Federborstengras: pflanzen und pflegen

Das Federborstengras (bot. Pennisetum alopecuroides) hat viele Namen. Aufgrund seiner an Flaschenbürsten erinnernden, walzenförmigen Blütenähren wird das Süßgras auch als Lampenputzergras bezeichnet, nach seiner Herkunft manchmal auch als Australisches Lampenputzergras. Die krautige, winterharte Pflanze ziert sowohl Blumenbeete, Staudenrabatten als auch Kübel auf Terrassen und Balkonen. Sie wirkt bei entsprechender Pflege bis weit in den Herbst hinein attraktiv.

Lampenputzergras
Federborstengras ist ein pflegeleichtes, sehr hübsches Ziergras

Herkunft und Verbreitung

Das zur großen Familie der Süßgräser (bot. Poaceae) zählender Federborstengras bzw. Lampenputzergras, wie es auch bezeichnet wird, ist ursprünglich auf den sonnigen Ebenen Australiens beheimatet. Aber auch in ostasiatischen Ländern wie China, Japan und Korea ist die wüchsige Pflanze wild wachsend anzutreffen. Nach Europa kam die beliebte Zierpflanze erst sehr spät, hat sich jedoch nach ihrer Einführung aufgrund ihres hohen Zierwerts und der guten Frostverträglichkeit rasch etabliert.

Das Federborstengras (bot. Pennisetum alopecuroides) ist eine von etwa 80 weiteren Lampenputzergräser-Arten, allerdings von all diesen die am weitesten verbreiteste.

Verwendung

Pennisetum alopecuroides eignet sich wegen seines kräftigen Wuchses und der hübschen Blüten sowohl für eine Einzelstellung als auch für eine Gruppenpflanzung in Beeten und Rabatten. Als Pflanzpartner bieten sich zahlreiche Staudenarten an. So eignet sich das Federborstengras sehr gut als Rosenbegleiter, lässt sich aber auch prima mit Wildstauden oder Herbstblühern kombinieren. Attraktive Gartenbilder entstehen beispielsweise durch die Vergesellschaftung mit Herbstastern, Phlox, Mädchenauge, Hohen Fetthennen, Sonnenhut, Katzenminzen oder Rittersporn. Des Weiteren passt das Federborstengras auch zu niedrigen Bodendeckern. Klein bleibende Sorten wie beispielsweise ‚Hameln‘, ‚Cassian‘ oder ‚Little Bunny‘ eignen sich zudem für eine Kübelkultur und schmücken sonnige Terrassen und Balkone.

Aussehen und Wuchs

Das ausdauernde Federborstengras entwickelt einen üppigen Horst mit bogig überhängenden Blättern aus, über dem ab den späten Sommermonaten die zarten Blütenähren in Erscheinung treten. Der Blatthorst bildet eine nahezu perfekte Halbkugel und wirkt eher wie ein Busch denn wie ein horstig wachsendes Gras. Die Art wird in etwa so hoch wie sie breit wird, wobei einzelne Sorten wie etwa ‚Paul’s Giant‘ Wuchshöhen von bis zu 150 Zentimetern erreichen. Andere, etwa ‚Little Bunny‘ oder ‚Little Honey‘, hingegen bleiben mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 30 Zentimetern deutlich kleiner. Die Art an sich erreicht Wuchshöhen zwischen 60 und 90 Zentimetern. Die Blütenähren sind dabei etwa 20 Zentimeter höher als die Laubblätter.

Blätter

Die sehr schmalen Blätter des Federborstengrases werden maximal 12 Millimeter breit. Während der Sommermonate weisen sie eine graugrüne Farbe auf, färben sich im Herbst jedoch meist goldgelb. Manche Sorten, beispielsweise ‚Hameln‘ und ‚Cassian‘, entwickeln eine besonders attraktive Herbstfärbung, die rötlich bis bernsteinfarben ausfallen kann. Die Blätter des Lampenputzergrases sehen auch im Winter noch sehr attraktiv aus, allerdings treiben die neuen Halme erst spät im Frühjahr wieder aus.

Blüte und Blütezeit

Die attraktiven Blütenähren des Federborstengrases erinnern äußerlich an Fuchsschwänze oder kleine Flaschenbürsten. Die meisten Sorten bilden bräunliche bis rosarote Blüten aus, die erst im Spätsommer erscheinen und zwischen August und Oktober einen wahren Augenschmaus in Beet oder Kübel sind. Selbst im Winter dienen die verblühten Ähren noch als Schmuck, da die Blüten nicht gleich zerfallen. Allerdings tritt diese Pracht nur nach warmen und sonnigen Sommern auf. Ist die warme Jahreszeit dagegen kurz, kalt und / oder regnerisch, so kann die Blütezeit durchaus ganz oder teilweise ausfallen.

