Welche Wildsträucher eignen sich für den naturnahen Garten?

Heimische Sträucher sind wertvolle Gewächse, die als Nahrungsquelle, Rückzugsort und Nistplatz dienen. Sie bereichern den Garten nicht nur durch ihren Blüten- und Fruchtschmuck, sondern auch durch eine größere Artenvielfalt. Es gibt für jeden Standort passende Gehölze.

Wildstrauch für den Garten
Der Liguster ist ein hübsch blühender Wildstrauch

Wichtige ökologische Funktion

Heimische Wildsträucher entwickeln zahlreichen Verzweigungen. Sie besitzen oft Dornen und bieten so einen sicheren Rückzugsort für kleine Singvögel. Währen der Wintermonate bieten Wildfrüchte von Holunder, Vogelbeere und Felsenbirne einen reich gedeckten Tisch. Vögel nutzen Wildsträucher als Nahrungsquelle, wenn sonst nichts mehr zu finden ist. Selbst Efeu wird als Notreserve genutzt, wenn das verholzende Gewächs zur Fruchtbildung gelangt. Neben Vögeln können Sie an diesen Sträuchern auch Schmetterlinge wie den Seidenschwanz beobachten, der sich am Nektar der Blüten labt.

Sträucher für sonnige Standorte

Die Berberitze (Berberis vulgaris) ist mit ihren gelben Blüten, die von Mai bis Juni blühen, eine wertvolle Nektarquelle für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Der Strauch entwickelt dornige Äste, in die sich kleine Singvögel zurückziehen. Das Gewächs fühlt sich auf trockenen bis mittelfeuchten Böden wohl. Ähnliche Ansprüche hat der Besenginster (Sarothamnus scoparius), dessen gelbe Blütenpracht ebenfalls zwischen Mai und Juni erscheint.

Weitere Sonnenanbeter:

  • Himbeere (Rubus idaeus)
  • Kreuzdorn (Rhamnus catharticus)
  • Liguster (Ligustrum vulgare)

Halbschattige bis schattige Lagen

Rote und Schwarze Johannisbeere (Ribes rubrum und Ribes nigrum) gedeihen auf mittelfeuchten bis feuchten Böden unter lichtarmen Bedingungen. Ihre Blüten entwickeln sich zwischen April und Mai. Die Früchte sind nicht nur für den Menschen interessant. Auch Vögel haben es auf die süßen Beeren abgesehen und sind häufige Besucher im Garten. Die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) entwickelt rote Früchte, die für den Menschen giftig sind. Vögel stören sich nicht an den toxischen Inhaltsstoffen.

Sträucher bis sonnige bis halbschattige Standorte:

  • Zweigriffeliger Weißdorn (Crataegus laevigata)
  • Wildbirne (Pyrus pyraster)
  • Traubenkirsche (Prunus padus)

Unterpflanzung

Anstatt den Boden zu mulchen, können Sie hohe Bäume mit niedrigen Sträuchern oder Kräutern unterpflanzen. Mit einem Heckensaum aus heimischen Pflanzen schaffen Sie eine vordergründige Kulisse, die einen wertvollen Lebensraum bietet. Wald-Storchschnabel, Frauenmantel oder Klebriger Salbei eignen sich ideal als Untersaaten. Lücken werden durch Seifenkraut und Mondviole geschlossen.

Text: Christine Riel

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