Traubenkirsche: Vom Anbau bis zur Ernte

Mit einem märchenhaften, weißen Blütenschleier feiert die Traubenkirsche den Frühling. Im Spätsommer locken verheißungsvolle Früchte. Ein Fest für hungrige Insekten und notleidende Vögel. Hinter dieser malerischen Inszenierung verbirgt das stattliche Wildobstgehölz ein dunkles Geheimnis, das nach Bittermandeln riecht. Sollten Sie Ihren Naturgarten nun mit dem Wildobstgehölz aufwerten oder lieber nicht? Eine grüne Entscheidungshilfe für Hobbygärtner, ob die Traubenkirsche ins ökologische Gartenkonzept passt mit Tipps zum richtigen Pflanzen und Pflegen.

traubenkirsche
Im Frühling ist die Traubenkirsche besonders schön anzusehen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Prunus padus
  • Familie: Rosengewächse
  • Wuchstyp: sommergrüner Strauch, Kleinbaum
  • Wuchshöhe: 600 – 1500 cm
  • Blatt: dunkelgrün, gelb-rote Herbstfärbung
  • Blütezeit: April bis Juni
  • Blüte: weiße Trauben
  • Frucht: Steinfrüchte
  • Giftigkeit: partiell giftig
  • Winterhärte: winterhart
  • Krankheiten und Schädlinge: Spitzendürre, Gespinstmotte
  • Verwendung: Naturgarten, Ziergehölz, Hecke

Frucht

Während der verschwenderischen Frühlingsblüte kümmern sich Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge um die Bestäubung. Es gibt viel zu tun für die emsigen Insekten, denn eine Traubenkirsche erstrahlt mit unzähligen, 10 bis 20 cm langen, überhängenden, 12- bis 30-blütigen Trauben. Als Belohnung lockt die Bestäuber ein Schlückchen Nektar im Zentrum jeder Blüte. Jede bestäubte Blüte verwandelt sich bis zum Spätsommer in eine essbare Steinfrucht. Diese Eigenschaften zeichnen die Frucht einer Traubenkirsche aus:

  • Farbe: hellrot, bei Vollreife schwarz
  • Größe: erbsengroß
  • Form: kugelig
  • Gewicht: 1,3 bis 2,1 g
  • Fruchtfleisch: herb-bitter, essbar, ungiftig
  • Steinkern: zugespitzt, netzartig-grubig, giftig

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Essbare Steinfrüchte aus der Nähe betrachtet

Blatt

Kurz vor Beginn der Blütezeit legt die heimische Traubenkirsche ihr Blattgewand an. Im Verlauf des Jahres durchläuft das Laub eine farbliche Verwandlung, bis es im Winter abfällt. Zu erkennen ist ein Blatt an diesen Merkmalen:

  • Farbe: Oberseite matt dunkelgrün, Unterseite graugrün, gelbrote Herbstfärbung
  • Größe: 6 bis 15 cm lang
  • Form: verkehrt-eiförmig bis elliptisch zugespitzt, gestielt, feingesägter Blattrand
  • Besondere Eigenschaften: wichtige Futterpflanze für bedrohte Schmetterlingsarten, wie Birkenzipfelfalter und Zitronenfalter
  • Gärtnerischer Nutzwert: schnelle Zersetzung, gute Humusbildung, ideale Zugabe für den Kompost

Die in Mitteleuropa eingewanderte Amerikanische Traubenkirsche (Prunus serotina) trägt 4 bis 12 cm lange, länglich-eiförmige bis länglich-lanzettliche Blätter mit einer dunkelgrünen, glänzenden Oberseite und hellgrüner Unterseite. Fernerhin ist der Blattrand markanter gezähnt, als am Blatt einer Prunus padus.

