Arten der Gartenbewässerung

Damit die Pflanzen im Garten wachsen und gedeihen, brauchen sie Wasser. Die einen mehr, die anderen weniger, doch ausschließlich vom Regenwasser können die meisten Gewächse gerade an heißen Sommertagen nicht leben. Eine sinnvolle Gartenbewässerung muss also her. Welche Systeme es gibt und worauf Sie beim Gießen noch so achten sollten, verrät der folgende Artikel.

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Die Bewässerung per Schlauch macht Spaß, nimmt aber etwas Zeit in Anspruch

Das Wichtigste in Kürze

  • Zum Gießen im Garten kommen verschiedene Optionen infrage: Gießkannen, Gartenschläuche, Regner und Sprinkler.
  • Regner und Sprinkler lassen sich mit einer Zeitschaltuhr versehen, sodass der Garten automatisch um die gewünschte Uhrzeit bewässert wird.
  • Eine Tröpfchenbewässerung ist ideal, um punktuell Zierpflanzen oder Gemüse und Obst zu gießen.
  • Morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne schon tief steht, sind die besten Zeiten für die Gartenbewässerung.

„Regen im Frühling ist kostbarer als Öl.“ (Chinesisches Sprichwort)

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Möglichkeiten der Gartenbewässerung

Keine Frage: Gießen und Bewässern gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Garten. Dabei steht Ihnen verschiedene Bewässerungstechnik zur Verfügung, die das Schleppen von schweren Gießkannen überflüssig macht. Ganz nach Bedarf lassen sich maßgeschneiderte Versorgungs- und Bewässerungssysteme für den eigenen Garten zusammenstellen, die in Installation und Bedienung recht unkompliziert sind.

Tipps

Kaufen Sie möglichst alle Komponenten vom selben Hersteller, da Anschlüsse, Kupplungen etc. oft genau aufeinander abgestimmt sind.

Gießkannen

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Gießkannen sind für die Bewässerung von Topfpflanzen in Haus und Garten ideal

Bei allen technischen Möglichkeiten dürfen Gießkannen zum händischen Wässern dennoch in keinem Garten fehlen. Sie sind zwar für großflächige Bewässerungen ungeeignet, aber aus Gründen des individuellen, punktgenauen Gießens unverzichtbar – beispielsweise, wenn bestimmte Pflanzen in einem Beet häufiger gegossen werden müssen als andere. Dabei sind größere Gießkannen mit zehn bzw. zwölf Litern Fassungsvermögen im Allgemeinen praktischer, allerdings aufgrund des Gewichts im gefüllten Zustand auch schwer zu tragen sowie zu händeln. Das Gewicht ist auch relevant bei der Frage, aus welchem Material die Kannen bestehen sollten: Verzinktes Metall ist schwerer als Kunststoff.

Achten Sie beim Kauf einer Gießkanne vor allem aber auf den Gießkopf: Gleichmäßige, feine Bohrungen auf dessen Oberfläche sind wichtig, da nur so ein sanftes und weiches – ergo pflanzenschonendes – Gießen möglich ist. Gute Gießkannen haben eine Gießkopffläche, die aus dünnem Messingblech gefertigt ist. Neben dem meist abnehmbaren Brauseaufsatz gibt es im Handel auch sogenannte Breitgießeraufsätze, mit denen Sie auf einen Schlag bis zu 50 Zentimeter breite Beetstreifen bewässern. Sonderformen mit extra langem Hals und stark abgeschrägtem Gießkopf verwenden Sie für Aussaatflächen sowie im Gewächshaus.

Gartenschläuche

Gartenschläuche erleichtern das Wässern im Garten bzw. auf Teilflächen ganz erheblich. Allerdings müssen diese Gartenhilfsmittel einiges aushalten, weshalb Sie möglichst Qualitätsware kaufen sollten – billige Schläuche sind oft schon nach kurzer Zeit kaputt und müssen ausgetauscht werden. Das Material muss auf jeden Fall UV- und witterungsfest sein, da Gartenschläuche durch längeres Liegen in der Sonne schnell porös werden und Teile des Mantels aufplatzen. Schläuche aus PVC-Kunststoff oder hochwertigem Gummi sollten also mit einem feinmaschigen Innengewebe versehen sein, dies sorgt zugleich für eine hohe Knickfestigkeit. Diese erkennen Sie an Bezeichnungen wie „Kreuzgewebe-Einlage“ oder „Tricotgewebe“ in der Produktbeschreibung. Außerdem gewähren Markenhersteller auf ihre Gartenschläuche Garantien zwischen acht bis teils sogar 20 Jahren.

