Lonicera
Die schönen Beeren der Heckenkirsche sind giftig

Heckenkirsche

Bescheidenheit ist Trumpf bei der Heckenkirsche, wenn es um die Pflege geht. Demgegenüber schöpft das Ziergehölz aus den Vollen, was Blütenpracht und herbstlichen Fruchtschmuck anbelangt. Wie Sie dieses Universaltalent richtig pflegen, vermitteln die folgenden Antworten auf häufige Fragen.

Heckenkirsche richtig pflanzen

Im September und Oktober herrscht Hochbetrieb in Baumschulen, denn jetzt ist Pflanzzeit für die schönsten Ziergehölze. Kommt die Heckenkirsche zu dieser Jahreszeit in die Erde, finden die flachen Wurzeln perfekte Voraussetzungen für ein vitales Wachstum vor. In diesen Schritten gelingt es:

  • Im Sorten-gerechten Abstand geräumige Pflanzgruben anlegen
  • Den Aushub mit gesiebtem Kompost, Lauberde und Hornspänen anreichern
  • In jedes Loch mittig einen ausgetopften Wurzelballen platzieren
  • Mit Substrat verfüllen, das bis knapp unter das erste Blattpaar reicht
  • Nicht tiefer einpflanzen, als die Heckenkirsche in der Baumschule herangezogen wurde

Reichlich bemessen anzugießen und eine Mulchschicht auszubreiten aus Laub, Grasschnitt oder Rindenmulch, stellt die Weichen für eine vitale Verwurzelung bis zum ersten Frost.
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Pflegetipps

Um eine Heckenkirsche fachgerecht zu pflegen, bedarf es keiner umfangreichen gärtnerischen Vorkenntnisse. So übersichtlich gestaltet sich das Pflegeprogramm:

  • Bei sommerlicher Trockenheit und winterlichem Kahlfrost gießen
  • Im März die Saison mit einer Startdüngung einläuten
  • Daran anschließend bis August alle 14 Tage organisch düngen mit Kompost und Hornspänen
  • Rückschnitt wahlweise nach der Blüte oder im Spätwinter

Nach einem Winterschutz verlangen junge Heckenkirschen im Pflanzjahr, indem die jungen Wurzeln abgedeckt werden mit Laub oder Reisig.
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Welcher Standort ist geeignet?

Angesiedelt am richtigen Standort, reduziert sich der Pflegeaufwand auf ein Minimum. Wenngleich die Heckenkirsche in nahezu allen Lagen gedeiht, zeigt sie sich unter folgenden Bedingungen von ihrer schönsten Seite:

  • Sonnige, halbschattige Lage bis hin zum lichten Schatten
  • Nährstoffreicher, humoser und frisch-feuchter Boden
  • Locker, gut durchlässig und ohne Staunässe
  • Leicht saurer, neutraler oder minimal alkalischer pH-Wert

Folglich ist das Ziergehölz eine ausgezeichnete Wahl, wenn sich langgezogene Hecken über eine Strecke mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen ausdehnen.
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Der richtige Pflanzabstand

Eine majestätische Heckenkirsche mit einer Höhe und Breite von bis zu 400 cm, verlangt nach einem Pflanzabstand von 250-300 cm, um eine blickdichte Hecke zu bilden. Grazilere Gehölze kommen mit 3 Pflanzen pro laufendem Meter wunderbar zur Geltung. Die eher zwergwüchsige Heckenmyrthe bildet eine lückenlose Pflanzenreihe, wenn 5 bis 7 Exemplare je Meter gesetzt werden.
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Wann ist Blütezeit?

Mehrheitlich präsentieren Heckenkirschen-Arten und daraus hervorgegangene Sorten ihre hübschen Blüten von Mai bis Juni. Mit einer extra frühen Blüte ab März überrascht Lonicera kamtschatica, die in der Folge bereits ab Juni essbare Beeren liefert. Damit Sie während der kalten Jahreszeit nicht auf dekorative Farbtupfer im Garten verzichten müssen, steht die Winter-Heckenkirsche bereit mit einer Blütezeit von Dezember bis April.
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Heckenkirsche richtig schneiden

Ihre Kultivierungs-Intentionen definieren die Wahl des optimalen Zeitpunktes für den Schnitt einer Heckenkirsche. Die zentralen Prämissen haben wir zur Orientierung im Folgenden zusammengestellt:

  • Rückschnitt unmittelbar nach der Blüte, wenn das Wachstum der giftigen, roten Beeren nicht erwünscht ist
  • Alternativ die Heckenkirsche im Spätwinter in Form schneiden, rechtzeitig vor den neuen Austrieb

