Zwergholunder

Zwergholunder – ein schwarzes Schaf im Portrait

Innerhalb seiner Gattung nimmt Zwergholunder die Position eines verfemten Außenseiters sein. Dieser Umstand liegt weniger an seinem Erscheinungsbild, als vielmehr am Giftgehalt. Dabei hat der Attich durchaus seine positiven Attribute, wie das folgende Portrait zutage fördert.

Dekorative Windschutzpflanze für kleine Gärten

Seine ursprüngliche Bedeutung als wichtige Heilpflanze im Mittelalter hat der Zwergholunder längst eingebüßt. Dies macht das ausdauernde Moschuskrautgewächs wett durch ein kompaktes Wachstum. Selbst an windexponierten Standorten entlang der Meeresküsten macht ein Attich nicht schlapp. Da er zugleich bei weitem nicht den Umfang eines Schwarzen Holunders erreicht, fungiert er in kleinen Gärten als praktische Windschutzpflanze. Seine Daten im Überblick:

  • Wuchshöhe: 60 bis 150 Zentimeter
  • Wuchsbreite: 60 bis 100 Zentimeter
  • jährlicher Zuwachs: 10 bis 25 Zentimeter
  • weiße Tellerblüten von Mai bis Juni
  • schwarze Holunderbeeren ab August
  • laubabwerfend und winterhart

Da ein Zwergholunder – im Gegensatz zu anderen Holunderarten – nicht verholzt, erweisen sich seine Triebe als sehr viel flexibler unter windigen Bedingungen. Dank der hübschen, endständigen Blüten und den aufwärts gerichteten Fruchtständen, ziert und schützt der Attich den Garten. Einziges Manko ist die Toxizität der gesamten Pflanze, einschließlich der Beeren.

Zwergholunder pflanzen im Beet

Wer sich des Giftgehaltes von Zwergholunder bewusst ist und entsprechend schützt, pflanzt ihn an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Selbst unter weniger günstigen Lichtverhältnissen gedeiht die robuste Pflanze, solange das Erdreich ausreichend nährstoffreich und humos beschaffen ist. Attich eignet sich somit ausgezeichnet, um auf großen Flächen zu verwildern und diesen einen urwüchsigen Charakter zu verleihen. So gehen Sie dabei vor:

  • langärmelige Kleidung und Handschuhe anlegen
  • am Standort das Erdreich tiefgründig lockern und mit Kompost anreichern
  • eine Pflanzgrube anlegen mit dem 1,5-fachen Umfang des Wurzelballens
  • den Zwergholunder austopfen, in die Erde setzen und angießen
  • dabei einen Gießrand anlegen, der zum Wurzelhals hin abfällt
  • ein Pflanzabstand von 60-80 Zentimetern gilt als angemessen

Eine Mulchschicht aus Laub, Brennnesselblättern oder Grasschnitt hält die Erde länger feucht und fördert das Anwachsen. Sollte der Attich zum Zeitpunkt der Pflanzung bereits ausgetrieben sein, schneiden Sie ihn um ein Drittel zurück. In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollte häufiger gegossen werden, damit sich die Wurzeln gut etablieren können. In der Folge begnügt sich der Zwergholunder mit dem natürlichen Regenaufkommen.

Einsetzen im Kübel

Dank seines buschigen Wachstums bis maximal 150 Zentimeter, eignet Zwergholunder sich bestens für die Kübelkultur. Es sollte sichergestellt sein, dass keine Kinder oder Haustiere in seine Nähe gelangen. Als Substrat kommt handelsübliche Kübelpflanzenerde infrage, die mit Kompost angereichert wird. Eine Drainage über dem Wasserablauf im Boden beugt schädlicher Staunässe vor.

Tipps & Tricks

Als Windfang für den Sitzplatz im Garten oder auf der Terrasse ist Zwergholunder ungeeignet. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu den weniger giftigen Holunderarten ist sein unangenehmer bis widerlicher Geruch.

GTH

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