Giftigkeit

In Bezug auf ihren Giftgehalt ist die Traubenkirsche überaus wankelmütig. Einige Pflanzenteile sind durchströmt von Giftstoffen, die Fressfeinde auf Abstand halten sollen. Andere Bereiche sind ungiftig bis essbar. Folgende Tabelle nennt die Einzelheiten:

  • Giftig: Rinde, Holz, Wurzeln, Blätter, Samen, Steinkern,
  • Ungiftig: Blüten, Fruchtfleisch
  • Essbar: Steinfrucht ohne Kern (entsaftet, zubereitet zu Mus, Marmelade, Destillat)

Giftige Pflanzenteile enthalten primär Blausäure, zu erkennen am verräterischen Bittermandel-Duft. Am stärksten ist der unangenehme Geruch wahrnehmbar, wenn Sie an der Rinde schnuppern oder ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben. Seriösen Quellen zufolge erzielt die Traubenkirsche keine Heilwirkung (siehe botanikus.de). Überlieferte Rezepte berichten, dass ein Tee aus der Rinde Linderung verspricht bei Husten, Rheuma, Augenleiden, Asthma, Gicht und zu hohem Blutdruck. Ob die Konsumenten für den Verzehr von Traubenkirschentee mit Übelkeit, Erbrechen und Krämpfen büßen müssen, ist nicht überliefert.

Verwendung

Die Traubenkirsche hat alle wertvollen Eigenschaften im Gepäck, die sich Hobbygärtner von einem Gehölz für den Naturgarten wünschen. Das opulente Blütenfestival mit malerisch überhängenden Trauben, gefolgt von furioser Herbstfärbung, ist eine Quelle der Inspiration für kreative Verwendungsmöglichkeiten. Bienenfreundliche Schalenblüten, essbare Steinfrüchte und rasantes Wachstum in luftige Höhen runden den Zier- und Nutzwert sinnvoll ab. Folgende Tabelle gibt einen Einblick:

Naturgarten Ziergarten
Bienenweide Solitär im Rasen
Vogelnährgehölz Hausbaum
Wildobst-Strauch Sichtschutz-Hecke

Im Frühjahr lockt ein Meer aus Blütentrauben Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge zum Nektar-reichen Buffet. Für Vögel ist im Spätsommer der Tisch gedeckt mit nahrhaften Beeren. Jetzt müssen Hobbygärtner sich sputen, um einen Teil der Steinfrüchte zu ergattern als Zutat für herb-fruchtige Marmelade, bitter-süßen Sirup oder Wildobst-Essig nach Art des Hauses. Als romantischer Solitär-Strauch oder Hausbaum für den Vorgarten ist die Traubenkirsche eine Zierde. Eine Sichtschutz-Hecke aus Prunus padus wahrt die Privatsphäre als blühendes Bollwerk gegen neugierige Blicke.

Das Holz der Traubenkirsche

Unter ihrer unscheinbaren, grauen Rinde verbirgt die Traubenkirsche ein edles Holz mit werthaltigen Eigenschaften. Warme Farben, weiche-elastische Konsistenz, geringes Gewicht und beste Verarbeitungsqualität zeichnen das Holz einer Traubenkirsche aus. Folgende Tabelle nennt die Einzelheiten:

  • Splintholz: weißlich bis gelblich, häufig rötlichbraun überhaucht
  • Kernholz: blass rötlichgelb bis hell rötlichbraun, dunkelt nach
  • Beschaffenheit: weich, elastisch, zerstreutporig, spaltbar, gut brennbar

Diese Vorzüge wissen handwerklich begabte Heimwerker und versierte Tischler zu nutzen für die Herstellung von Musikinstrumenten, Spazierstöcken, Möbel-Einzelstücken und Furnieren. Zu bemängeln sind ein aufdringlicher Geruch und der Giftgehalt. Aufgrund einer minderen Witterungsbeständigkeit können Gummiadern vorkommen. In Mitteleuropa gewachsenes Stammholz ist für die Holzindustrie von nachrangiger Bedeutung. In den USA zählt das Holz der Traubenkirsche zu den begehrtesten Werthölzern für die Herstellung von Möbeln.

Exkurs

Wachstumsrakete mit invasiver Tendenz

Die Traubenkirsche punktet mit einem jährlichen Zuwachs von bis zu 70 Zentimetern. Mit dieser rekordverdächtigen Geschwindigkeit bewegt sich das Rosengewächs auf Augenhöhe mit dem Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii) und anderen Wachstumsraketen. Mit diesem atemberaubenden Wachstum hat sich der Traubenkirschen-Strauch den Ruf eines Neophyten eingehandelt. Pflanzung mit Wurzelsperre und regelmäßiges Schneiden halten den invasiven Ausbreitungsdrang unter Kontrolle.