Der übliche Schlauchdurchmesser beträgt entweder 1/2 Zoll (13 Millimeter) oder 3/4 Zoll (19 Millimeter). Welcher zum Einsatz kommt, hängt einerseits von der benötigten Schlauchlänge, aber auch von der Anschlusskapazität ab. Dabei müssen Sie bei der Planung folgendes bedenken: Je länger und dünner ein Gartenschlauch ist, desto großer ist der Reibungsverlust und umso geringer die Wassermenge, die am anderen Ende noch ankommt. Deshalb gelten folgende Faustregeln für die Schlauchwahl:

  • 3/4 Zoll-Schlauch bei Schlauchlängen von mehr als 30 Metern
  • bei dieser Länge gibt es bei 1/2-Zoll Schläuchen einen fünffachen Druckverlust
  • d. h. das Wasser würde am andere Ende nur noch tröpfelnd austreten
  • bei kurzen Längen genügt hingegen ein 1/2 Zoll-Schlauch

Brauseaufsätze und Gießgeräte

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Mit hochwertigen Brausen lassen sich Druck und Wassermenge einstellen

Für Gartenschläuche gibt es passende Gießgeräte (z. B. Gießstäbe) und Brauseaufsätze, die sich mit den passenden Verbindungsstücken mit dem Schlauch und damit direkt mit dem Wasseranschluss verbinden lassen. Mit komfortablen Brauseaufsätzen beispielsweise können Sie ganz bequem Wassermenge und -druck regeln. So haben Sie bei vielen Modellen die Wahl zwischen Sprühregen, Brausen sowie Kegel- oder Perlatorstrahl. Aufsetzbare Gießstäbe hingegen helfen Ihnen dabei, auch schwer erreichbare Gewächse gezielt zu bewässern. Sie können einen solchen Gartenschlauch samt speziellem Aufsatz aber auch für Reinigungsarbeiten benutzen, etwa, um die befestigten Gartenwege abzuspülen.

Regner

Die Bewässerung mit sogenannten Regnern eignet sich sowohl für kleinere als auch größere Flächen wie beispielsweise Rasen. Sie werden an einen geeigneten Gartenschlauch angeschlossen und verteilen das Wasser mit Düsen oder Sprüharmen. Im Fachhandel sind verschiedene Arten von Regnern erhältlich, die sich sowohl in ihrem Aufbau, aber auch in ihrem Verwendungszweck stark unterscheiden.

  • Sprühregner: meist kleine Regner für die Bewässerung von kleineren Flächen und Vorgärten, kreisförmiges Sprühbild mit feinem Wasseraustritt für eine Beregnungsfläche ab ca. sechs Metern Durchmessern, Regner sind mit einem Erdspieß ausgestattet und werden einfach in den Boden gesteckt
  • Kreisregner: verfügen über einen sich durch den Wasserdruck drehenden Verteiler, der das Wasser über eine große Kreisfläche mit einem Durchmesser von bis zu acht Metern verteilt, besonders geeignet zum Bewässern kleinerer Rasenflächen
  • Wählscheibenregler: individuell für verschiedene Flächenformen und -größen von zehn bis 100 Quadratmetern einstellbar, sowohl für runde und halbrunde, quadratische und rechteckige Gartenflächen
  • Impulsregner: ebenfalls indídviduell einstellbar zu Voll-, Halb- oder Viertelkreisregner mit einer Fläche von bis zu 25 Metern Durchmesser, Wasserbewegung wird durch Schwingmechanismus ausgelöst
  • Viereckregner: in unterschiedlichen Größen erhältlich, bestehen aus bogenförmigem Bügel von unterschiedlicher Breite (gibt Sprühbreite vor) mit zahlreichen Düsen, Festlegung der Sprührichtung und des Sprühwinkelns durch Einstellknöpfe, bei größeren Geräten kann oft auch die Sprühstärke eingestellt werden, eignen sich für größere Gartenflächen zwischen 150 und 350 Quadratmetern

Tipps für eine Gartenbewässerung mit Regenwasser finden Sie in diesem Beitrag:

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Sprinkler

Im Gegensatz zu den auf der Bodenoberfläche befindlichen Regnern handelt es sich bei Sprinklern um stationäre Versenkregner, die in die Erde eingelassen werden. Deshalb lassen diese sich vor dem Anlegen einer Rasenfläche leichter installieren. Wird der Sprinkler jedoch bei bereits bestehenden Rasen eingebaut, so gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Stechen Sie die Grasnarbe in schmalen Streifen ab.
  2. Heben Sie die Rasenstücke vorsichtig heraus ohne sie zu beschädigen.
  3. Verlegen Sie die Rohrleitungen und bringen Sie die Sprinkler an.
  4. Setzen Sie die Grassoden wieder ein.

