Weihnachtskaktus: Pflege und Sorten

Die Weihnachtskaktus trägt seinen Namen nicht ohne Grund, schließlich zeigt der Winterblüher seine prächtige Blütenpracht stets um das Weihnachtsfest herum. Die exotische Zimmerpflanze gehört - auch wenn es auf den ersten Blick schwer zu glauben ist - zu den Kakteen, besitzt jedoch im Gegensatz zu ihren wüstenbewohnenden Vettern keine Stacheln und auch sonst ein eher kakteenuntypisches Aussehen. Damit Sie sich an den roten, gelben, weißen oder orangefarbenen Blüten lange erfreuen können, braucht Schlumbergera, so der wissenschaftliche Name, spezielle Pflege.

weihnachtskaktus
Der Weihnachtskaktus blüht zur Weihnachtszeit

Herkunft

„Weihnachtskaktus“ ist im Grunde genommen keine Artbezeichnung, sondern ein Sammelbegriff für mehrere Arten von Blattkakteen aus der Gattung Schlumbergera. Diese sind in den Küstenwäldern Brasiliens beheimatet, wo sie als Aufsitzerpflanzen (botanisch Epiphyten) auf hohen Urwaldbäumen wachsen. Bei den für die Wohnungskultur gezüchteten Exemplaren handelt es sich ausschließlich um Hybriden, wohingegen die Wildformen als Zimmerpflanzen keinerlei Rolle spielen und an ihren natürlichen Standorten in ihrem Bestand ohnehin stark gefährdet sind. Der wissenschaftliche Name des Weihnachtskaktusses, Schlumbergera, geht auf den französischen Kakteensammler und -züchter Frédéric Schlumberger zurück.
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Verwendung

Da Weihnachtskakteen aus subtropischen und tropischen Regionen stammen, sind sie hierzulande nicht winterhart und finden daher ausschließlich als Zimmerpflanzen Verwendung. Da die Blüte typischerweise während der Weihnachtszeit erscheint, ist Schlumbergera mittlerweile in vielen Haushalten Teil der Weihnachtsdekoration und deshalb kurz vor den Festtagen in vielen Geschäften erhältlich. Besonders gut kommen die herabhängenden Triebe dieser Kakteenart in Blumenampeln oder hohen Gefäßen zur Geltung, bei denen die farbenprächtigen, üppigen Blüten locker über den Rand hinauswachsen können.

Wuchs und Größe

Im Gegensatz zu vielen anderen Kakteenarten weist der Weihnachtskaktus ein strauchiges Wachstum mit langen, flachen und fleischigen Trieben auf. Diese hängen aufgrund ihrer Länge und ihres Gewichtes herunter, weshalb die Pflanze am besten in hohen Töpfen oder Ampeln kultiviert wird. Außerdem besitzt der Weihnachtskaktus keine klassischen Stacheln, wie sie sonst für Kakteengewächse charakteristisch sind, sondern stattdessen feine Borsten an den Blatträndern. Bei entsprechend guter Pflege kann der beliebte Blattkaktus viele Jahrzehnte alt und bis zu 40 Zentimeter hoch werden. Sehr alte Exemplare messen durchaus einen Meter und mehr im Durchmesser, zudem verholzen die Pflanzen mit den Jahren von unten her.

Blüte, Farben und Blütezeit

Der Weihnachtskaktus ist vor allem wegen seiner auffälligen Blüten so beliebt. Diese befinden sich immer an den Triebspitzen, haben eine längliche Form und sind wie Schuppen ineinander geschoben. Die Blütenblätter selbst sind dabei etwas nach hinten gebogen, so dass die gelben Staubgefäße deutlich herausschauen. Bis zu zehn Zentimeter können die hübschen Blütenstände werden, die es in verschiedenen Rot-, Rosa- und Gelbtönen sowie in Weiß gibt. Zwischen November und Januar bildet Schlumbergera sehr viele dieser Blüten aus, wobei die individuellen Exemplare maximal fünf bis sieben Tage halten und somit nicht besonders langlebig sind. Aufgrund der – bei guter Pflege – schieren Masse fällt die kurze Blühzeit jedoch kaum auf.

Blätter

Typisch für den Weihnachtskaktus sind seine langen, flachen und kräftig grünen Triebe, die aus mehreren, meist oval bis länglich eiförmig geformten und eingeschnittenen Blattgliedern bestehen. An ihrem Rand befinden sich winzige, Borsten tragende Areolen. Die einzelnen Triebe können bis zu einen Meter lang werden.