Traubenkirsche richtig pflanzen – Anleitung

Beste Pflanzzeit für eine Traubenkirsche als preisgünstige Wurzelware ist im Herbst. Einen jungen Strauch im Container können Sie ganzjährig pflanzen, sofern die Erde nicht gefroren oder ausgedörrt ist. Mit gewissenhafter Standortwahl und sachkundiger Pflanztechnik stellen Sie die Weichen für eine zügige Verwurzelung. So pflanzen Sie eine Traubenkirsche richtig:

Standort auswählen

Die Traubenkirsche besiedelt die Auwälder von Europa bis Asien. In sonnig-trockenen Mittelmeerregionen sowie auf den kalkreichen Balkaninseln ist das Wildobstgehölz hingegen ein seltener Gast. Diese Verbreitung gibt wichtige Hinweise auf die Standortqualitäten, die sich Prunus padus im Hobbygarten wünscht:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Frisch-feuchter, nährstoffreicher Boden, gut durchlässig
  • Vorzugsweise neutraler bis leicht saurer pH-Wert um 6
  • Ausschlusskriterien: staunasse, moorige, kalkhaltige und extrem trockene Lagen

Standort vorbereiten

Empfehlenswert für gesundes Wachstum einer frisch gepflanzten Traubenkirsche ist eine gute Bodenvorbereitung. Harken Sie die vorgesehene Pflanzstelle mehrmals durch. Entfernen Sie bei dieser Gelegenheit Unkraut und alte Wurzeln. Verteilen Sie nunmehr 3 bis 5 Liter reife, gesiebte Komposterde je Quadratmeter und harken den organischen Startdünger oberflächlich ein.

Traubenkirsche pflanzen

Während Sie sich der Bodenvorbereitung widmen, stellen Sie die Wurzeln einer jungen Traubenkirsche bitte in einem Eimer mit Wasser. Durchtränkte Wurzelstränge sind weniger anfällig für Trockenstress, eine der häufigsten Ursachen für den Ausfall junger Gehölze in den ersten Monaten. So pflanzen Sie das Wildobstgehölz richtig:

  1. Pflanzgrube ausheben mit der doppelten Größe des Wurzelballens
  2. Aushub zu einem Drittel anreichern mit Kompost und Hornspänen
  3. Grube auskleiden mit einer Wurzelsperrre
  4. Wassergetränkten Wurzelballen mittig ins Pflanzloch setzen
  5. Stützpfahl in die Erde schlagen und mit dem Mitteltrieb verbinden
  6. Grube auffüllen, Erde andrücken und einschlämmen
  7. Wurzelscheibe mulchen mit Laub, Rindenmulch oder Kompost

Ein Pflanzschnitt ist lediglich erforderlich für eine Traubenkirsche als Wurzelware. Vor der Pflanzung schneiden Sie geknickte Wurzeln ab. Für eine dichte Verzweigung kürzen Sie nach dem Pflanzen alle Seitentriebe um ein Drittel ein. Den tragenden Mitteltrieb stutzen Sie bitte nicht. Haben Sie Traubenkirschen den Platz in einer Hecke zugedacht, beträgt der empfehlenswerte Pflanzabstand 50 Zentimeter oder zwei Gehölze je Laufmeter.

Traubenkirsche pflegen – Tipps für Hobbygärtner

Die Pflege einer Traubenkirsche ist geprägt von einem hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Regelmäßiges Schneiden unterbindet eine unerwünschte Ausbreitung. Monilia-Spitzendürre lässt das Gehölz jämmerlich verwelken. Bei Befall mit der Gespinstmotte droht Kahlfraß. Das unkomplizierte Pflegeprogramm im Schnelldurchlauf:

Gießen

Die Traubenkirsche ist ein sehr durstiges Gehölz. Regelmäßiges Gießen bei Trockenheit deckt den hohen Wasserverbrauch. Fühlt sich die Erde unter dem Strauch trocken an, besteht Gießbedarf. Weil Regen das dichte Blätterdach selten durchdringen kann, gießen Sie auch an regnerischen Tagen. Im Hochsommer wässern Sie den Großstrauch am frühen Morgen oder späten Abend durchdringend. Verwenden Sie vorzugsweise gesammeltes Regenwasser oder abgestandenes, kalkarmes Leitungswasser.

Düngen

Organischer Dünger spendet einer Traubenkirsche die nötige Wachstumsenergie. Die Nährstoffvorräte aus der Bodenvorbereitung und Startdüngung sind rasch aufgezehrt. Nachschub liefert eine großzügige Portion Komposterde im März und Juni mit 3 bis 5 Litern je Quadratmeter. Harken Sie den idealerweise gesiebten Kompost oberflächlich ein, denn Prunus padus ist ein Flachwurzler. Damit die Nährstoffe rasch aufgenommen werden, gießen Sie bitte nach.