Exkurs

Wasserdruck nicht zu stark einstellen

Sanft fließendes Wasser dringt besser in den Boden ein als ein harter Strahl. Durch einen zu hohen Wasserdruck bzw. die Ausbringung des Wassers über ungeeignete Geräte wird die Gartenerde eher abgespült als durchnässt. Dies wiederum führt dazu, dass der Wurzelhals der Pflanzen freigelegt wird und sich die Bodenkrume mit der Zeit verhärtet.

Automatische Gartenbewässerung

Die Wasserversorgung über Garten- und Tropfschläuche, Regner und Sprinkler lässt sich mittels verschiedenen Hilfsmitteln automatisch steuern. Dabei besteht die einfachste Lösung schlicht darin, eine Zeitschaltuhr zu installieren. Wer sich möglichst viel Arbeit ersparen möchte, investiert hingegen in einen Bewässerungscomputer, mit dem Sie den gesamten Bewässungsprozess weitestgehend automatisieren. Ein solcher Computer ist beispielsweise über Feuchtigkeitssensoren mit dem Boden verbunden, verfügt über Regendetektoren und bewässert den Garten daher nahezu selbststätig. Sie haben in diesem Fall nur noch eine überwachende Funktion, denn trotz allem kann ein technisches System auch einmal unbemerkt ausfallen. Zudem wird ein solches Gerät nie in der Lage sein, den tatsächlichen Wasserbedarf der Pflanzen zu überprüfen. Dafür sind Pflanzen als Lebewesen einfach zu individuell.

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Die Auswahl an automatischen Bewässerungssystemen für den Garten ist groß

Welchen Wasserbedarf haben Pflanzen?

Gartenpflanzen haben einen sehr unterschiedlichen Wasserbedarf: Während die einen lieber im trockenen Steingarten stehen, schlucken die anderen kannenweise des Nasses. In der Regel lässt sich der Wasserbedarf von Gartenpflanzen recht gut an ihren Laubblättern erkennen: Dünne und weiche Blätter sind ein Hinweis für einen hohen Feuchtigkeitsbedarf, auch großlaubige Arten haben aufgrund der höheren Verdunstung häufig großen Durst. Pflanzen mit dicken, kleinen, harten bzw. behaarten Laubblättern hingegen benötigen zumeist eher weniger Wasser. Zudem hängt die tatsächlich benötigte Wassermenge bei der Gartenbewässerung noch von diesen Faktoren ab:

  • Knospen- und Fruchtbildung: Während der Zeit der Knospen- und Fruchtentwicklung haben insbesondere Obstgehölze und Fruchtgemüse einen sehr hohen Wasserbedarf. Zu diesen Zeitpunkten sollte der Boden gleichmäßig befeuchtet sein, damit sich Blüten und Früchte ausbilden und entwickeln können. Ein Wassermangel hat hingegen häufig Ernteausfälle zur Folge bzw. sorgt für kleine, rissige Früchte. Gurken und Zucchini beispielsweise werden bei Trockenheit bitter.
  • Rasen: Auch ein gesunder, grüner Rasen hat einen hohen Wasserbedarf und muss daher regelmäßig gewässert werden. Gelber Rasen ist häufig ein Anzeichen für Trockenheit und Wassermangel. Auf Lehmböden wachsende Rasenflächen sollten Sie im Sommer etwa einmal pro Woche, Rasenflächen auf Sandböden hingegen alle drei bis vier Tage gießen.
  • Kübelpflanzen: Grundsätzlich haben Pflanzen, die in Pflanzgefäßen wachsen, einen höheren Wasserbedarf als ausgepflanzte Exemplare. Mulchen Sie die oberste Substratschicht, um die Feuchtigkeit länger im Topf zu halten.