Giftigkeit

Das Federborstengras ist weder für den Menschen noch für Tiere giftig. Vorsicht ist trotzdem geboten, denn an den harten Halmen können sich spielende Kinder leicht schneiden. Haustiere laufen zudem Gefahr, dass die Gräser in der Luftröhre stecken bleiben oder die inneren Schleimhäute verletzen. Aus diesem Grund sollten die Ziergräser stets nur da angepflanzt bzw. aufgestellt werden, wo neugierige Kinder und hungrige Haustiere nicht an sie herankommen.

Welcher Standort ist geeignet?

Das Federborstengras braucht viel Sonne und Wärme, wobei eine tägliche Sonnenbestrahlung von mindestens vier Stunden gegeben sein muss. Am wohlsten fühlt sich das Gewächs in den südlichen Bereichen des Gartens, etwa in offen stehenden Blumenbeeten und Rabatten ohne Schattenwurf durch Bäume oder Mauern. An zu dunklen Standorten hingegen verkümmert die Pflanze und geht in der Regel recht schnell ein.

Boden

Am wohlsten fühlt sich das Federborstengras in ganz normalem, lockeren Gartenboden, der feinen Kies oder Lehm enthalten darf. Wichtig ist lediglich, dass der Untergrund nicht verdichtet ist, sondern gut durchlässig. Gegebenenfalls lockern Sie den Erdboden gut auf und mischen diesem Kies oder Sand unter. Wird das Lampenputzergras hingegen in Kübeln kultiviert, pflanzen Sie sie am besten in ganz normale Blumen- oder Einheitserde, die gern mit Sand oder Kies vermengt werden kann. Wichtig ist auch eine entsprechende Drainage, damit überschüssiges Wasser abfließen kann und Staunässe gar nicht erst entsteht.

Federborstengras richtig pflanzen

Achten Sie beim Einpflanzen des Federborstengrases darauf, dass dieses recht groß sowie umfangreich werden kann und deshalb viel Platz braucht. Halten Sie zu anderen Gartenpflanzen einen Pflanzabstand von mindestens 60 bis 80 Zentimetern ein und vermeiden Sie einen Standort mit großem Wurzeldruck, etwa von größeren Gehölzen wie Bäumen oder Hecken. Dieser wird von dem empfindlichen Ziergras nicht vertragen. Am wohlsten fühlt sich die Pflanze auf größeren Freiflächen und in großzügig angelegten Steingärten. Die beste Jahreszeit zum Auspflanzen des Federborstengrases in den Garten ist das Frühjahr.

Federborstengras gießen

Kübelpflanzen sollten regelmäßig, ausgepflanzte Exemplare dagegen nur bei Bedarf gegossen werden. Dieser ist beispielsweise bei großer Trockenheit und / oder sommerlicher Hitze gegeben. Achten Sie darauf, dass das Federborstengras weder Staunässe noch dauerhaft trockene Wurzelballen verträgt. Ein Hinweis auf zu große Trockenheit sind häufig bräunliche Verfärbungen an den Blattspitzen und Halmen. In diesem Fall sollten Sie die betreffende Pflanze kräftig wässern. Halten Sie sich dabei an die folgenden Hinweise, dann kann nichts schief gehen:

  • Gießen Sie Kübelpflanzen schon vor dem Austrocknen der oberen Substratschicht.
  • Verwenden Sie weiches, kalkarmes Wasser.
  • Gut geeignet sind Regenwasser sowie gefiltertes bzw. abgestandenes Leitungswasser.
  • Temperieren Sie das Wasser, denn das Gießen mit kaltem Wasser schadet dem Federborstengras.

Insbesondere in den ersten Wochen nach dem Auspflanzen sollten Sie die Pflanzen kräftig wässern, um das Einwurzeln zu erleichtern. In dieser Zeit darf der Boden nicht austrocknen.

