So pflanzen Sie Sukkulenten vorbildlich – Tipps und Tricks für Hobbygärtner

Sukkulenten sind wie geschaffen für die fantasievolle Pflanzen-Komposition im Beet, Kübel und Blumentopf. Damit sich die bizarren Schönheiten perfekt in Szene setzen, sollten sie fachgerecht in die Erde gesetzt werden. Alle wichtigen Fragen rund um die gekonnte Pflanzung von Sukkulenten erhalten hier eine präzise Antwort.

Sukkulenten einsetzen
Sukkulenten machen sich hübsch in einem Terrarium
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Welchen Standort wünschen sich Sukkulenten?

Die große Pflanzenfamilie der Sukkulenten entstammt den sonnendurchfluteten, warmen Regionen dieser Erde. Daher bevorzugen sie allesamt einen sonnigen bis absonnigen Standort mit mindestens 4 Sonnenstunden täglich, zumindest zur Sommerzeit. Mehrheitlich sind Sukkulenten Kälte-empfindlich, sodass sie am liebsten unter normalen Zimmertemperaturen kultiviert werden. Einige wenige, winterharte Arten ertragen im Freiland bis – 20 Grad Celsius, wenn sie mit einem Nässe-Schutz ausgestattet sind.

Eine Ausnahme stellen Blattkakteen dar. Diese entstammen tropischen Regenwäldern, in denen ewiges Dämmerlicht herrscht. Schlumberga-Arten und Sorten beispielsweise möchten am halbschattigen, warmen Standort platziert sein.

Kann ich Sukkulenten vorziehen?

Für eine Anzucht aus Samen sind nicht alle Sukkulenten geeignet. Beste Ergebnisse sind zu erzielen mit Kakteen und Sempervivum, die in unseren Regionen häufig blühen und somit Früchte mit Samen hervorbringen. Im zeitigen Frühjahr ist die beste Zeit, um die Samen am hellen, warmen Fensterplatz auszusäen. Allerdings sollten Sie über einen langen Geduldsfaden verfügen, denn bis die ersten Sämlinge pikiert werden können, vergehen bis zu 12 Monate.

Sukkulenten in Schale oder Kübel pflanzen – Wie geht das?

Ihren unkomplizierten Charakter stellen Sukkulenten nicht nur in der Pflege unter Beweis. Bereits die Pflanzung geht selbst dem ungeübten Hausgärtner leicht von der Hand. So machen Sie es richtig:

  • Über der Bodenöffnung in Topf oder Schale eine Schicht Blähton oder Kieselsteinchen ausbreiten als Drainage
  • Darüber eine dünne Lage aus Sukkulentenerde einfüllen
  • Die ausgetopften Jungpflanzen einsetzen, indem die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird
  • Das Substrat andrücken und mit weichem Wasser besprühen
  • Nach einer Regenerationsphase von einer Woche zum ersten Mal gießen

Bitte beachten Sie, das zahlreiche Sukkulenten-Arten mit Dornen bewehrt sind. Tragen Sie daher bei Bedarf stachelfeste Handschuhe.

Worauf ist bei der Pflanzung im Beet zu achten?

Wählen Sie bitte einen sonnigen, warmen Standort mit gut durchlässiger Erde. Damit es im Freiland nicht zu Staunässe kommt, füllen Sie auf der Sohle der Pflanzgrube eine 1-2 cm dicke Schicht aus Splitt oder Kieselsteinen als Drainage ein. Den Aushub reichern Sie zu einem Drittel an mit kalkfreiem Quarzsand oder Lavagranulat für eine gute Durchlässigkeit. Haben Sie die Sukkulenten im Garten eingepflanzt, sollte die Erde mit einer Kiesabdeckung versehen werden. Dieser Trick verhindert unmittelbaren Bodenkontakt der Rosetten, sodass sich nach einem Regenschauer keine Fäulnis bilden kann.

Wie ist die perfekte Sukkulentenerde zusammengesetzt?

Die ideale Sukkulentenerde sollte in erster Linie leicht sauer, durchlässig und mager sein. Da normale Blumenerde diese Kriterien nicht erfüllt, bietet der Fachhandel spezielle Sukkulenten- oder Kakteenerde an. Möchten Sie das Substrat gerne selbst mischen? Dann hat sich eine Mischung aus 40 bis 60 Prozent Humus sowie 40 bis 60 Prozent anorganischen Bestandteilen bewährt, wie Bimskies, Blähton, Lavagranulat oder kalkfreier Quarzsand.

Wann ist die beste Pflanzzeit?

Für Sukkulenten im Topf ist vom Frühling bis zum Herbst Pflanzzeit. Lediglich während der winterlichen Ruhephase sollten die Pflanzen diesem Stress nicht ausgesetzt werden, zumal sich die Verwurzelung unnötig lange verzögert. Um Hauswurz, Dickblatt, Kaktus und Kollegen ins Beet zu pflanzen, warten Sie bitte bis Anfang/Mitte Mai, wenn keine Bodenfröste mehr zu befürchten sind.

Sukkulenten für draußen stets abhärten – so geht es

Sukkulenten sind nicht an direkte Sonne gewöhnt, wenn sie ins Beet ausgepflanzt oder auf den Balkon gestellt werden. Sogar Wüsten-Kakteen können einen irreversiblen Sonnenbrand erleiden, wenn sie unvermittelt den Sonnenstrahlen ausgesetzt werden. Unterziehen Sie die Pflanzen daher bitte einer Phase der Akklimatisierung. Zu diesem Zweck verweilen Sukkulenten für 8 bis 10 Tage am halbschattigen Standort im Garten oder auf dem Balkon. Diese Vorsichtsmaßnahme gilt für junge und adulte Exemplare gleichermaßen.

Sukkulenten vermehren – Wie gelingt es?

Nahezu alle Sukkulenten sind einfach zu vermehren. Von A, wie Aloe bis Z, wie Zamioculcas, haben sich die folgenden Methoden als erfolgversprechend herauskristallisiert:

  • Kindel oder Ableger: abschneiden, in einen Topf mit Sukkulentenerde pflanzen und pflegen, wie gewohnt
  • Blattstecklinge: abschneiden, an der Schnittstelle konisch zuschneiden und eintopfen
  • Aussaat: Samen einweichen, aussäen, dünn übersieben und mit weichem Wasser besprühen

Schneiden Sie Kindel, Ableger oder Blattstecklinge, lassen Sie die Schnittwunden bitte für 1 bis 2 Tage trocknen. An der Mutterpflanze bestäuben Sie die Schnittstelle mit Holzkohleasche oder Gesteinsmehl. Wichtig zu beachten ist, dass Sie stets scharfes, desinfiziertes Werkzeug verwenden.

Tipps

Kleine Sukkulenten-Arten, wie Hauswurze oder Kakteen sind perfekt geeignet für den angesagten Shabby Chic. Füllen Sie alte Schuhe, vermooste Tontöpfe oder einen ausgedienten Kochtopf mit Sukkulentenerde, um darin die Sukkulenten zu arrangieren. Solange eine Bodenöffnung als Wasserablauf oder eine Drainage schädliche Staunässe verhindern, fühlen sich die exotischen Schmuckstücke darin bestens aufgehoben.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Polina Letshina/Shutterstock

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