Sukkulente

Sukkulenten erkennen: Schritt für Schritt zur richtigen Art

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Sukkulenten begeistern durch ihre Fähigkeit, Wasser in verschiedenen Pflanzenteilen zu speichern. Dieser Artikel erklärt die drei Wasserspeichersysteme und gibt Tipps zur Bestimmung gängiger Sukkulentenarten.

Sukkulenten erkennen
Es gibt mehrere tausend verschiedene Sukkulenten

Wasserspeichersysteme: Unterscheidung von Sukkulenten

Sukkulenten haben die bemerkenswerte Fähigkeit, Wasser in unterschiedlichen Pflanzenteilen zu speichern, um in trockenen Gebieten überleben zu können. Diese Wasserspeicher befinden sich entweder im Stamm, in den Blättern oder in den Wurzeln. Entsprechend lassen sich Sukkulenten in drei Hauptkategorien unterteilen: Stammsukkulenten, Blattsukkulenten und Wurzelsukkulenten.

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Stammsukkulenten: Kakteen und Co.

Stammsukkulenten speichern Wasser in ihrer Sprossachse. Diese Pflanzen haben oft fleischige, kugelförmige Stämme, die den Wasserverlust durch Verdunstung minimieren. Die Blätter sind stark reduziert oder zu Dornen umgebildet, sodass die Photosynthese in den grünen Rindenzellen der Sprossachse stattfindet.

  • Kakteen (Cactaceae): Kakteen wie der Feigenkaktus und der Mammillaria-Kaktus speichern Wasser in ihren dicken Stämmen, die oftmals von Dornen geschützt sind.
  • Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae): Pflanzen wie die Euphorbia haben diese Stammsukkulenz ebenfalls entwickelt.

Blattsukkulenten: Vielfalt in den Blättern

Blattsukkulenten speichern Wasser in ihren dicken, saftigen Blättern. Diese Pflanzen sind durch ihre fleischigen Blätter besonders gut an Trockenheit angepasst.

  • Echeveria: Bekannt für ihre rosettenförmigen Blätter, die oftmals eine wachsartige Oberfläche haben.
  • Crassula: Umfasst Pflanzen wie den Geldbaum mit runden, dicken Blättern.
  • Aloe Vera: Berühmt für ihre medizinischen Eigenschaften und ihre wasserhaltigen Blätter.
  • Gasteria und Haworthia: Ähneln der Aloe Vera, sind jedoch oft kleiner und ideal für Zimmer als kleine Sukkulenten.
  • Bogenhanf (Sansevieria): Besitzt schwertförmige Blätter, die ebenfalls Wasser speichern.

Wurzelsukkulenten: Unsichtbare Wasserspeicher

Wurzelsukkulenten speichern Wasser in ihren oft verdickten Wurzeln, was sie an sehr trockene Bedingungen anpasst, da sie Wasser tief im Boden speichern können.

Knolliger Sauerklee (Oxalis tuberosa): Ein typisches Beispiel für Wurzelsukkulenten, bei dem das Wasser in knolligen Wurzeln gespeichert wird.

Diese Vielfalt der Wasserspeicherstrategien ermöglicht es Sukkulenten, in unterschiedlichsten Lebensräumen zu überleben. Wenn Sie Ihre Pflanzensammlung erweitern möchten, können Sie anhand dieser Wasserspeichersysteme die passende Sukkulentenart für Ihre Bedürfnisse auswählen.

Bestimmungshilfen: Merkmale der Sukkulenten

Zur Bestimmung von Sukkulenten sollten Sie besondere Merkmale wie die Blattform, -farbe und -textur, die Anordnung der Blätter sowie die Erscheinung der Blüten und der gesamten Wuchsform beachten. Im Folgenden finden Sie eine detaillierte Übersicht zu charakteristischen Merkmalen gängiger Sukkulentenpflanzen:

Aeonium

Aeonium-Arten zeichnen sich durch rechteckige Blätter aus, die in Rosetten angeordnet sind. Diese Rosetten können einen Durchmesser von etwa 18 bis 22 Zentimetern erreichen. Eine Besonderheit ist die Blüte, die im Frühling oder Sommer erscheint und nach der Blüte stirbt, wobei neue Nebenrosetten entstehen.

Agave

Agaven haben große, schwertförmige Blätter, die in Rosetten angeordnet sind. Diese Blätter sind oft stachelig und durch eine wachsartige Schicht vor Verdunstung geschützt. Agaven entwickeln beeindruckende Blütenstände, die mehrere Meter hoch werden können. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab, und sie ähneln oft agavenähnlichen Pflanzen in ihrer Erscheinung.

Aloe

Aloe-Arten besitzen dicke, lanzenförmige Blätter, die rosettig am Stamm angeordnet sind. Die Blattränder sind oft mit kleinen Zähnen besetzt. Einige Arten erreichen eine Höhe von bis zu einem Meter.

Crassula

Crassula-Arten, bekannt als Dickblatt, haben dicke, fleischige Blätter, die häufig in Rosettenform wachsen. Ein bekanntes Beispiel ist der Geldbaum (Crassula ovata). Einige Arten zeigen kleine, sternförmige Blüten im Spätsommer oder Herbst.

Delosperma

Delosperma, auch Mittagsblume genannt, zeichnet sich durch bunte Blüten aus, die im Sommer erscheinen. Die Pflanzen sind winterhart, jedoch empfindlich gegenüber anhaltender Nässe.

Echeveria

Echeveria-Arten haben rosettenförmige Wuchsformen mit dicken, fleischigen Blättern. Diese Pflanzen ähneln Sempervivum (Hauswurz), sind jedoch nicht winterhart. Ihre Blüten erscheinen oft in leuchtenden Farben, und sie entwickeln manchmal einen langen Stiel.

Sedum

Sedum, bekannt als Fetthenne oder Mauerpfeffer, besitzt ebenfalls dicke, fleischige Blätter. Einige Sedum-Arten sind besonders winterhart und eignen sich gut für Steingärten. Sedum-Pflanzen zeigen oft reichlich kleine, sternförmige Blüten.

Sempervivum

Sempervivum, auch Hauswurz genannt, bildet dichte Rosetten aus dickfleischigen Blättern. Diese Pflanzen sind winterhart und blühen im Sommer mit kleinen, meist rosa oder roten Blüten.

Kalanchoe

Kalanchoe-Arten besitzen dicke, oft behaarte Blätter, die eine silbrige Oberfläche haben können. Diese Behaarung schützt die Pflanze vor zu starker Verdunstung. Besonders auffällig ist die Kalanchoe beharensis mit ihren großen, faltigen Blättern.

Diese spezifischen Merkmale helfen Ihnen, die verschiedenen Arten von Sukkulenten besser zu identifizieren und ihre individuellen Bedürfnisse zu verstehen. Nutzen Sie diese Hinweise, um Ihre Sammlung optimal zu pflegen und zu erweitern.

Bilder: asharkyu / Shutterstock