Schneiden

Die Schnittpflege zielt ab auf die Eindämmung des Wachstums, fördert eine lichtdurchflutete Krone und verleiht Ihrer Traubenkirsche eine ansehnliche Form. Eine sachkundige Schnittführung bringt Schwung ins Wachstum, vitalisiert die Blühfreudigkeit und beugt Krankheiten vor. So schneiden Sie eine Traubenkirsche vorbildlich:

  1. Bester Zeitpunkt: Februar bei frostfreier, trockener Witterung
  2. Alternativer Zeitpunkt: Ende Juni
  3. Zu Beginn alles Totholz auslichten
  4. Überkreuz und senkrecht wachsende Äste entfernen
  5. Stark überhängende, zu lange Triebe um ein Drittel oder mehr zurückschneiden
  6. Schere ansetzen in 3 bis 5 mm Abstand zu einer Knospe oder einem schlafenden Auge
  7. Wichtig: Keine langen Stummel stehen lassen als potenzielle Eintrittspforten für Pilzsporen und andere Krankheitserreger

Beschränkt sich der Formschnitt auf den diesjährigen Zuwachs, schneiden Sie Strauch oder Krone unmittelbar nach der Blüte. Mit diesem Termin fördern Sie die Blütenfülle, weil Prunus padus am einjährigen Holz blüht. Die Traubenkirsche kann zahlreiche Ausläufer bilden und sich über diesen Weg im gesamten Garten ausbreiten. Schneiden Sie Wurzelausläufer dort ab, wo sie von einer Hauptwurzel abzweigen. Entsorgen Sie Schnittgut mit Samen, Früchten oder Wurzelstücken im Biomüll oder der Hausmüll-Tonne. Beblätterte, nicht blühende, gesunde Triebe dürfen auf den Komposthaufen.

Prunus Spitzendürre bekämpfen

Als Teil der facettenreichen Prunus-Gattung bleibt die Traubenkirsche nicht verschont von typischen Krankheiten. Häufig ist ein Befall mit der Pilzinfektion Monilia laxa zu beklagen, auch bekannt als Prunus-Spitzendürre. Botanisch verwandte Leidensgenossen sind Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und Schattenmorelle. Hausmittel und Fungizide stehen im Kampf gegen die Krankheit auf verlorenem Posten. Hoffnung auf Heilung gibt es dennoch. So bekämpfen Sie Spitzendürre an einer Traubenkirsche:

  • Symptome: welke Blüten und Blätter, weißlich-brauner Pilzrasen auf absterbenden Triebspitzen, Gummifluss
  • Bekämpfung: befallene Zweige 15 cm weit ins gesunde Holz zurückschneiden
  • Vorbeugung: jährlicher Auslichtungsschnitt, Fruchtmumien entfernen, infiziertes Schnittgut im Hausmüll entsorgen

Gespinstmotte – Bekämpfen oder aussitzen?

Sehr zum Leidwesen von Hobbygärtnern hat sich ein gefräßiger Schädling auf die Traubenkirsche spezialisiert. Die gelb-schwarzen Raupen der Traubenkirschen-Gespinstmotte (Yponomeuta evonymellus) sind in ihrer Gier unersättlich und fressen das Gehölz kahl. Das Ende vom Lied ist ein vollständig eingesponnenes, blattloses Gerippe, das im Sonnenlicht gespenstisch schimmert. Eine Bekämpfung ist nicht erforderlich. Warum das so ist, erklärt folgender kurzer Einblick in den Lebenszyklus von Gespinstmotten und der Reaktion einer Traubenkirsche:

Im Frühjahr schlüpfen die überwinterten Raupen aus ihren Puppen und fressen die jungen Blätter. Gleichzeitig produzieren die Schädlinge ein dichtes, silbrigweißes Gespinst zu ihrem Schutz vor Parasiten und Nässe. Unter diesem Schutzgewebe leben, fressen und verpuppen die nimmersatten Larven. Mitte/Ende Juni schlüpfen ausgewachsene Falter, die keine Nahrung aufnehmen, sodass der Kahlfraß ein Ende hat. Schon zwei Wochen später treibt die leidgeprüfte Traubenkirsche wieder aus. Einziger Wermutstropfen ist der Ausfall der diesjährigen Wildobsternte, weil die Schädlinge sich ebenfalls an den Blütentrauben vergreifen.

