Holunder

Holunder giftig? Das sollten Sie beachten!

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Holunderbeeren sind vielseitig verwendbar, doch ihr Genuss erfordert Kenntnis über ihre Eigenschaften. Dieser Artikel klärt über die Giftigkeit von Holunderbeeren auf und gibt Tipps zur sicheren Ernte und Verarbeitung.

Holunder giftig

Giftigkeit von Holunderbeeren

Rohe Holunderbeeren, insbesondere die des Schwarzen Holunders, enthalten das Glykosid Sambunigrin, das bei Verzehr größerer Mengen Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen kann. Während gesunde Erwachsene geringe Mengen roher Beeren in der Regel ohne Probleme verzehren können, sollten Kinder und empfindliche Personen den Rohverzehr meiden.

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Unterschiede zwischen Schwarzem und Rotem Holunder

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) und Roter Holunder (Sambucus racemosa) unterscheiden sich sowohl in ihren Eigenschaften als auch in ihrer Giftigkeit.

Schwarzer Holunder

Schwarzer Holunder wird häufig für die Herstellung von Säften, Sirupen und Marmeladen verwendet. Die Beeren sind nach dem Erhitzen unbedenklich, da das Sambunigrin durch Hitze abgebaut wird. Reife Beeren haben eine dunkelblaue bis schwarzviolette Färbung.

Roter Holunder

Roter Holunder enthält eine höhere Konzentration an giftigen Stoffen. Nach dem Kochen sollten die Kerne entfernt werden, da sie weiterhin gesundheitsschädliche Glykoside enthalten. Der Saft kann nach der Entfernung der Kerne zu Gelee, Sirup oder Likör verarbeitet werden. Reife Rote Holunderbeeren sind karminrot und kleiner.

Verwechslungsgefahr mit Zwergholunder

Der Zwergholunder (Sambucus ebulus), auch Attich genannt, ist in allen Teilen giftig und darf nicht mit Schwarzem oder Rotem Holunder verwechselt werden.

Merkmale des Zwergholunders

Er hat einen buschartigen Wuchs und bleibt bis zu 150 Zentimeter hoch. Die Blütenrispen stehen aufrecht, die Beeren sind aufwärts gerichtet und haben eine charakteristische kleine Delle. Zwergholunder verbreitet zudem einen sehr unangenehmen Geruch.

Richtige Ernte und Verarbeitung von Holunderbeeren

Achten Sie bei der Ernte auf die Reife der Beeren. Reife Beeren des Schwarzen Holunders sind tiefdunkel blauviolett, während reife Beeren des Roten Holunders vollständig rot sind. Unreife Beeren enthalten höhere Mengen Sambunigrin und sollten nicht verwendet werden.

Verarbeitung

Bevor Holunderbeeren verzehrt werden, sollten sie immer erhitzt werden, um das Sambunigrin abzubauen. Die Beeren können zu Saft, Sirup, Marmelade, Gelee, Kompott oder Likör verarbeitet werden. Dazu sollten sie mindestens 20 Minuten auf über 80 Grad Celsius erhitzt werden.

Kerne entfernen

Beim Roten Holunder sollten die Kerne nach dem Kochen entfernt werden, da sie weiterhin gesundheitsschädliche Glykoside enthalten.

Achten Sie stets auf sichere Erntemethoden und die korrekte Verarbeitung, um die gesundheitlichen Vorteile der Holunderbeeren ohne Risiko genießen zu können.