Früchte

Eine erfolgreiche Befruchtung der Blüten kommt bei Zimmerkultur eigentlich nie vor, was einerseits an den zur winterlichen Jahreszeit fehlenden Insekten als auch an der Tatsache, dass es sich um zumeist sterile Hybriden handelt, liegt. Darum bilden Weihnachtskakteen in der Regel keine Früchte aus. Tun sie es dennoch, dann entwickeln sich unscheinbare Beeren. In diesen befindet sich der winzige, lediglich einen Millimeter große Samen.

Ist Weihnachtskaktus giftig?

Schlumbergera gilt als gering giftig, stellt jedoch zumindest für Erwachsene keine Gefahr dar. Trotzdem sollten Sie keine Pflanzenteile verzehren, da dies zu unangenehmen, leichten Vergiftungserscheinungen führen kann. Auch austretenden Pflanzensaft ist nach Möglichkeit nicht mit bloßen Fingern zu berühren, denn er kann bei empfindlichen Personen zu Hautirritationen führen. Platzieren Sie den Weihnachtskaktus außerhalb der Reichweite von Kindern und suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf, wenn Ihr Kind Teile der Pflanze gegessen haben sollte.

Für Katzen stellt der Weihnachtskaktus dagegen eine ungleich größere Gefahr dar, weshalb Sie die Pflanze in einem Katzen-Haushalt für die Tiere stets unerreichbar aufstellen sollten. Bekanntlich knabbern die neugieren Fellfreunde gern an Zimmerpflanzen und besitzen oft kein natürliches Gespür mehr dafür, was giftig ist und was nicht. Hat Ihre hungrige Katze vom Weihnachtskaktus probiert und zeigt typische Vergiftungserscheinungen wie etwa Durchfall und Erbrechen, so sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
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Welcher Standort ist geeignet?

Als typischer Regenwaldbewohner mag der Weihnachtskaktus keine direkte Sonne, sollte aber dennoch hell stehen. Platzieren Sie die Pflanze also möglichst nicht direkt an einem nach Süden ausgerichteten Fenster, sondern eher absonnig. Ideal sind nach Osten oder Westen weisende Fenster, wobei Schlumbergera jedoch nicht direkt über einer Heizung und auch nicht in dauernder Zugluft stehen sollte. Bei starker Sonneneinstrahlung über die Mittagszeit ist es sinnvoll, die Pflanze insbesondere in den Sommermonaten zu schattieren.

Im Sommer fühlt sich der Weihnachtskaktus jedoch auch an einem halbschattigen Platz im Freien, etwa auf dem Balkon oder auf der Terrasse, wohl. Zwischen August und September sollten Sie ihn jedoch möglichst dunkel stellen, wenig gießen und düngen: Als Kurztagspflanze bildet Schlumbergera erst dann Knospen, wenn die Tage kürzer werden, es nachts mindestens 12 Stunden dunkel ist und die durchschnittliche Tagestemperatur auf unter 23 Grad sinkt.

Achten Sie außerdem darauf, den Standort möglichst nicht oder nur sehr selten zu ändern und die Pflanze nach dem Erscheinen der Knospen nicht mehr zu drehen. Auf Standortänderungen reagiert der Weihnachtskaktus oft sehr empfindlich und wirft in Folge einer solchen Maßnahme gern einmal Knospen und Blüten ab.
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Substrat

Am wohlsten fühlt sich Schlumbergera in lockerer Kakteenerde, die Sie aufgrund der besseren Durchlässigkeit mit Blähton oder Perlite mischen können. Achten Sie jedoch darauf, dass die Pflanzerde frei von Torf ist. Das Material wird vielen handelsüblichen Blumenerden gern hinzugefügt, allerdings von Kakteen wie dem Weihnachtskaktus nicht vertragen. Auch eine gute Topfdrainage ist wichtig, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann und sich Staunässe erst gar nicht bildet.

Setzen Sie den Weihnachtskaktus am besten gleich nach dem Kauf in ein neues Pflanzgefäß mit frischer Erde, da die Töpfe aus den Gärtnereien erfahrungsgemäß viel zu klein sind.

