Hochbeet

Hochbeet selbst bauen: Einfache Anleitung für Einsteiger

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Hochbeete ermöglichen rückenschonendes Gärtnern und bieten ideale Bedingungen für Pflanzen. Dieser Artikel beleuchtet die Materialauswahl, den optimalen Standort, Planung, Bau und Befüllung eines Hochbeets.

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Eine Umrandung aus Brettern ist eine der einfachsten Lösungen

Materialauswahl für ein Hochbeet

Die Wahl des Materials für Ihr Hochbeet ist entscheidend für dessen Langlebigkeit und Aussehen. Holz ist besonders beliebt, da es leicht zu bearbeiten ist und eine natürliche Optik bietet. Besonders langlebige Harthölzer wie Lärche, Robinie oder Douglasie sind ideal, da sie ohne zusätzliche Behandlung widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit und Verrottung sind. Weichhölzer wie Fichte oder Tanne sind kostengünstiger, jedoch weniger haltbar und erfordern meistens eine Behandlung mit natürlichen Lasuren wie Leinöl, um die Lebensdauer zu erhöhen.

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Neben Holz gibt es viele andere Materialien:

  • Metall: Sehr langlebig und witterungsbeständig, jedoch teurer in der Anschaffung.
  • Kunststoff: Leicht und witterungsbeständig, birgt jedoch das Risiko der Abgabe von Mikroplastik an die Umwelt.
  • Stein oder Ziegel: Robust und ästhetisch ansprechend, jedoch schwer zu verarbeiten und teuer.
  • Betonplatten: Widerstandsfähig und langlebig, aber ebenfalls schwer zu verarbeiten.
  • Paletten: Kostengünstig und einfach verfügbar, jedoch weniger langlebig und erfordern oft eine Behandlung zur Erhöhung der Haltbarkeit.

Standortwahl für das Hochbeet

Der richtige Standort ist entscheidend für das Pflanzenwachstum und den Ernteerfolg:

  • Sonnenlicht: Mindestens sechs Stunden direkte Sonnenstrahlung pro Tag sind optimal. Ein Platz im sonnigen bis halbschattigen Bereich ist ideal.
  • Ebenheit: Ein ebener Untergrund verhindert das Absinken des Hochbeets und sorgt für Stabilität.
  • Windschutz: Ein leicht windgeschützter Bereich, wie in der Nähe einer Hecke oder eines Zauns, schützt empfindliche Pflanzen vor Windschäden.
  • Ausrichtung: Stellen Sie das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung auf, damit die Pflanzen den ganzen Tag über optimal belichtet werden.
  • Wasserzugang: Ein Standort in der Nähe einer Wasserquelle erleichtert die Bewässerung.

Planung und Dimensionierung

Eine sorgfältige Planung der Größe und Höhe des Hochbeets ist erforderlich. Eine empfohlene Breite von 120 bis 130 Zentimetern ermöglicht das Erreichen der Beetmitte von beiden Seiten. Die Länge richtet sich nach dem verfügbaren Platz und den persönlichen Vorlieben. Bei längeren Hochbeeten sind zusätzliche Mittelpfosten zur Stabilität notwendig.

Die Höhe sollte an die Körpergröße und die gärtnerischen Vorlieben angepasst werden. Für rückenschonendes Arbeiten im Stehen empfiehlt sich eine Höhe von etwa 80 bis 90 Zentimetern.

Werkzeuge und Hilfsmittel

Für den Bau eines Hochbeets benötigen Sie verschiedene Werkzeuge:

  • Wasserwaage, Zollstock oder Maßband, Winkel oder Schreinerwinkel
  • Bleistift, Beil, Stichsäge oder Japansäge, Fuchsschwanz oder Kreissäge
  • Vorschlaghammer, Zimmermannshammer, Drahtschere, Kombizange
  • Haushaltsschere oder Cuttermesser, Bohrmaschine mit Holzbohrer
  • Akkuschrauber mit passenden Bits, Tacker mit Drahtklammern

Zusätzlich benötigen Sie Materialien wie Holzbretter oder -dielen, Holzpfosten, Schrauben, Wühlmausgitter, Teich- oder Noppenfolie und Kanthölzer.

Bauanleitung Schritt für Schritt

  1. Vorbereiten der Fläche: Entfernen Sie die Grasnarbe und ebnen Sie die Grundfläche des Hochbeets. Legen Sie ein Unkrautvlies aus, um das Wachstum von Unkraut zu verhindern.
  2. Pfosten vorbereiten: Spitzen Sie die Pfosten mit einem Beil oder einer Säge an, um sie leichter in den Boden treiben zu können.
  3. Eckpfosten setzen: Treiben Sie den ersten Eckpfosten mit einem Vorschlaghammer und einem Schlagholz in den Boden, prüfen Sie die Ausrichtung und Höhe und befestigen Sie das erste Längs- und Querbrett. Wiederholen Sie den Vorgang für die restlichen Pfosten.
  4. Seitenwände montieren: Schrauben Sie die restlichen Bretter an die Pfosten und vervollständigen Sie die Seitenwände des Hochbeets.
  5. Wühlmausschutz anbringen: Befestigen Sie ein Stück Maschendraht am Boden des Hochbeets zum Schutz vor Wühlmäusen.
  6. Teichfolie auskleiden: Kleiden Sie die Innenwände des Hochbeets mit Teichfolie aus, um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen. Befestigen Sie die Folie an den Pfosten und lassen Sie sie oben und unten etwas überstehen.
  7. Rahmenauflage anbringen: Befestigen Sie zugeschnittene Kanthölzer an der oberen Innenkante der Wände. Die überstehende Folie wird über die Kanthölzer geschlagen und befestigt.
  8. Abschlussrahmen montieren: Sägen Sie die Bretter für den Abschlussrahmen zu und verschrauben Sie sie mit den Kanthölzern.

Befüllen des Hochbeets

Die richtige Befüllung des Hochbeets ist entscheidend für das gesunde Wachstum der Pflanzen. Für ein Hochbeet mit Gemüsepflanzen wird eine Schichtung empfohlen:

  • Unterste Schicht: Grobes Material wie Äste oder Holzschnitzel zur Drainage und Belüftung.
  • Zweite Schicht: Feineres Material wie Laub, Grasschnitt oder gehäckselte Gartenabfälle.
  • Dritte Schicht: Gut verrotteter Kompost oder Stallmist für die Nährstoffversorgung.
  • Oberste Schicht: Hochwertige, humusreiche Gartenerde oder spezielle Hochbeeterde.

Für ein Hochbeet mit Zierpflanzen können Sie auf die Schichtung verzichten. Legen Sie stattdessen eine dicke Schicht aus Kies oder Blähton auf das Wühlmausgitter und füllen Sie das Hochbeet anschließend mit Hochbeeterde auf.

Bilder: johnbraid / Shutterstock