Bewässerung von Pflanzen mit PET-Flaschen – So funktioniert’s

Sie haben ein paar Tage Urlaub und weder Nachbarn, noch Freunde oder Familie haben Zeit, um Ihre Pflanzen auf dem Balkon zu gießen? Kein Problem, denn mit diesem selbst gebauten Bewässerungssystem überbrücken Sie problemlos einige Tage. Alles, was Sie dazu brauchen, ist eine feste PET- oder auch Glasflasche.

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, PET-Flaschen für die Bewässerung zu nutzen

Richtig bewässern mit PET-Flaschen – eine Anleitung

In vielen Foren sind komplizierte Anleitungen für die Bewässerung von Blumenkästen mit einer Plastikflasche zu lesen: Da soll der Boden abgeschnitten werden, der Flaschenhals durchlöchert und der Deckel unbedingt aufgeschraubt bleiben. Andere raten dazu, den Boden an der Flasche zu belassen (ist auch besser, denn danach können Sie sich das Pfand zurückholen) und stattdessen lediglich zu durchlöchern. Dabei funktioniert das System ganz ohne irgendwelche Schnitt- und Punktierungsmaßnahmen ganz wunderbar:

  • Gießen Sie Ihre Pflanzen zunächst wie gehabt.
  • Wässern Sie sie durchdringend, so dass die Erde gründlich durchfeuchtet ist.
  • Schrauben Sie den Deckel von einer PET- oder Glasflasche ab.
  • Nehmen Sie eine 1,5 Liter Flasche mit festen Wänden.
  • Für Balkonkästen und große Töpfe können Sie auch zwei bis drei Flaschen nehmen.
  • Füllen Sie diese vollständig mit Wasser.
  • Stecken Sie die Flasche umgekehrt (mit dem Flaschenhals nach unten) tief in das Substrat.
  • Verletzen Sie dabei keine Wurzeln.

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Warten Sie zunächst etwas ab: War das Substrat noch nicht feucht genug, entleert sich die Flasche oft innerhalb weniger Minuten. In diesem Fall füllen Sie sie einfach erneut und stecken sie wieder hinein.

Was mache ich falsch, wenn sich die Flasche zu schnell entleert?

Entleert sich die Flasche immer wieder innerhalb kürzester Zeit, verwenden Sie wahrscheinlich die falsche Sorte: PET-Flaschen mit dünnen, weichen Wänden sind für diesen Zweck ungeeignet. Sie schnurren zu schnell zusammen und entlassen das Wasser ungehindert in das Pflanzgefäß. Verwenden Sie stattdessen PET-Flaschen mit dicken, stabilen Wänden oder auch Glasflaschen. Bei letzteren gilt es jedoch, Vorsicht walten zu lassen: An sehr sonnigen und heißen Standorten wirkt Glas wie ein Brennglas und kann Brände verursachen. Installieren Sie solche Flaschen daher immer dort, wo es keine direkten Sonneneinstrahlungen gibt.

Lohnt sich die Anschaffung von Flaschenaufsätzen?

Verschiedene Hersteller bieten so genannte Bewässerungsaufsätze aus Kunststoff oder auch Ton an, die auf alle gängigen Plastikflaschen passen und die Wasserabgabe perfektionieren sollen. Aufsätze aus Kunststoff können Sie sich sparen, da diese erfahrungsgemäß nicht besser funktionieren als Flaschen ohne jeglichen Aufsatz. Tonaufsätze sind dagegen sehr zu empfehlen, da sie das Wasser zuverlässig und kontinuierlich abgeben. Allerdings müssen Sie den Flaschenboden durchlöchern, wenn sie einen solchen Aufsatz verwenden.

Tipps

Das Pflanzen bewässern funktioniert auch mit einem Wassereimer und einem dicken Stück Schnur (vorzugsweise aus Baumwolle) sehr gut. Hierzu stecken Sie je ein Schnurende in den Wassereimer und in den Blumentopf.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Wanida_Sri/Shutterstock

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