Welche Sukkulenten sind winterhart? – Tipps für die Überwinterung

Sukkulenten sind Meister in der Regulierung Ihres Wasserhaushaltes. Im Laufe ihrer Evolution haben sie gelernt, jeden Tropfen Wasser zu speichern und Trockenzeiten unbeschadet zu überstehen. Lesen Sie hier, welche Sukkulenten-Arten sich zugleich eine robuste Winterhärte erworben haben. So überwintern Sie die genialen Überlebenskünstler im Garten und auf dem Balkon.

Sukkulenten frostfest
Sempervivum ist winterhart
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Diese Sukkulenten sind dekorativ und winterhart – eine Selektion

Weil sich ihre Strategie als außerordentlich erfolgreich erwiesen hat, ist die Flora rund um den Globus reich bestückt mit Sukkulenten-Familien, Gattungen und Arten. Sie alle verfügen über die Fähigkeit, in ihren Blättern, Stämmen oder Wurzeln Wasser zu speichern, um davon in Trockenzeiten zu zehren. Lediglich eine Minderheit ist zugleich winterhart und von ansprechender Optik. Welche das sind, verrät die folgende Übersicht:

  • Kakteen (Cactaceae), vornehmlich Opuntia, Echinocereus, Escorbaria sowie Raritäten, wie Gymnocalycium und andere
  • Hauswurze (Sempervivum), nahezu alle der bekannten 200 Arten und zahllosen Hybriden
  • Dickblattgewächse (Echeveria), vornehmlich Echeveria elegans und Echeveria agavoides
  • Fetthennen (Sedum), hier alle in Europa und Asien beheimateten Arten und Sorten

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Darüber hinaus sind einige Palmlilien (Yucca) vollkommen frosthart. Hierzu zählen die populäre Fädige Palmlilie (Yucca filamentosa), die Blaue Palmlilie (Yucca baccata), die Kerzen-Palmlilie (Yucca gloriosa) sowie die Zwerg-Palmlilie (Yucca nana). Sie alle ertragen Minustemperaturen bis – 20 und – 26 Grad Celsius, sofern sie einen Schutz vor Nässe erhalten.

Bedingt frostfeste Sukkulenten für wintermilde Standorte

Einige der prachtvollsten Sukkulenten sind im Mittelamerika und Afrika beheimatet, wo in einigen Region im Winter das Thermometer deutlich unter den Gefrierpunkt fällt. Verfügt Ihr Garten über ein wintermildes Mikroklima oder befindet sich innerhalb der Winterhärtezonen Z8 und Z7, eignen sich die folgenden Sukkulenten für die Kultivierung im Freiland:

  • Aloen (Aloe), als einzige Art die wunderbare Aloe aristata mit den kleinen Zähnchen auf den fleischigen Blättern
  • Agaven (Agave), vornehmlich die Agave inaequidens sowie die Agave parryi

Die Aloe aristata verträgt kurzfristig Temperaturen bis – 5 Grad Celsius. Ist sie ausgestattet mit dem adäquaten Winterschutz, machen ihr Temperaturen bis – 12 Grad Celsius wenig aus. Robuster geben sich die beiden genannten Agaven, die bis – 20 Grad Celsius verkraften, sofern sie vor Nässe geschützt sind.

Nässe-Schutz ist das A und O – Tipps für die Überwinterung

Treffen Botaniker und Gärtnermeister Angaben zur Winterhärte von Sukkulenten, sind diese bezogen auf die trockenen Bedingungen in ihren Habitaten. Unter dem Einfluss des nass-kalten Winterwetters in Mitteleuropa reduziert sich die Frostresistenz deutlich. Indem Sie Ihren winterharten Sukkulenten einen Schutz vor Schnee und Regen bieten, wird die Widerstandskraft gestärkt. Diese Optionen haben sich in der Praxis gut bewährt:

  • Idealerweise einen Standort im Regenschatten wählen, wie unter dem Vordach, an der Haus- oder Terrassenwand
  • Einen Überbau konstruieren aus 4 Pfosten, einem Dach aus Plexiglas oder wetterfester Gewächshausfolie
  • Alternativ um die Sukkulenten herum ein Tomatenhaus aufbauen

Das Regendach sollte schräg abfallen, damit Wasser gut abläuft und sich kein Schneedruck aufbaut. Wichtig zu beachten ist, dass ein Nässeschutz an zwei Seiten offen ist, damit eine ungehinderte Luftzirkulation gewährleistet ist. Ein Überwinterungszelt ist nicht geeignet, um Sukkulenten im Freiland zu überwintern. Selbst bei täglichem Lüften bilden sich infolge der intensiven Verdunstung innerhalb kurzer Zeit Fäulnis und Schimmel an den sukkulenten Pflanzenteilen.

Sukkulenten im Kübel wünschen sich einen Wintermantel

Setzen sich Ihre winterharten Sukkulenten im Kübel auf Balkon und Terrasse in Szene, kommen sie ohne einen dicken Wintermantel nicht aus. Im knapp bemessenen Substratvolumen der Pflanzengefäße sind die Wurzelballen nicht ausreichend geschützt vor klirrendem Frost. Mit dieser Strategie bringen Sie die Pflanzen draußen gesund und munter durch die kalte Jahreszeit:

  • Vor dem ersten Frost die Kübel umräumen vor die Südwand des Hauses
  • Töpfe auf Holz oder Styropor stellen
  • Umhüllen mit mehreren Lagen Luftpolsterfolie
  • Darüber eine Kokosmatte ziehen, die den Topfrand um einige Zentimeter überragt
  • Das Substrat bedecken mit Laub oder Stroh

Verschiedene Sukkulenten-Arten ziehen sich während des Winters zusammen. Insbesondere Kakteen schrumpeln in Besorgnis-erregendem Umfang ein. Dieses Verhalten ist freilich Teil ihrer Überlebensstrategie und erfordert keine besonderen Maßnahmen.

Kleine Töpfe immer einräumen

In Töpfen mit einem Durchmesser von unter 30 cm stehen auch winterharte Sukkulenten auf verlorenem Posten. In diesem Fall empfehlen wir die Überwinterung im hellen, frostfreien Raum hinter Glas. Die Pflege beschränkt sich im Winterquartier auf ein wenig Gießen alle paar Wochen, damit die Erde nicht vollständig austrocknet. Dünger erhalten Ihre Wintergäste nicht. Sobald im Frühjahr keine strengen Fröste mehr zu erwarten sind, können Sie die Pflanzen ausräumen an ihren angestammten Standort.

Tipps

Wenngleich sich Sukkulenten in ihrem äußeren Erscheinungsbild deutlich unterscheiden, ziehen sie in puncto Substratqualität an einem Strang. Entscheidende Kriterien sind eine gute Durchlässigkeit und nährstoffarme Zusammensetzung. Im Garten favorisieren die markanten Pflanzen einen Platz im mageren Boden von Steingarten und Kiesbeet. Im Topf kommt spezielle Kakteen- oder Sukkulentenerde ihren Ansprüchen bestens entgegen.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: viks74/Shutterstock

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