Aloe Vera

Mit bizarrer Silhouette und prächtiger Blüte sorgt die Aloe vera auf der Fensterbank für dekorative Diversität. Im gleichen Zug fungiert die exotische Pflanze als grüne Apotheke, dank ihres gehaltvollen Saftes. Schweben Ihnen noch Fragen zur richtigen Pflege des Sukkulenten vor, erhalten Sie hier eine profunde Antwort.

Aleo vera im Topf
Die Aloe vera kann aufgrund ihrer fehlenden Winterhärte bei uns nur im Topf gezogen werden

Aloe vera richtig pflanzen

Da es Aloe vera gänzlich an Winterhärte mangelt, kommt eine Kultivierung im Beet nur selten infrage. Daher ist die tropische Pflanze zumeist im dekorativen Kübel anzutreffen. Da die prächtige Blume im Handel häufig in ungeeigneter Blumenerde angeboten wird, empfehlen wir ein sofortiges Pflanzen nach dem Erwerb in geeignetes Substrat. Kakteenerde ist ausgezeichnet angepasst auf die Bedürfnisse der sukkulenten Wüstenlilie. So gelingt es fachgerecht:

  • Über dem Wasserablauf im Kübelboden Tonscherben oder Blähton ausbreiten als Drainage
  • Das Pflanzgefäß zur Hälfte bis drei Viertel füllen mit Substrat
  • Die junge Pflanze einpflanzen bis knapp unterhalb der unteren Blätter

Frisch eingepflanzte Aloe vera wird durchdringend angegossen, um sie anschließend am halbschattigen Standort bis zur nächsten Wassergabe gut antrocknen zu lassen. Nach 3 bis 4 Wochen der Eingewöhnung, freut sich die Wüstenlilie über einen sonnigen Platz auf der Fensterbank oder dem sommerlichen Balkon.
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Pflegetipps

Die ebenso spektakuläre wie nützliche Pflanze erfüllt ihre Aufgaben, ohne nach einer aufwändigen Pflege zu verlangen. Befindet sich der Standort an einem sonnigen und warmen Platz, mit Temperaturen von mehr als 10 Grad Celsius, dreht sich die Pflege um folgende Maßnahmen:

  • Die Pflanze mäßig gießen, um das Substrat zwischenzeitlich gut antrocknen zu lassen
  • Vorzugsweise kalkarmes Wasser verwenden, das von unten verabreicht wird
  • Von März bis Oktober alle 4 Wochen flüssigen Kakteendünger applizieren
  • Vergilbte, eingezogene Blätter am äußeren Rand anschneiden und herausdrehen

Verbringt die Pflanze im Verlauf der winterlichen Wachstumsruhe 4-5 Wochen bei kühlen 10 bis 13 Grad, trägt diese Vorkehrung maßgeblich zu einer üppigen Blüteninduktion bei. Gießen Sie während der Vegetationspause lediglich ein bis zwei Mal im Monat und verabreichen Sie keinen Dünger. Alle 2 bis 3 Jahre topfen Sie die exotische Blume im zeitigen Frühjahr um in einen größeren Topf.
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Welcher Standort ist geeignet?

Eingewandert aus den tropischen und subtropischen Regionen dieser Erde, erweist sich die exotische Blume als Sonnenanbeter. Der ideale Standort sollte nach folgenden Kriterien gewählt werden:

  • Sonnige bis halbschattige Lage ohne pralle Mittagssonne hinter Glas
  • Im Sommer gerne vollsonnig nach einer Eingewöhnungsphase
  • Warm und geschützt vor prasselndem Regen

Solange sich die Temperaturen über 10 Grad Celsius bewegen, hält sich Aloe vera gerne auf dem sonnendurchfluteten Balkon oder im Beet auf. Ansonsten favorisiert die Blume einen Platz am Süd- oder Westfenster des Hauses, bei Temperaturen von 20-25 Grad Celsius.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

In magerer, gut durchlässiger Erde fühlt sich die exotische Pflanze heimisch. Ziert die Blume den sommerlichen Garten, ist ihr ein Platz im Kiesbeet oder Steingarten besonders willkommen. Da Aloe vera in den hiesigen Breiten nicht winterhart ist, kultiviert die Mehrheit der Hobbygärtner die Pflanze im Kübel. Ein geeignetes Substrat sollte so beschaffen sein:

  • Handelsübliche Kakteenerde, Pikiersubstrat oder Einheitserde
  • Eine Mischung aus je einem Teil Gartenerde, Torfkultursubstrat und Sand
  • Wahlweise ein Gemenge aus Lehmerde, Torf, Sand und Lavagranulat

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Wann ist Blütezeit?