Exkurs

Kübelpflanzen feucht halten

Aufgrund der geringen Erdmenge im Pflanzgefäß trocknen Kübelpflanzen viel schneller aus als ihre Verwandten im Beet. Deshalb brauchen diese Gewächse nicht nur mehr Wasser, sondern auch häufiger. Sie können die Verdunstungsrate jedoch reduzieren, wenn Sie für „kalte Füße“ sorgen, also das Pflanzgefäß möglichst in den Schatten und nicht in die direkte Sonne stellen. Lediglich die Pflanze selbst braucht Feuchtigkeit. Beachten Sie außerdem, dass Tontöpfe aus einem luftdurchlässigen Material bestehen und Wasser deshalb verstärkt daraus verdunstet. Dies kann allerdings bei empfindlichen Gewächsen und an heißen Sommertagen ein Vorteil sein, denn so überhitzt der Wurzelballen nicht.

Automatische Bewässerung mit Tonkegeln

Viele Menschen denken bei einer automatischen Gartenbewässerung sofort an Hightech, welches nicht ohne komplizierte Gerätschaften und Zeitschaltuhren auskommt. Natürlich funktioniert ein solches System auch, kostet allerdings eine Menge Geld und braucht eine regelmäßige Wartung. Für den heimischen Garten sind solche ambitionierten Bewässerungssysteme oftmals völlig überdimensioniert.

Doch „automatisch“ muss nicht gleich „Hightech“ bedeuten. Seit Jahrhunderten schon hat sich etwa die sogenannte Olla als einfaches, aber sinnvolles Bewässerungssystem (32,95€ bei Amazon*) beispielsweise für Hoch- und Gemüsebeete bewährt. Dabei handelt es sich lediglich um zwei Tontöpfe, die zusammengeklebt und ins Beet eingegraben werden. Das Wasser gießen Sie durch ein Loch in die Töpfe ein, woraus die Feuchtigkeit schließlich langsam durch das poröse Material in die Erde abgegeben wird.

DIY Olla

Und so fertigen Sie eine Olla:

  1. Nehmen Sie zwei unglasierte Tontöpfe.
  2. Kleben Sie deren obere Öffnungen aufeinander.
  3. Verwenden Sie hierfür einen wasserfesten Kleber.
  4. Verschließen Sie eines der Abflusslöcher mit einer aufgeklebten Tonscherbe.
  5. Vergraben Sie die Olla nun so im Beet, dass nur noch das obere Loch herausschaut.
  6. Füllen Sie durch dieses Wasser hinein.

Sobald die Olla leer ist, können Sie sie immer wieder nachfüllen und so für eine kontinuierliche Befeuchtung des Beetes sorgen.

Weitere Bewässerungsmöglichkeiten

Nicht jeder Garten ist so groß, das Sie ihn mit einer aus Regnern und Sprinklern bestehenden Anlage bewässern müssen. Solche Systeme geben erhebliche Mengen an Wasser ab und sind daher für kleinere Rabatten, Stauden- oder Rosenbeete schlicht zu groß. Wie Sie bestimmte Beete und kleinere Gärten sinnvoll bewässern können, erläutert dieser Abschnitt.

Beete und Rabatten bewässern

Hierfür eignen sich spezielle kleine Bewässerungsanlagen, die mit Hilfe von oberirdisch verlegten und gezielt eingesetzten Miniregnern oder Düsen funktionieren. Ihr Vorteil besteht darin, dass der Sprühstrahl unterhalb der pflanzlichen Laubgrenze verläuft und somit weder Blätter noch Blüten benetzt werden – dies ist insofern ein wichtiger Punkt, da generell direkt auf den Boden gegossen werden sollte. Beregnen hat bei vielen Gartenpflanzen den unerwünschten Effekt, dass es Pilzkrankheiten fördert und zudem viel Wasser gar nicht erst dahin gelangt, wo es hinsoll.

Die Miniregner oder Sprühdüsen montieren Sie direkt auf ein Verlegerohr, welches wiederum mit Rohrhaltern an der Bodenoberfläche befestigt werden. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen recht unterschiedlichen Düsen, die zwischen 90 °, 180 ° oder 360 ° Sprühwinkel wässern. Pro Quadratmeter Beetfläche geben diese Mini-Geräte zwischen ca. drei und zehn Litern Wasser pro Stunde ab.

