gründe für das Zubeißen sind nicht abschließend geklärt. Im Motorraum richten Marder (fast immer der zweite Marder) vermutlich aus Rivalität Schäden an, in der Zwischendecke oder auf dem Dachboden kann pure Neugier der Grund für einen Biss sein. Meist sind die Kabel und Schläuche jedoch nicht sauber durchgebissen, sondern lediglich angeknabbert, was der Grund dafür ist, dass der Schaden oft nicht auf Anhieb entdeckt wird.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich Marderspuren von Katzenspuren unterscheiden?

Marderspuren haben meist fünf Zehenabdrücke, während Katzen nur vier haben. Außerdem sind Katzenabdrücke eher rund (gleich breit wie lang), während Marderabdrücke länglicher sind. Das beste Erkennungsmerkmal sind die Krallenabdrücke, die bei Katzenspuren komplett fehlen.

Auf meinem Auto sind Marderspuren, was ist zu tun?

Während der erste Marder bei einem Besuch im Motorraum meist keinen Schaden anrichtet, beißt der zweite bei Witterung des Rivalen wild um sich. Diese Gefahr besteht besonders zur Paarungszeit im Sommer. Ist grad Sommer, sollten Sie Ihr Auto auf eventuelle Marderschäden untersuchen oder bei Schadensverdacht in die Werkstatt bringen.

Wie mache ich Marderspuren sichtbar?

Streuen Sie Mehl, Kalk oder feinen Sand dort aus, wo Sie den Durchgang eines Marders vermuten. Der Marder wird beim Betreten schöne, deutliche Spuren hinterlassen.

Text: Sara Müller
Artikelbilder: Zoltan Galantai/Shutterstock, E-lona/Shutterstock, Ondrej Prosicky/Shutterstock, Adrian Eugen Ciobaniuc/Shutterstock

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