Kakteen

Gibt es eine kaktusähnliche Pflanze? – Tipps zu Art und Pflege

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Kaktusähnliche Pflanzen, oft Sukkulenten genannt, beeindrucken durch ihre Anpassungsfähigkeit an trockene Lebensräume. Dieser Artikel beleuchtet die Vielfalt dieser Pflanzenfamilie, ihre Pflege und stellt beliebte Arten vor.

Kaktus verwechseln
Diese Wolfsmilch sieht dem Kaktus zum Verwechseln ähnlich

Was sind kaktusähnliche Pflanzen?

Kaktusähnliche Pflanzen, häufig als Sukkulenten bezeichnet, besitzen besondere Anpassungen, die es ihnen ermöglichen, in trockenen Lebensräumen zu überleben. Sie speichern Wasser in ihren Blättern, Stängeln oder Wurzeln, was ihnen erlaubt, lange Zeit ohne zusätzliche Wasserzufuhr auszukommen. Diese Pflanzen sind in der Lage, Wasser effizient zu speichern und ihre Verdunstung zu minimieren.

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Dornen oder Stacheln sind häufig anzutreffende Merkmale von Sukkulenten. Diese Strukturen dienen nicht nur als Schutz vor Fressfeinden, sondern reduzieren auch die Wasserverdunstung. Es existieren jedoch sowohl dornentragende als auch dornlose Sukkulenten. Kakteen, die zur Familie der Kakteengewächse (Cactaceae) gehören, weisen charakteristische Areolen (kissenartige Strukturen) auf, aus denen Dornen und Blüten wachsen.

Kakteen sind ursprünglich in Amerika beheimatet und können in unterschiedlichen Ökosystemen, von Wüsten bis zu tropischen Regenwäldern, vorkommen. Sukkulenten hingegen sind auf fast allen Kontinenten verbreitet, was ihre Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit unterstreicht. Diese robusten Pflanzen sind aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit und geringen Pflegeanforderungen bei Gärtnern und Pflanzenliebhabern sehr beliebt.

Arten von Sukkulenten

Sukkulenten werden basierend auf dem Pflanzenteil, in dem sie Wasser speichern, in drei Hauptkategorien unterteilt: Blattsukkulenten, Stammsukkulenten und Wurzelsukkulenten.

Blattsukkulenten

Blattsukkulenten speichern Wasser hauptsächlich in ihren dicken, fleischigen Blättern. Einige bekannte Beispiele sind:

  • Aloe Vera: Bekannt für ihre medizinischen Eigenschaften und pflegeleicht.
  • Echeveria: Bildet hübsche Rosetten und verträgt keine Frost.
  • Crassula ovata (Geldbaum): Oft als Zimmerpflanze gehalten und benötigt viel Licht.

Stammsukkulenten

Stammsukkulenten, die Wasser in verdickten Stämmen speichern, kommen oft in sehr trockenen Gebieten vor und haben oft Dornen zum Schutz:

  • Kakteen: Beispielsweise der Feigenkaktus, der an heiße und trockene Klimazonen angepasst ist.
  • Euphorbia: Viele Arten ähneln Kakteen, sind jedoch keine echten Kakteen.

Wurzelsukkulenten

Diese Pflanzen speichern Wasser in ihren Wurzeln. Obwohl weniger bekannt, sind sie ebenfalls anpassungsfähig:

  • Pachypodium: Besitzt verdickte Stämme und fleischige Wurzeln.
  • Pelargonium: Speichert Wasser sowohl in den Wurzeln als auch teilweise in den Stämmen.

Mithilfe dieser Kategorien können Sie je nach Standortbedingungen und Vorlieben eine passende Auswahl für Ihren Garten oder Ihr Zuhause treffen.

Merkmale von kaktusähnlichen Pflanzen

Die spezifischen Merkmale kaktusähnlicher Pflanzen sind entscheidend für ihr Überleben in extremen Umgebungen.

Wasserspeicherung

Sukkulenten speichern Wasser in verschiedenen Pflanzenteilen:

  • Blätter: Zum Beispiel Aloe Vera.
  • Stämme: Wie bei vielen Kakteenarten.
  • Wurzeln: Einige weniger bekannte Sukkulenten nutzen hierfür ihre Wurzeln.