Weihnachtskaktus gießen

Als Regenwaldbewohner braucht der Weihnachtskaktus eine recht hohe Luftfeuchtigkeit, weshalb er möglichst nicht über einer Heizung gepflegt werden sollte. Besprühen Sie die Pflanze regelmäßig mit kalkarmem Wasser, um so angenehmere Bedingungen zu schaffen. Hierzulande sind im Winter viele Wohnungen für Tropenbewohner im Grunde zu trocken. Eine weitere Besonderheit Schlumbergeras ist seine Empfindlichkeit in Bezug auf kalkhaltiges Wasser, welches die Pflanze absterben lassen kann. Verwenden Sie zum Gießen der Pflanzen daher möglichst Regenwasser, abgekochtes (und abgekühltes!) oder sehr gut abgestandenes Leitungswasser.

Das Gießwasser sollte zudem Zimmertemperatur haben und nicht frisch und kalt aus der Leitung kommen. Den richtigen Zeitpunkt zum Wässern ermitteln Sie durch eine Fingerprobe: Die obere Substratschicht sollte zwischen den einzelnen Wassergaben immer ganz abtrocknen. Nach dem Gießen sollte der Wurzelballen jedoch vollständig durchfeuchtet sein, wobei überschüssiges und in den Übertopf gelaufenes Gießwasser stets zu entfernen ist.

Welke Blätter weisen in der Regel auf zu feuchtes Substrat hin, können aber auch ein Hinweis auf Wassermangel sein. Dieser tritt oft durch die Verwendung torfhaltiger Blumenerde auf, da Torf schnell austrocknet und in diesem Zustand kein Wasser mehr aufnehmen und natürlich auch nicht mehr an die Wurzeln weiterleiten kann.
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Weihnachtskaktus richtig düngen

Düngen Sie den Weihnachtskaktus nur während der Zeit der Knospenbildung sowie zur Blütezeit, also zwischen den Monaten Oktober und Januar / Februar. Verabreichen Sie der Pflanze etwa alle zwei bis drei Wochen Kakteendünger, der die benötigten Nährstoffe in der optimalen Konzentration enthält.
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Weihnachtskaktus richtig schneiden

Der Weihnachtskaktus sollte nach Möglichkeit nicht geschnitten werden, da dies das Wachstum sowie die Blütenbildung negativ beeinflussen kann. Ohnehin ist diese Maßnahme nicht notwendig, außer Sie wollen Stecklinge für die Vermehrung gewinnen oder eine zu umfangreich gewordene Pflanze verkleinern. In diesem Fall drehen Sie die Blattglieder einfach vorsichtig ab.

Verblühtes zupfen Sie ebenfalls vorsichtig ab, denn so lässt sich Schlumbergera häufig zu weiteren Blühzyklen überreden. Zwischen mehreren Blütenzyklen legt die Pflanze in der Regel eine Pause von bis zu sechs Wochen ein, während der Sie seltener gegossen und gedüngt sowie dunkler und kühler (jedoch nicht weniger als 16 °C!) gestellt wird.
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Weihnachtskaktus vermehren

Das Vermehren eines Schlumbergera gelingt ganz einfach: Drehen Sie einfach einige gesunde, kräftige und nicht blühende Blattglieder ab, lassen Sie sie etwas antrocknen und stecken Sie diese anschließend in torffreie Kakteenerde, Perlite oder Sand. Besprühen Sie die Stecklinge nur wenig, da hohe Feuchtigkeit zum Bewurzeln von Kakteen kontraproduktiv ist. Der Weihnachtskaktus bildet hier keine Ausnahme.

Aus demselben Grund sollten Sie auch keinesfalls versuchen, die Blattglieder im Wasser zu bewurzeln. Was bei vielen Pflanzen problemlos klappt, führt in diesem Fall lediglich zu Schimmel und Fäulnis.

Die beste Zeit für die Vermehrung ist übrigens direkt nach der Blüte, etwa ab Februar / März. In dieser Zeit startet der Weihnachtskaktus in seine Wachstumsphase und ist ohnehin von Natur aus auf die Produktion von Wachstumsstoffen getrimmt. Bis die kleinen Stecklinge jedoch Wurzeln gebildet haben, können einige Wochen ins Land gehen: Haben Sie Geduld und stellen Sie den Anzuchttopf bis dahin an einen hellen und warmen Ort.