Die zylindrischen, bis zu 40 cm langen Blütenstände setzen sich nach einer kühlen Überwinterung bei 10-13 Grad Celsius im Frühling dekorativ in Szene. Straff aufrecht erheben sich die gelben, roten oder orangefarbenen Trauben über den grau-grünen Blättern. Zu dieser Meisterleistung ist die Blume freilich frühestens ab einem Alter von 3 Jahren in der Lage.

Aloe vera richtig schneiden

Um die gehaltvollen Blätter zu ernten oder den harmonischen Habitus der Pflanze zu bewahren, ist ganzjährig ein Schnitt möglich. Mit einem scharfen, desinfizierten Messer schneiden Sie die äußeren Blätter lediglich ein wenig an, um sie anschließend herauszudrehen. Auf diese Weise halten Sie die Wunde möglichst klein. Bestäuben Sie die offene Gewebewunde noch mit Holzkohlepulver, um sie zu versiegeln. Achten Sie beim Schneiden einer Aloe vera auf die bewehren Ränder der Blätter und schützen sich mit Handschuhen vor Verletzungen.
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Aloe vera gießen

Als Sukkulent hat sich die Pflanze darauf eingestellt, Wasser über längere Zeit zu speichern und auf diese Weise Dürreperioden zu überstehen. In der Wasserversorgung dieser tropischen Blume ist daher ein Umdenken gegenüber dem klassischen Gießen von Zimmerpflanzen erforderlich. Im Zweifel lassen Sie die Pflanze trockener stehen, als ihr eine schädlich hohe Wasserdosis zu verabreichen. So machen Sie es richtig:

  • Aloe vera erst dann gießen, wenn die oberen 3-4 cm des Substrats getrocknet sind
  • Auf keinen Fall in die Blattrosette gießen
  • Das überschüssige Wasser muss unbedingt frei ablaufen können
  • Den Untersetzer spätestens nach 5 Minuten entleeren, damit sich keine Staunässe bildet
  • Im sommerlichen Garten einzig bei andauernder Dürre ein bis zwei Mal im Monat gießen

Verwenden Sie vorzugsweise gesammeltes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser, da ein Kalküberschuss im Substrat zu Blattchlorosen führen kann.
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Aloe vera richtig düngen

Die Nährstoffzufuhr beschränkt sich auf die Gabe von flüssigem Kakteendünger in der Zeit von März bis Oktober. Verabreichen Sie das Präparat nicht auf trockenes Substrat, da in diesem Fall die Wurzeln Salzverbrennungen erleiden können. Im Zweifel feuchten Sie die Pflanze zunächst mit klarem Wasser ein wenig an.
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Überwintern

Verbrachte die tropische Pflanze den Sommer unter freiem Himmel, siedelt sie im Herbst um ins geschützte Haus auf die Fensterbank oder in den Wintergarten. Spätestens wenn die Quecksilbersäule die 10-Grad-Marke unterschreitet, ist Umzugszeit. Eine kühle Überwinterung bei 10 bis 13 Grad Celsius am hellen Standort wirkt sich förderlich auf die ersehnte Blüteninduktion aus. Gedüngt wird von November bis Februar nicht. Gießen beschränkt sich auf gelegentliche Wassergaben von ein bis zwei Mal im Monat.
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Aloe vera vermehren

Die Aloe vera Pflanze sorgt aus eigener Kraft für Nachwuchs, indem sie in Wurzelnähe Kindel sprießen lässt. An einer adulten Blume gedeihen bei guter Pflege gleich mehrere Tochterpflanzen. Diese schneiden Sie ab einer Wuchshöhe von 10 bis 15 cm mit einem scharfen, desinfizierten Messer ab. Daraufhin füllen Sie Anzuchttöpfe mit Kakteenerde, um die Winzlinge darin zu pflegen, bis sie ein eigenes Wurzelsystem entwickelt haben. Für diesen Prozess nimmt sich eine junge Aloe vera bis zu 3 Monate Zeit, die sie an einem halbschattigen, warmen Standort verbringt.
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Wie pflanze ich richtig um?

