Blumen bewässern mit Wollfaden – Funktioniert das tatsächlich?

Schon ein oder zwei Wochen Urlaub können für Zimmerpflanzen zur Belastungsprobe werden, wenn sich für diese Zeit niemand zum regelmäßigen Wässern anbietet. Da jedoch nicht immer Nachbarn und Freunde einspringen können, müssen Ihre Topfpflanzen trotzdem nicht zwangsläufig darben. Mit einem Eimer voll Wasser und einem schlichten Wollfaden bauen Sie eine ganz einfache Bewässerungsanlage - die auch noch zuverlässig funktioniert.

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Pflanzen ziehen über den Wollfaden das Wasser, das sie benötigen

So funktioniert die Selbstbewässerung mit Wollfaden

Und so bauen Sie die Bewässerungsanlage auf:

  • Stellen Sie die zu bewässernden Pflanzen kreisförmig in einem hellen, aber kühlen Raum auf.
  • Sonnenhungrige Pflanzen kommen in Fensternähe, andere rücken mehr in den Raum hinein.
  • Hitze ist dabei zu vermeiden, da hierbei große Mengen Wasser unnötig verdunsten.
  • In der Mitte platzieren Sie einen Eimer oder ein anderes großes Gefäß.
  • Planen Sie etwa zwei bis drei Liter pro Woche und Pflanze ein.
  • Schneiden Sie mehrere passende Wollschnüre zurecht.
  • Sie benötigen für jeden Topf eine Schnur.
  • Am besten eignen sich etwas dickere Kordeln aus natürlichen Materialien wie Wolle oder Baumwolle.
  • Tauchen Sie die Schnüre in Wasser ein, so dass sie gut durchfeuchtet sind.
  • Beschweren Sie sie an einer Seite einzeln mit einem Stein o. ä.
  • Das beschwerte Ende hängen Sie nun in das Wasserbehältnis.
  • Dabei sollte das Schnurende sich am Boden befinden.
  • So kann die Pflanze auch noch dann Wasser ziehen, wenn das Gefäß schon fast leer ist.
  • Stecken Sie das andere Ende der Schnur in den Blumentopf.
  • Beschweren Sie auch dieses Ende, damit es nicht versehentlich herausrutscht.
  • Spannen Sie die Schnur so, dass sie nicht durchhängt.

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Fertig ist das selbst gebaute Bewässerungssystem.(32,95€ bei Amazon*) Jetzt können Sie unbesorgt in den Urlaub fahren, Ihre Pflanzen sind jedenfalls versorgt und werden sich dank der Schnur stets so viel Wasser holen können wie sie gerade brauchen. Wird die Erde zu trocknen, zieht sie quasi die Feuchtigkeit aus dem Eimer in den Blumentopf hinüber.

Auf diese Punkte müssen Sie besonders achten

Damit das System tatsächlich funktioniert, müssen Sie jedoch unbedingt Schnüre aus echter Schafwolle oder Baumwolle verwenden. Die meisten herkömmlichen Wollknäuel, wie sie zum Stricken verwendet werden, bestehen allerdings aus synthetischen Stoffen und sind daher ungeeignet – diese leiten das Wasser nicht weiter. Auch der Raum will sorgfältig ausgewählt werden: Hier muss es hell genug sein, damit die Pflanzen keinen Lichtmangel erleiden – aber nicht so hell, dass die Sonne direkt hinein scheint und womöglich für große Hitze sorgt. Dann nämlich brauchen die Pflanzen viel mehr Wasser, während gleichzeitig ein Gutteil aus dem Wasserbehältnis nutzlos verdunstet.

Weitere einfache Möglichkeiten für die Urlaubsbewässerung

Sie können Ihre Pflanzen jedoch auch auf andere Weise über den Urlaub mit ausreichend Wasser versorgen. Pflanzen mit geringem Wasserbedarf (wie Dickblattgewächse, Kakteen etc.) beispielsweise müssen im Grunde nur vor der Abfahrt gründlich gewässert werden. tauchen Sie den Wurzelballen hierzu in einen Eimer Wasser und warten Sie, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen. Dann haben sich die Wurzeln mit Wasser vollgesogen und brauchen anschließend für zwei bis drei Wochen kein Wasser mehr. Gewächse, die mehr Wasser brauchen, können Sie auch einfach in eine mit etwas Wasser gefüllte Badewanne stellen. Dabei sollte es im Bad jedoch hell genug sein, zudem müssen die Pflanztöpfe am Boden Löcher aufweisen.

Tipps

Eine weitere erprobte Methode ist das Einstecken umgedrehter und mit Wasser gefüllter PET-Flaschen in den Blumentopf.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Olya Detry/Shutterstock

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