Die richtige Bewässerung für den Gemüsegarten

Keine Frage: Während der Sommermonate muss man im Garten gießen. Allerdings ist es oft gar nicht so einfach, das richtige Maß in Sachen Wasserversorgung zu finden. Sowohl zu viel Wasser als auch zu wenig können sich gravierend auf die zu erwartende Ernte auswirken. Mit unseren Tipps bekommen Ihre Pflanzen genau das, was sie brauchen.

Gemüsegarten bewässern
Es sollte möglichst morgens oder gegen Abend gegossen werden

Woran Sie einen zu trockenen Garten erkennen

Viele Mittelmeerkräuter wie Thymian oder Salbei sind an Trockenheit gewöhnt und überdauern selbst längere Hitzeperioden notfalls ohne Wassergaben. Fast alle anderen Gemüse und Kräuter dagegen vertragen keine anhaltende Trockenheit. Die Pflanzen welken oft schon nach wenigen Tagen; und wenn die schlaffen, aufgehellten Blätter einmal anfangen, sich bräunlich zu verfärben, ist kaum noch etwas zu retten. In weniger drastischen Fällen stockt das Wachstum oder Blattgemüse bzw. Salate “schießen”, d. h. sie fangen vorzeitig an zu blühen und sind so für die weitere Verwendung in der Küche unbrauchbar. Fruchtgemüse werfen bei Trockenheit Knospen und Blüten ab, Knollen, Rüben und Früchte bleiben klein, platzen auf und vertrocknen. Außerdem fördert eine zu trockene Haltung Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und Erdflöhe.

Zu viel Nässe führt zu Fäulnis

Stehen die Pflanzen dagegen ständig bzw. häufig zu nass, erhöht dies die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten; erst recht, wenn auch noch ständig über Blätter, Blüten und Früchte gegossen wird. Und bei stets vernässtem Boden können sogar Wurzeln, Zwiebeln, Knollen und Rüben faulen.

Bewährte Tipps für die optimale Wasserversorgung im Gemüsegarten

Mit diesen Hinweisen sorgen Sie jedoch für die richtige Wasserversorgung in Ihrem Gemüsegarten. Lockern Sie vor dem Gießen immer die Bodenoberfläche, damit das kostbare Nass sofort zu den Wurzeln durchsickern kann.

  • Wässern Sie bei Trockenheit und je nach Jahreszeit alle ein bis drei Tage.
  • Lassen Sie zwischendurch die Bodenoberfläche bis in fünf Zentimeter Tiefe gut abtrocknen.
  • Ausnahme: Saaten und frisch gesetzte Jungpflanzen müssen immer leicht feucht gehalten werden.
  • Gießen Sie nie alles Wasser auf einmal, sondern legen Sie kleine Pausen ein.
  • In diesen kann das Wasser zwischendurch einsickern.
  • Gießen Sie niemals in der prallen Mittagssonne.
  • Bessere Zeitpunkte sind morgens bzw. vormittags.
  • Auch am frühen Abend kann gegossen werden, aber nicht zu spät.
  • Nächtliche Feuchtigkeit begünstigt Pilzkrankheiten und lockt Schnecken an.
  • Wässern Sie immer direkt am Wurzelbereich, niemals über die oberirdischen Pflanzenteile.

Tipps

Eine Faustregel besagt, dass blattreiche Pflanzen rund 10 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigen. Salate, Spinat, Mangold und Co. also vor allem an trockenen, heißen Tagen sehr gründlich wässern.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Alexander Lukatskiy/Shutterstock

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