Praktisch und essbar: Kräuter als Bodendecker

Bodendecker sind pflegeleichte Flächenfüller, dekorative Unkrauthemmer und natürliche Bodenverbesserer. Zu all diesen Vorzügen kann noch ein weiterer hinzukommen: einige sind nämlich auch noch würzige Küchenverfeinerer!

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Thymian ist ein lecker duftender Bodendecker

Nur Flächen füllen? Langweilig!

Aus Bodendeckern kann man viel mehr herausholen als nur nackte Flächen pflegeleicht zu begrünen. Der echte Garten-Crack kombiniert mit diesem profanen Hauptzweck noch einige weitere Nützlichkeiten. Da wäre zum einen die Möglichkeit, exponierte Böschungen vor Erosion zu bewahren. Oder den Boden unter Sträuchern und Bäumen ganz automatisch unkrautfrei, befeuchtet und nährstoffreich zu halten. Auch haben viele Bodendecker mit hübscher Blüte und/oder attraktiver Blattstruktur einen hohen Zierwert.

Ein positiver Nebeneffekt, der mit Bodendeckern eher nicht gleich in Verbindung gebracht wird, ist die Würze für die Küche. Einige niedrige Stauden, die gern zur Flächenfüllung oder für Steingärten eingesetzt werden, sind nämlich gleichzeitig schmackhafte Kräuter – warum also bei pragmatischen Flächenbegrünungen nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und sich parallel einen Würzvorrat anlegen?

Standort beachten

Gerade bei Bodendeckerpflanzungen im Garten eignet sich der Einsatz von Kräutervarianten besonders – denn wenn Sie von der frischen Würze beim täglichen Kochen profitieren möchten, haben Sie es für die Ernte nicht weit. Zu beachten bei der Auswahl des Kräuter-Bodendeckers sind natürlich die Standortbedingungen der zu begrünenden Fläche. Liegt sie schattig oder sonnig? Ist der Boden eher mager oder nährstoff- und humusreich? Hier ein paar Vorschläge für Kräuter-Bodendecker für unterschiedliche Standorte:

für sonnige Standorte:

  • Thymian: klassische mediterrane Würze, viele verschiedene Sorten
  • Eiskraut: als knackige Salatgarnierung
  • Kapuzinerkresse: würzige Salatbeigabe, auch Knospen und Blüten essbar
  • Bachbunge: Salatzugabe, Spinatersatz, entzündungshemmend, blutreinigend
  • Gundermann/Gundelrebe: als Salatwürze
  • Himalaya-Knöterich: für entzündungshemmende Tees
  • Dost/Oregano: feine, mediterrane Würze

für schattige Standorte:

  • Bärlauch: grüner, frischer Knoblauchersatz, für Salate und Pestos
  • Waldmeister: für Maibowle, Sirup, Likör, Pudding
  • Minze: für Tee, als Salatkraut, für Auszüge und Öle

mögen magere Böden:

  • Thymian
  • Eiskraut
  • Dost/Oregano

brauchen nährstoffreiche Böden

  • Bärlauch
  • Minze
  • Waldmeister (humos)

Viele der genannten Kräuter-Bodendecker haben im Garten noch einen weiteren Vorteil: einige sind nämlich so aromatisch, dass sie schon im Vorbeigehen den Geruchssinn ansprechen. Vor allem der Bärlauch verströmt sein feines, lauchiges Aroma weithin und auch Thymian kann, gerade wenn er großflächig angebaut ist, für herrlich würzige Duftschwälle beim Sitzen auf der Terrasse sorgen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: pilialoha/Shutterstock

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