Federborstengras richtig düngen

Eine regelmäßige Düngung ist lediglich für Kübelexemplare sowie für bereits seit einigen Jahren am Standort etablierte Pflanzen sinnvoll. Dabei sollte vor allem während der kräftezehrenden Blütezeit gedüngt werden, da die Ausbildung der hübschen Blütenähren der Pflanze einiges abverlangt. Als Düngemittel eignen sich vor allem die folgenden:

  • flüssiger Grünpflanzen- oder Staudendünger für in Töpfen gehaltene Gräser
  • Komposterde oder reifer Kompost
  • wer einen Gartenteich hat, nimmt einfach nährstoffreiches Teichwasser
  • Blaukorn

Bringen Sie den Dünger niemals auf trockener Erde aus, sondern stets nur auf befeuchteter. Am besten versorgen Sie die Pflanzen mit im Gießwasser aufgelösten Düngemitteln. Dann gelangen die Nährstoffe gleich dorthin, wo sie gebraucht werden.

Federborstengras richtig schneiden

Schneiden Sie das Federborstengras im Frühjahr etwa eine Handbreit über dem Boden ab, dies fördert den Neuaustrieb frischer Blätter. Greifen Sie jedoch auf keinen Fall schon im Herbst zur Schere, denn die langen Halme dienen als Winterschutz. Sind sie hingegen zu kurz, drohen Frost- und Fäulnisschäden.
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Federborstengras vermehren

Das Federborstengras neigt nach einigen Jahren stark zur Vergreisung, bildet dann nur noch wenige Blüten aus und wirkt insgesamt in seinem Wuchs nicht mehr so schön üppig. Sie können es ganz einfach zu neuem Austrieb anregen, indem Sie es mitsamt dem Wurzelstock ausgraben, diesen in mehrere Stücke teilen und anschließend separat wieder einpflanzen.

Überwintern

Die meisten Sorten des Federborstengrases sind ausreichend winterhart und können an geschützten Standorten problemlos im Garten überwintern. Das gilt jedoch nicht für alle Varietäten: So manches Lampenputzergras sollte aufgrund fehlender Winterfestigkeit möglichst nur in Kübeln kultiviert und über die kalte Jahreszeit frostfrei gebracht werden. Andere Sorten hingegen können draußen bleiben, brauchen aber eine schützende Isolierung, etwa in Form von Reisig, Stroh oder Mulch. Knicken Sie beim Anbringen des Schutzes keine Halme um , denn dadurch erfährt die Pflanze eine Schwächung und ist anfälliger für Krankheiten oder Schädlinge. Binden Sie die Halme zu diesem Zweck zusammen.

Krankheiten und Schädlinge

Bei passendem Standort und sorgfältiger Pflege ist das Federborstengras im Hinblick auf Krankheiten und Schädlinge recht unempfindlich. Problematisch wird es meist erst, wenn der Standort dauerhaft zu nass oder zu trocken ist, in beiden Fällen können pilzliche Erkrankungen auftreten. An trockenen und warmen Standorten sind zudem Spinnmilben keine Seltenheit.

Tipps

Die blühenden Halme des Federborstengrases lassen sich abschneiden und getrocknet für attraktive Trockengestecke verwenden. Aber auch in herbstlichen Blumengebinden bzw. -sträußen machen die langen Halme eine gute Figur.

Arten und Sorten

Das Federborstengras gibt es in verschiedenen Wildarten, die in der Regel größer werden als die Zuchtsorten. Neben der Art Pennisetum alopecuroides wird in Gärten auch gern das höher wüchsige und rosa blühende Pennisetum orientale (auch als „Feines Federborstengras“ bezeichnet) angepflanzt. Die Auswahl der Sorte sollte nach dem gewünschten Verwendungszweck und dem vorhandenen Platz erfolgen. Kleinwüchsige und nicht winterharte Ziergräser können auch in Töpfen kultiviert werden, während die größeren Varianten im Gartenbeet besser aufgehoben sind.

Die schönsten Sorten des Federborstengrases:

  • ‚Cassian‘: Wuchshöhe bis 100 Zentimeter, hellbraune Blütenrispen
  • ‚Compressum‘: Wuchshöhe bis 100 Zentimeter, gelbbräunliche Blütenrispen
  • ‚Hameln‘: Wuchshöhe bis ca. 50 Zentimeter, braunrote Blütenähren, frühe Blütezeit ab Sommeranfang
  • ‚Herbstzauber‘: Wuchshöhe bis 80 Zentimeter, gelbbräunliche Blütenrispen
  • ‚Little Bunny‘: auch Zwerglampenputzergras, Wuchshöhe zwischen zehn und 30 Zentimeter
  • ‚Moudry‘: Wuchshöhe bis 50 Zentimeter, violette bis fast schwarze Scheinblüten
  • ‚Red Hed‘: Wuchshöhe bis 90 Zentimeter, rosarote bis braune Blütenähren zwischen Juli und Oktober
Text: Ines Jachomowski

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