Tröpfchenbewässerung

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Die Tröpfchenbewässerung ist ein wassersparendes, einfaches Bewässerungssystem

Bei der Tröpfchenbewässerung handelt es sich um eine sehr wassersparende Methode, mit denen Sie Gartenpflanzen regelmäßig und gezielt mit dem kostbaren Nass versorgen können. Diese Systeme lassen sich in Reihenkulturen ebenso wie auf Flächen, bei Topfpflanzen sowie auch auf dem Balkon, in Blumen- und Staudenbeeten, im Gewächshaus sowie bei Heckenpflanzungen einsetzen. Es gibt hierbei verschiedene Möglichkeiten.

Tröpfchenbewässerung über Schläuche

Mit Hilfe spezieller Bewässerungsschläuche können Sie selbst eine Bewässerungsanlage verlegen, die Sie bei Bedarf einfach nur aufdrehen müssen. Zu diesem Zweck können Sie sowohl unter- als auch überirdisch beispielsweise poröse Perlschläuche verlegen, mit denen sich insbesondere schmale Beete und Hecken sehr gut bewässern lassen. Tropfschläuche hingegen eignen sich für eine sogenannte Tropfbewässerung, die vor allem bei Kübelpflanzen praktisch ist.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Bewässerungsschläuche auf einen Blick:

  Vorteile Nachteile Besonderheiten
Perlschlauch gleichmäßige Bewässerung, Boden trocknet nicht aus, wassersparend es werden nur kleine Wassermengen auf einmal abgegeben gibt viele Wassertropfen auf einmal ab
Tropfschlauch gleichmäßige Bewässerung, Boden trocknet nicht aus, wassersparend es werden nur kleine Wassermengen auf einmal abgegeben gibt nur einzelne Wassertropfen zur selben Zeit ab
Sprühschlauch gibt größere Mengen Wasser ab, gut für größere oder schwer zugängliche Gartenflächen nicht für alle Pflanzen geeignet (da Beregnung), nur oberirdische Verlegung möglich auch als Rasensprenger (27,99€ bei Amazon*) oder Rasensprinkler bezeicnnet

Fest installiertes Tröpfchensystem

Für dieses System der Tröpfchenbewässerung benötigen Sie ein Verlegerohr mit 1/2 Zoll Durchmesser, welches Sie an ein Basisgerät zur Druckreduzierung anschließen. Daran schließen Sie – etwa im Abstand von ca. 30 Zentimetern – mehrere Tropfer an. Hierbei können Sie zwischen folgenden Varianten wählen:

  • Sprühdosen / Rotorsprühregner: gut geeignet für die Bewässerung von kleinen Beeten
  • Flächensprühdose: sehr flexibel, da sich Sprühwinkel und Wurfweite individuell einstellen lassen
  • Reihentropfer: eignen sich besonders gut für die Bewässerung von Hecken und längeren Pflanzstreifen mit einheitlicher Bepflanzung

Auch die Tröpfchenbewässerung kann über eine elektronische oder mechanische Zeitschaltuhr gesteuert und so automatisiert werden. Dabei lassen sich die elektronischen Modelle auch für einen längeren Zeitraum programmieren, sodass Terrassen- und Balkonpflanzen selbst im Urlaub sowie bei anderen längeren Abwesenheiten versorgt sind.

Richtig und effizient gießen

Einer der Hauptfehler beim Bewässern des Gartens besteht darin, aus lauter Angst, die Pflanzen zu übergießen, sie stattdessen mit häufigen kleinen Wassergaben zu versorgen. Das allerdings ist fatal, denn dieses Gießverhalten erzieht die Pflanzenwurzeln dazu, flach unter der Oberfläche zu bleiben und so auf eine permanente Wasserversorgung angewiesen zu sein. Die häufigen „kleinen Schlückchen“ dringen nicht tief genug in den Boden ein, so dass dessen tiefere Schichten trocken bleiben.

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Es sollte lieber kräftig und weniger oft gegossen werden

Greifen Sie stattdessen seltener zur Gießkanne, sparen Sie dafür aber nicht mit Wasser! Nur wenn die Feuchtigkeit tief in den Boden einsickert, bilden Ihre Gartenpflanzen tiefere Wurzeln – und können sich so in Trockenzeiten besser selbst versorgen. Zumal das kostbare Nass in den tiefen Bodenschichten besser gespeichert werden kann, während es an der Oberfläche rasch verdunstet. Rechnen Sie pro Woche mit durchschnittlich 20 bis 25 Litern Wasser pro Quadratmeter Bewässerungsfläche, wobei die Regenmengen hier bereits eingerechnet sind. Je nach Jahreszeit und Witterung kann dieser Richtwert natürlich nach oben oder nach unten korrigiert werden.