Beliebte Sorten

Die Ursprungsart Frühblühende Traubenkirsche (Prunus padus) stand Pate für dekorative Sorten mit unterschiedlichen Wuchsformen. Demgegenüber ist die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) in Mitteleuropa bislang ohne Sorten vertreten.

  • Pyramiden-Traubenkirsche ‚Le Thoureil‘: Schlank-kegelförmiger Strauch, 6 bis 8 m hoch, reinweiße, überhängende Blütentrauben ab April.
  • Säulen-Traubenkirsche ‚Obelisk‘: Säulenförmiges Gehölz, 6 bis 10 m hoch, überreich blühend von April bis Juni.
  • Schmetterlingskirsche ‚Watereri‘: mächtige Traubenkirsche, 8 bis 12 m hoch, 6 bis 8 m breit, Blütezeit von April bis Juni.
  • Spätblühende Traubenkirsche: Blütezeit von Mai bis Juni, essbare Mini-Kirschen im Spätsommer, Wuchshöhe 5 bis 8 m.
  • Amerikanische Traubenkirsche: Synonym für Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina).

FAQ

Kann man aus den Früchten einer Traubenkirsche Marmelade zubereiten?

Wer sich am herb-bitteren Geschmack von Traubenkirschen nicht stört, kann aus den Steinfrüchten Marmelade oder Gelee zubereiten. Wichtig zu beachten ist, dass Sie die Früchte zuvor entsaften, weil die Kerne giftige Blausäure enthalten. Aus 1,7 Liter Traubenkirschen-Saft, 1 kg Gelierzucker (2:1), 2 Päckchen Vanillezucker und 1 TL Zitronensäure zaubern Sie im Handumdrehen ein schmackhaftes Wildobst-Gelee.

Eignet sich die Traubenkirsche als Heckenpflanze?

In einer gemischten, freiwachsenden Wildobsthecke darf die Traubenkirsche nicht fehlen. Insbesondere im Garten mit feuchter, nährstoffreicher Erde überzeugt die heimische Prunus padus mit einem Blütenmeer im Frühling und nahrhaften Beeren im Herbst. Als Hecke gepflanzt, verwandeln sich die heimischen Wachstumsraketen rasch in ein dichtes Geflecht aus Zweigen, in dem sich gefiederte und geflügelte Gartenbewohner gut verstecken können. Vergesellschaften Sie die Traubenkirsche mit Schlehe (Prunus spinosa), Schwarzen Holunder (Sambucus nigra) und Kornelkirsche (Cornus mas) im idealen Pflanzabstand von 50 Zentimetern.

Besteht bei Traubenkirschen Verwechslungsgefahr mit anderen Gehölzen?

Zu verwechseln ist die Traubenkirsche mit dem Faulbaum (Rhamnus frangula). Beide Wildobststräucher haben eine graue Rinde und verströmen einen unangenehmen Geruch. Fernerhin ist bei beiden Gehölzarten das Splintholz gelblichweiß und das Kernholz rötlich eingefärbt. In Bezug auf die Bezeichnung besteht ebenfalls Verwechslungsgefahr. Die Frühblühende Traubenkirsche (Prunus padus) wird im Volksmund mitunter Elsenkirsche oder Elsenbeere genannt, was ähnlich klingt, wie die Mehlbeeren-Art Elsbeere (Sorbus torminalis). Nicht zuletzt sehen sich die heimische Traubenkirsche und die Amerikanische Traubenkirsche zum Verwechseln ähnlich.

Welchen Brennwert hat das Holz einer Traubenkirsche?

Der Brennwert vom luftgetrockneten Holz einer Prunus padus beträgt 19,1 MJ/kg. Das entspricht einem Heizwert von 4,0 kWh/kg. Damit bewegt sich das Holz einer Traubenkirsche auf Augenhöhe mit Ahorn, Birke, Platane oder Ulme. Diese Werte beziehen sich wohlgemerkt auf getrocknetes Holz. Als waldfrisches Holz bringt es die Traubenkirsche lediglich auf einen Brennwert von 6,8 MJ/kg und einen Heizwert von 1,9 kWh/kg.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Tibesty/Shutterstock

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