Das zeitige Frühjahr ist der beste Termin, die Aloe vera Pflanze in einen größeren Kübel umzupflanzen. In Anbetracht des gemächlichen Wachstums, ist diese Pflegemaßnahme lediglich alle 2-3 Jahre erforderlich. Verwenden Sie frische Sukkulentenerde mit Lavagranulat als Substrat und fügen Sie über dem Wasserablauf im Boden eine Drainage ein. In den ersten drei Wochen nach dem Umpflanzen sollte die Pflanze nicht unter direkte Sonneneinstrahlung geraten.

Aloe vera blüht nicht

Halten alle Pflegemaßnahmen rund um die Pflanze einer kritischen Prüfung stand und dennoch bleibt die Blüte aus? Dann haben Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine sehr junge Aloe vera vor sich. In den ersten 3 bis 4 Lebensjahren sammelt die Blume die nötigen Kräfte, um die imposante Blüte hervorzubringen. Behalten Sie die fachgerechte Pflege bei, einschließlich einer 4-wöchigen Winterruhe bei 10-13 Grad Celsius, wird die Pflanze Sie bald mit einem ersten Blütenstand überraschen.

Braune Blätter

Nehmen die Blätter Ihrer exotischen Blume eine braune Farbe an, rührt dieser Umstand nicht aus einem Versäumnis in der Pflege her. Tatsächlich reagiert die Pflanze in dieser Weise auf intensive Sonneneinstrahlung. Weisen Sie der Blume einen halbschattigen Standort zu oder wird sie am Südfenster durch eine Gardine geschützt, bleiben die Blätter grün.
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Gelbe Blätter

Färben sich einzig die äußeren Blätter gelb, während die Pflanze im Inneren grün gedeiht, handelt es sich um einen vollkommen natürlichen Vorgang. Die Blume zieht mit fortschreitendem Alter ausgediente Blätter ein, um Platz zu schaffen für frisches Laub. Nehmen hingegen alle Blätter eine gelbe Farbe an, überprüfen Sie den Wasserhaushalt. Zu reichliches Gießen mit kalkhaltigem Leitungswasser schadet der Pflanze nachhaltig und verursacht die Gelbfärbung als klassisches Symptom für Blattchlorose.
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Kann Aloe vera draußen platziert werden?

Je mehr Sonne die Wüstenlilie tanken kann, desto opulenter entwickelt sich ihr einzigartiger Pflanzenkörper. Da die Blume andererseits Temperaturen unter 10 Grad Celsius nicht verkraftet, beschränkt sich die Dauer eines Aufenthaltes unter freiem Himmel auf die Sommermonate. Sobald die Quecksilbersäule im Frühling die 10-Grad-Marke übersteigt, siedelt Aloe vera um auf den Balkon. Bevor Ihr Prachtstück unter volle Sonneneinstrahlung gerät, sollte eine 8-tägige Phase der Abhärtung am halbschattigen Standort stattfinden. Wahlweise setzen Sie die Pflanze den Sommer hindurch in die magere Erde des Steingartens, um dort alle Blicke auf sich zu ziehen. Solange Aloe vera im Herbst rechtzeitig eingeräumt wird in ein geschütztes Winterquartier, spricht nichts gegen ein alljährliches Gastspiel im Freiland.
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Trivia

Die märchenhafte Schönheit der ägyptischen Herrscherin Kleopatra führt die Geschichtsschreibung unter anderem auf die Verwendung von reichhaltigem Saft der Aleo Vera Pflanze zurück. Ebenso heißt es, die sagenumwobene Königin Nofretete pflegte sich täglich mit einem Fluidum, das aus dieser Blume gewonnen wurde. Überhaupt begleitete Aloe vera einige der berühmtesten Herrscher der Menschheitsgeschichte. So griff Alexander der Große während seiner Feldzüge auf das gehaltvolle Aloe-Gel der Pflanze zurück, um die Verletzungen seiner Krieger zu heilen.

Text: Paula Jansen

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