In jedem Jahr verlangt die üppig verzweigende Heckenkirsche danach, gründlich ausgelichtet zu werden. Unabhängig vom Zeitpunkt des Formschnitts, empfehlen wir, im Februar/März alles Totholz an der Basis zu kappen. Bei dieser Gelegenheit können zugleich zurückgefrorene Triebspitzen bis ins gesunde Holz eingekürzt werden.
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Heckenkirsche gießen

Unter normalen Witterungsbedingungen kommen Gießkanne oder Gartenschlauch nur selten zum Einsatz. Erfahrungsgemäß deckt das Regenaufkommen den Wasserbedarf. Einzig im Verlauf sehr trockener Sommerperioden gießen Sie die Heckenkirsche am frühen Morgen oder späten Abend durchdringend. Eine Überkopf-Beregnung sollte die Ausnahme sein, da das plätschernde Wasser die Schönheit von Blüten und Früchten beeinträchtigt und Pilzkrankheiten forciert.
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Heckenkirsche richtig düngen

Eine regelmäßige Zufuhr von Nährstoffen verleiht einer Heckenkirsche genügend Energie für zügiges Wachstum, opulente Blüten und zahlreiche Beeren. Eine mineralisch-organische Anschubdüngung mit Volldünger im März bringt das Gehölz auf Kurs. Daran anschließend sorgen 14-tägige Gaben von Kompost und Hornspänen für ein konstantes Nahrungsangebot an den Wurzeln. Im August stellen Sie die Düngung ein, damit die Triebe rechtzeitig vor dem Winter ausreifen können.
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Überwintern

Überwiegend sind die Arten und Sorten von Heckenkirschen vollkommen winterhart. Im Pflanzjahr raten wir dennoch zu einem leichten Winterschutz für die jungen Wurzeln. Decken Sie den Boden ab mit Nadelreisig oder Laub, können Frost und winterliche Dauernässe keinen Schaden verursachen. Nach einem strengen Winter sind häufig die Triebspitzen zurückgefroren. Dank der erstklassigen Schnittverträglichkeit wird dieses Manko im Rahmen eines Rückschnitts behoben. Bitte bedenken Sie, dass einige Gehölze ihr Laub bis in den Spätwinter behalten oder immergrün gedeihen. Daher besteht weiterhin Gießbedarf, wenn Regen und Schnee ausbleiben.
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Heckenkirsche vermehren

Die unkomplizierte Pflege einer Heckenkirsche wird abgerundet durch die ebenso unkomplizierte Vermehrung. Ohne viel Federlesens züchten Sie weitere Exemplare mit Stecklingen heran. Hierzu schneiden Sie im Sommer 10-15 cm lange, halb verholzte Triebe. Diese werden in der unteren Hälfte entlaubt, um anschließend in Töpfen mit magerem Substrat eingepflanzt zu werden. Konstant feucht gehalten am halbschattigen, warmen Standort, verläuft die Bewurzelung zügig. Bis zum Herbst hat sich ein Steckling in eine vitale Jungpflanze verwandelt und kann ausgepflanzt werden.
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Ist Heckenkirsche giftig?

Eine Heckenkirsche mit roten oder schwarzen Beeren kommt als giftige Schönheit daher. Verantwortlich sind verschiedene toxische Inhaltsstoffe, wie Saponine und Alkaloide. Damit Sie im Familiengarten nicht auf das robuste, pflegeleichte Blüten- und Fruchtschmuckgehölz verzichten müssen, dienen Arten und Sorten mit blauen Beeren als sinnvolle Alternative. Sonderlich schmackhaft sind diese Früchte zwar nicht. Zumindest geht keine gesundheitliche Gefahr von ihnen aus für Mensch und Tier.
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Schöne Sorten

  • Arnold Red: Tartarische Heckenkirsche mit blauroten Blüten und tiefroten Beeren; Wuchshöhe und Breite bis zu 400 cm
  • Clavey’s Dwarf: Dichtbuschige Sorte mit abgerundeter Statur, weiß-gelben Blüten und roten Früchten; Wuchshöhe 150-250 cm
  • Winter-Heckenkirsche: Eindrucksvolle Rarität mit creme-weißen Blüten von Dezember bis April; Wuchshöhe 200-300 cm
  • Böschungsmyrthe: Immergrüne Kriech-Heckenkirsche, ideale für die Hangbegrünung und als Bodendecker; Wuchshöhe 50-80 cm
  • Eisbär: Heckenkirsche mit essbaren, blauen Beeren und früher Blütenpracht ab März, schön im Kübel; Wuchshöhe 100-150 cm
Text: Paula Jansen

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