Aussaat

Grundsätzlich ist auch eine Vermehrung über Samen – entweder selbst gesammelt oder im Handel gekauft – möglich, wobei diese Vorgehensweise sehr viel Zeit in Anspruch nimmt und auch nicht ohne Tücken ist. Zunächst einmal brauchen Sie dafür Samen, die Sie mit etwas Glück selbst gewinnen können. Dafür brauchen Sie mindestens zwei blühende Schlumbergera, die nicht miteinander verwandt sind – es darf sich also nicht um Mutterpflanze und Ableger oder Stecklinge ein und derselben Mutterpflanze handeln. Bestäuben Sie die Blüten spätestens drei Tage, nachdem diese sich geöffnet haben mit Hilfe eines feinen Pinsels. Mit diesem übertragen Sie den Pollen von den Blüten der einen zu denen der anderen. Die Befruchtung ist geglückt, wenn der Fruchtknoten anschließend nicht eintrocknet, sondern anschwillt. Nun heißt es jedoch Geduld haben, denn es dauert bis zu einem halben Jahr bis die Früchte reif zur Samenernte sind. Sie erkennen den perfekten Reifegrad daran, dass die nun etwa einen Zentimeter großen, runden Beeren sich rosa verfärben.

Schneiden Sie die Früchte auf, holen Sie die schwarz glänzenden Samen heraus und befreien Sie diese sorgfältig von anhaftenden Fruchtfleisch. Säen Sie die Samen auf Sand oder nährstoffarmer Anzuchterde aus. Da es sich um einen Lichtkeimer handelt, dürfen die Körner nicht mit dem Substrat bedeckt werden. Am besten ziehen Sie die kleinen Kakteen in einem Zimmergewächshaus, denn gespannte Luft – also eine hohe Luftfeuchtigkeit – ist für die erfolgreiche Keimung unerlässlich. Ideal sind Temperaturen zwischen 22 und 28 °C.
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Umtopfen

Topfen Sie den Weihnachtskaktus immer dann um, wenn die Wurzeln den bisherigen Pflanztopf vollständig ausfüllen. Selbst wenn dies nicht notwendig sein sollte, ist die Pflanze etwa alle zwei bis drei Jahre mit frischem Substrat zu versorgen.
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Überwintern

Der Weihnachtskaktus ist in unseren Breiten nicht winterhart und darf daher, wenn überhaupt, nur in warmen Sommern an ein geschütztes Plätzchen im Freien. Nichtsdestotrotz benötigt die Pflanze eine Ruheperiode, während der die Knospen für die neue Blütezeit ausgebildet werden. Dazu kultivieren Sie Schlumbergera im September an einem schattigen Plätzchen bei möglichst 12 bis 17 °C, gießen ihn nur sehr mäßig und düngen ihn nicht. Nachts sollte es mindestens 12 Stunden dunkel sein, weshalb die Pflanze möglichst in einem abends nicht künstlich beleuchteten Raum stehen sollte. Temperaturen von unter zehn Grad Celsius werden nicht vertragen. Ab Oktober kann das Gewächs schließlich wieder an seinen angestammten Standort und wird wie gehabt gegossen und gedüngt.
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Krankheiten

Durch Pilze oder andere Erreger verursachte Krankheiten sind bei Schlumbergera sehr selten. Stattdessen neigen diese Kakteen dazu, bei Unwohlsein die Blütenknospen abzuwerfen. Hierfür gibt es viele Gründe: Zugluft, rasche Temperaturänderungen, ein eingetrockneter Wurzelballen oder Staunässe sind mögliche Ursachen. Auch das Drehen des Weihnachtskaktusses führt oft zum Knospenabwurf, da diese sich anschließend erneut dem Licht zuwenden, dadurch geschwächt werden und daher abfallen. Achten Sie also darauf, insbesondere während der Zeit der Knospenbildung die Stellung zur Lichtquelle nicht zu verändern.
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Schädlinge

Auch Schädlinge treten an Schlumbergera selten auf. Öfter beobachtet wird lediglich ein Befall mit Woll- und Schmierläusen, deren kleine, weiße „Wattebäusche“ an den grünen Blättern der Pflanze gut zu erkennen sind. Sie lassen sich recht einfach abwischen, wozu Sie beispielsweise simple Baby-Feuchttücher verwenden können.

Tipps

Wenn Schlumbergera nicht blüht, dann oft aufgrund der fehlenden Ruheperiode oder weil Nährstoffe fehlen.

Sorten

Sechs verschiedene Arten der Weihnachtskakteen gibt es, wobei für die Zimmerkultur lediglich Hybriden in verschiedenen Farben angeboten werden. Schlumbergera blüht dabei meist in rot, es gibt jedoch auch rosa- und orangefarbene sowie gelbe und weiße Formen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Evgeniya Usynina/Shutterstock

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