Hintergrund

Pflanzen niemals von oben gießen

Ein weiterer häufiger Fehler bei der Gartenbewässerung ist das Gießen der Pflanzen von oben. Auch, wenn es so schneller geht: Die meisten Gewächse, insbesondere die mit dichtem Blattwerk sowie Blütenpflanzen, mögen ein solches Gießverhalten überhaupt nicht und reagieren häufig mit Pilzkrankheiten wie Sternrußtau oder Rost darauf. Auch Jungpflanzen oder Sämlinge sind gefährdet, denn diese werden von einem solchen Schwall schnell auf die Erde niedergedrückt. Gießen Sie also immer direkt auf den Boden, so dass die Blätter schön trocken bleiben. Damit Sie sich dabei nicht bücken müssen, können Sie einen Gießstab verwenden.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Gartenbewässerung?

Beim Gießen kommt es jedoch nicht nur auf das „wie“, sondern auch auf das „wann“ an. Pflanzen können auch krank werden, sofern man sie zum falschen Zeitpunkt wässert. Ideal für die Gartenbewässerung während der Frühjahrs- und Sommermonate ist der frühe Morgen bzw. der zeitige Vormittag. Zu dieser Zeit ist es noch nicht so warm, dass das Wasser sogleich verdunstet und außerdem können die Gartenpflanzen es im Laufe des Tages dann aufnehmen, wenn sie es gerade brauchen.

Ein Gießen zur Mittagszeit hingegen sollte nur dann erfolgen, wenn die Pflanzen dringend Wasser brauchen. Ansonsten ist dieser Zeitpunkt kontraproduktiv, verdunstet doch ein Großteil des kostbaren Nasses schon bevor es überhaupt im Boden versickern kann. Sie brauchen also ungleich mehr Wasser, was unter Umständen kräftig ins Geld gehen kann. Beim morgentlichen Gießen hingegen dringt das Wasser in die tieferen Bodenschichten ein und wird von dort von den Pflanzen aufgenommen.

Auch von einem abendlichen Wässern ist abzuraten, denn dieses fördert Pilzkrankheiten und lockt zudem hungrige Schnecken an. Abends gegossene Pflanzen bleiben lange nass und trocknen nur langsam ab, was Schadpilze begünstigt.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert die Gartenbewässerung, wenn ich nicht da bin?

Die Bewässerung des Gartens kann während des Sommerurlaubs zum Problem werden. Während man Kübelpflanzen zur Not einfach in eine Badewanne mit Wasser stellen oder umgedrehte, mit Wasser gefüllte PET-Flaschen in ihr Substrat steckt, bleibt für die Gemüse- und Zierpflanzenbeete eigentlich nur ein williger Nachbar oder Freund, der regelmäßig gießt und schaut, ob alles in Ordnung ist. Eine Alternative wäre lediglich ein vollautomatisches Bewässerungssystem, was allerdings auch mal ausfallen oder nicht wie erhofft funktionieren kann. Das kann unter Umständen großen Ärger geben, wann man dann aus dem Urlaub wieder zurückkommt.

Wie lässt sich der Rasen am besten bewässern?

Große Rasenflächen bewässern Sie am besten mit einem Rasensprenger bzw. Rasensprinkler, der während der Sommermonate etwa 15 bis 20 Liter Wasser pro Quadratmeter verteilt. Diese sollten am besten frühmorgens, noch vor der größten Hitze, angeschaltet werden.

Gibt es auch Bewässerungssysteme für Kübelpflanzen?

Wer seine Kübelpflanzen nicht so oft gießen möchte, kann diese in Hydrokultur halten. Die erdlose Kultur ist auch praktisch, wenn man in den Urlaub fährt, denn dann versorgen sich die Pflanzen für eine Weile praktisch von alleine.

Tipps

Die sogenannte Tröpfchenbewässerung versorgt nicht nur Ihre Gartenpflanzen mit Wasser, sondern eignet sich auch für Kübelpflanzen.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbilder: Mirshik/Shutterstock, HQuality/Shutterstock, visivastudio/Shutterstock, Robert Schlie/Shutterstock, Ivanova Tetyana/Shutterstock, Hadrian/Shutterstock

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