Reduktion der Verdunstung

Zur Minimierung des Wasserverlustes haben Sukkulenten folgende Anpassungen:

  • Dornen: Diese dienen als umgebildete Blätter.
  • Wachsartige Beschichtung: Diese reduziert den Wasserverlust durch Verdunstung.

Anpassung der Photosynthese

Die Crassulaceen-Säurestoffwechsel-Photosynthese (CAM) ermöglicht es diesen Pflanzen, ihre Spaltöffnungen nachts zu öffnen und tagsüber geschlossen zu halten, um Wasser zu sparen.

Variabilität in Form und Struktur

Kaktusähnliche Pflanzen zeigen eine beeindruckende Vielfalt in Form und Struktur:

  • Stammsukkulenten: Zylindrische oder kugelförmige Stämme.
  • Blattsukkulenten: Dicke, saftige Blätter.
  • Wurzelsukkulenten: Wasserspeicherung in den Wurzeln.

Areolen

Areolen sind charakteristisch für Kakteen und unterscheiden sie von anderen Sukkulenten. Aus ihnen wachsen Dornen und Blüten.

Robustheit und Langlebigkeit

Kaktusähnliche Pflanzen sind bekannt für ihre Langlebigkeit und können bei richtiger Pflege hunderte von Jahren alt werden. Ihre widerstandsfähige Struktur unterstützt diese Langlebigkeit.

Diese Merkmale machen kaktusähnliche Pflanzen zu faszinierenden und pflegeleichten Begleitern, die wenig Pflege benötigen, aber dennoch eine hohe ästhetische Wirkung haben.

Pflege von kaktusähnlichen Pflanzen

Kaktusähnliche Pflanzen sind in der Regel pflegeleicht, erfordern aber dennoch einige grundsätzliche Maßnahmen für optimales Wachstum:

  • Licht: Sorgen Sie für ausreichend Licht, idealerweise sechs Stunden pro Tag, und schützen Sie die Pflanzen vor intensiver Mittagssonne.
  • Wasser: Gießen Sie sparsam. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben vollständig austrocknen, um Staunässe zu vermeiden.
  • Erde: Verwenden Sie gut durchlässige Erde, die speziell für Kakteen und Sukkulenten formuliert ist.
  • Temperatur: Ideale Raumtemperaturen liegen zwischen 18 und 24 Grad Celsius. Im Winter sollten die Pflanzen trocken und kühler stehen, etwa bei 10 Grad Celsius. Dies nennt man die Winterruhe der Kakteen.
  • Düngung: Düngen Sie sparsam während der Wachstumsperiode im Frühjahr und Sommer mit speziellem Kakteendünger.
  • Umtopfen: Topfen Sie die Pflanzen um, wenn sie zu groß werden oder die Erde ihre Struktur verliert. Verwenden Sie dabei gut drainierte Erde und entfernen Sie abgestorbene Wurzeln.
  • Luftfeuchtigkeit: Halten Sie die Luftfeuchtigkeit niedrig und vermeiden Sie das Besprühen der Pflanzen.

Beachten Sie die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Sukkulentenarten, um deren Gesundheit und Wachstum zu fördern.

Beliebte kaktusähnliche Pflanzen

Es gibt eine Vielzahl kaktusähnlicher Pflanzen, die sich hervorragend für die Zimmerkultur eignen:

  • Bogenhanf (Sansevieria): Pflegeleicht und gedeiht auch an dunkleren Standorten.
  • Geldbaum (Crassula ovata): Beliebt wegen seiner glänzenden Blätter und benötigt viel Licht.
  • Echeveria: Bildet schöne Rosetten und kommt in vielen Farben und Formen vor.
  • Haworthia: Kleinwüchsig und langsam wachsend, ideal für helle Standorte ohne direkte Sonne.
  • Aloe vera: Bekannt für ihre heilenden Eigenschaften und anspruchslose Pflege.
  • Rhipsalis: Hängende Sukkulente, die regelmäßig gegossen werden sollte.
  • Agave: Robust und benötigt viel Licht, sollte sparsam gegossen werden.
  • Euphorbia: Vielfältig in Erscheinung und Pflege, jedoch nicht mit echten Kakteen zu verwechseln.

Durch die richtige Pflege und Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen können diese Pflanzen eine lange Lebensdauer und eine beeindruckende Ästhetik bieten.

Bilder: seraficus / iStockphoto