Eignet sich Thymian als Bodendecker?

Die meisten Thymianarten wachsen aufrecht in die Höhe und bilden Halbsträucher. Es gibt allerdings auch eine Reihe von - entweder in der Natur vorkommenden als auch speziell gezüchteten - Sorten, die sehr niedrig bleiben und bodenbedeckend wachsen. Diese Polsterthymiane sind in der Regel bis zu einem gewissen Grad trittfest.

Bodendecker Thymian

Vorteile von Thymian als Bodendecker

Früher hielt man es für ästhetisch, jede Pflanze in der Rabatte mit etwas Platz um sie herum, d. h. als Individuum, zu ziehen. Da jedoch nackte Erde meist nicht nackt bleibt, ist ein solcher Garten ein Paradies für wild wucherndes Unkraut und somit sehr arbeitsintensiv. Aus diesem Grund finden moderne Gärtner es sinnvoller, Pflanzengruppen ineinander übergehen zu lassen und so eine grüne Decke zu schaffen. Diese Art der Bodenbedeckung hält das Unkraut fern und reduziert somit den Arbeitsaufwand für die Rabatten beträchtlich.

Geeignete Sorten

Die verschiedenen Arten von Polster bildenden Thymianen bleiben in der Regel recht niedrig und erreichen Wuchshöhen zwischen zwei und zehn Zentimetern. Mit der Zeit entwickeln die schnell wachsenden Pflanzen regelrechte Matten, die nahezu undurchdringlich sind. Ebenso wie herkömmliche Thymianarten lassen sich auch die Polsterthymiane in der Küche sowie als Heilkraut verwenden. Besonders hübsch sehen Thymianmatten zwischen Juni und Juli aus, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen und einen dichten, duftenden Blütenteppich bilden.

  • Thymus cherlerioides (Polster- oder Feldthymian) ist ein rasenbildender Zwergstrauch, der wild auf der Balkanhalbinsel sowie auf der Krim vorkommt. Er blüht kräftig violett bis scharlachrot.
  • Thymus praecox – zahlreiche niedrig wachsenden und polsterbildende Sorten, z. B. Atropurpurea (üppig violett blühend) oder Minor (besonders flach und trittfest)

Bodenbedeckenden Thymian pflanzen

Bodendecker sind Konkurrenten von Unkräutern und insofern eine wirksame Unkrautbekämpfung. Allerdings müssen Sie den gewünschten bodenbedeckenden Thymianpflanzen einen Vorsprung geben: Setzen Sie die Pflanzen in zuvor gründlich bearbeiteten, unkrautfreien Boden. Pflanzen Sie sie zudem durch einen Kunststoffmulch – etwa eine in regelmäßigen Abständen durchlöcherte Plastikplane – und verbergen Sie diese mit Kies; schon können Sie Ihre Gartenunkräuter auf ein Minimum reduzieren und verschaffen Ihren Jungpflanzen einen wertvollen Wachstumsvorteil. Sie benötigen etwa zwischen sieben bis zehn Thymianpflanzen pro Quadratmeter, dies entspricht einem Pflanzabstand zwischen 20 und 25 Zentimetern.

Den richtigen Standort auswählen

Alle Thymiane liebenein sonniges Plätzchen in einem trockenen, nicht zu nährstoffreichen Boden – da sind Polsterthymiane natürlich keine Ausnahme. Aus diesem Grund gehört bodenbedeckender Thymian nicht unter Schatten spendende Bäume, Sträucher oder Stauden; eignet sich dafür aber sehr gut in Stein- oder Kiesgärten sowie als Bepflanzung von Terrassenbeeten und Böschungen. Auch Trockenmauern oder Tröge lassen sich mit Polsterthymian prima begrünen – dann wachsen die Pflanzen leicht überhängend.

Tipps & Tricks

Zwar ist Polsterthymian trittfest, doch längst nicht in dem Maße wie es etwa herkömmlicher Rasen ist. Aus diesem Grund wird ein Kräuterrasen vor allem an für Rasenmäher schwer zugänglichen Orten gepflanzt bzw. sollte nur selten betreten werden. Zum Spielen und Toben eignet er sich nicht. Führt dennoch regelmäßig Ihr Weg dort hindurch, so sollten Sie einen zur Schonung der Pflanzen einen Plattenweg anlegen.

IJA

Text: Ines Jachomowski
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