Was hat die Gespinstmotte auf der Traubenkirsche zu suchen?

Wie von einem Schleier überzogen... Manche Traubenkirschen muten zwischen April und Juni an wie gruselige Geisterbäume. Höchstwahrscheinlich war hier die so genannte Gespinstmotte am Werk. Das sollten Sie über sie wissen.

Traubenkirsche Gespinstmotte

Das wählerische Wesen der Gespinstmotte

Die Gespinstmotte ist ein Nachtfalter aus der Familie der Gespinst- und Knospenmotten. Sie ist trägt silbrig-weiße Vorderflügel und graubraune Hinterflügel. Neben der silbrigen Farbe sind Gespinstmotten gut an ihren schwarzen Flecken zu erkennen.

Doch was ist an diesem Tierchen so schlimm für manche Gärtner? Die Larven der Gespinstmotte ernähren sich hauptsächlich und am liebsten von der Gewöhnlichen Traubenkirsche. Sie sind wählerisch, auf die Traubenkirsche spezialisiert und befallen nur in seltensten Fällen Kirschen und andere Obstbäume.

Was macht die Gespinstmotte mit der Traubenkirsche?

Die Weibchen unter den Gespinstmotten legen nach der Paarung zwischen Spätsommer und Herbst ihre Eier an den Winterknospen der Traubenkirsche ab. Die aus den Eiern geschlüpften Raupen überwintern unter den Knospenschuppen.

Im Frühling wachen sie auf und fressen die Knospen bzw. frisch ausgetriebenen und für uns Menschen giftigen Blätter kahl. Dies ist in der Regel bis Ende Mai/Anfang Juni der Fall.

Und dann?

  • die Raupen umspinnen den gesamten Baum, um sich vor Fraßfeinden und Regen zu schützen
  • der Baum wirkt wie ein Geisterbaum oder mit silbrigen Spinnweben überzogen
  • die Raupen verpuppen sich in Gemeinschaftsgespinsten (meist am Stamm)
  • im Juli schlüpfen sie und sind Falter geworden

Ein Plagegeist, der vernichtet werden sollte?

Keine Sorge, die Raupen fressen die Traubenkirsche zwar kahl, doch treibt die Pflanze wieder neu aus. Das ist der so genannte Johannistrieb. Spätestens im Hochsommer wirkt die Traubenkirsche nicht länger kahl gefressen.

Der Gespinstmotte können Sie zu Leibe rücken. Doch chemische Keulen sind aus Umweltgründen weniger zu empfehlen. Hingegen gibt es rund 80 verschiedene Insekten, die die Gespinstmotten fressen und daran hindern, sich zu verbreiten. Dazu gehören unter anderen Raubwanzen und Schlupfwespen.

Tipps & Tricks

Eine weitere Methode, die in den eigenen Händen liegt ist es, bei Befall die Tiere rechtzeitig vom Holz der Traubenkirsche abzusammeln.

Text: Anika Gütt
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