DIY-Bewässerung für Topfpflanzen selber bauen – Ideen und Anleitung

Pflanzen sind wie alle Lebewesen auf eine regelmäßige und ausreichende Versorgung mit Wasser angewiesen. Im besonderen Maße gilt dies für Balkon- und damit für Topfpflanzen, da diese sich im Notfall sich nicht über ihr Wurzelsystem selbst versorgen können. Das morgendliche und während der heißen Sommermonate oft auch abendliche Gießen ist daher essenziell. Eine automatische Bewässerung kann Sie dabei unterstützen und Ihnen viel Arbeit abnehmen - und Sie zudem unbesorgt auch ohne helfende Nachbarn oder Freunde einmal in den Urlaub fahren lassen.

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Flaschen eignen sich hervorragend als Bewässerungssystem

DIY-Bewässerung mit Flaschen und anderen Hilfsmitteln

Am kostengünstigsten arbeiten einfache Systeme, bei denen Sie die Wasservorratsbehälter direkt ins Substrat der Topfpflanzen stecken und diese das kostbare Nass allmählich an die Wurzeln abgeben. Hierzu können Sie schlichte PET- oder Glasflaschen mit festen Wänden (wichtig! Flaschen mit nachgiebigen Wänden funktionieren nicht!) verwenden, die Sie mit Wasser füllen und dann einfach kopfüber in das bereits vorgewässerte Substrat stecken. Damit nicht zu viel Wasser auf einmal herausläuft, können Sie den Deckel auf der Flasche belassen, müssen ihn aber natürlich perforieren. Stattdessen lassen sich auch aufschraubbare Bewässerungskegel aus Ton oder Kunststoff verwenden, die die Wasserabgabe ebenfalls reduzieren. Nach einem ähnlichen Funktionsprinzip arbeiten Bewässerungskugeln, die in der Regel aus Glas oder Ton gefertigt werden.

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Das Badewannen-Prinzip

Wenn Sie sehr viele kleinere Töpfe auf Ihrem Balkon haben, die während einer kurzen Abwesenheit versorgt werden müssen, können Sie diese auch ohne Übertopf in die mit dicken Handtüchern ausgelegte und etwa fünf Zentimeter hoch mit Wasser gefüllte Badewanne stellen. Wenn Sie keine Badewanne haben, erfüllt ein Planschbecken oder ein anderes ausreichend großes Behältnis denselben Zweck. Statt der Handtücher können Sie die Töpfe auch in Pflanzgranulat (z. B. Perlite) betten und dieses mit Wasser befeuchten. Das Granulat speichert sehr viel Wasser und bietet zugleich den Vorteil, dass die Wurzeln der Pflanzen nicht direkt in der Nässe stehen. Achten Sie jedoch darauf, die Pflanzen nicht direkt in die pralle Sonne zu stellen. Stattdessen sind sie zu schattieren, damit weniger Wasser verbraucht wird.

Eine Tropfbewässerung für den Balkon selber machen

Eine dauerhafte Lösung ist dagegen eine selbst gebaute Tropfbewässerung, die ganz ohne einen extra Strom- und Wasseranschluss funktioniert. Hierzu benötigen Sie lediglich einen ausreichend großen Wassertank (mindestens 300 Liter Fassungsvermögen), handelsübliche Gartenschläuche, die miteinander verbunden werden können sowie dazu passende Bewässerungskegel (etwa von Blumat). Und so bauen Sie das System auf:

  • Installieren Sie den Wassertank auf einer höheren Ebene als die zu bewässernden Pflanzen
  • Optimalerweise steht er etwa 50 bis 100 Zentimeter höher als die Pflanzgefäße.
  • Verwenden Sie nach Möglichkeit eine Regentonne mit Wasseranschluss im unteren Bereich.
  • Schließen Sie hier den Gartenschlauch an.
  • Verbinden Sie die einzelnen Schläuche so miteinander, dass jedes Pflanzgefäß einen eigenen erhält.
  • Bereiten Sie die Bewässerungskegel wie in der Anleitung beschrieben vor.
  • Stecken Sie sie in das Substrat und schließen Sie die Schläuche an.

Wenn das System störungsfrei läuft, müssen Sie nur noch das Wasserreservoir regelmäßig nachfüllen.

Tipps

Auch Tauchpumpen funktionieren nicht nur mit einem externen Stromanschluss. Sie können stattdessen auch solar- bzw. batteriebetriebene Varianten einsetzen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: ULD photo life/Shutterstock

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