Lonicera caprifolium
Das Geißblatt ist ein anspruchsloses Ziergehölz

Geißblatt

Das Geißblatt begrünt als schlingender, selten aufrechter Strauch den Garten, bezaubert mit einer schönen Blüte und prächtigem Fruchtschmuck. Hinsichtlich Pflanzen, Pflegen und Schneiden gibt sich der populäre Zierstrauch erfreulich bescheiden. Erfahren Sie hier wichtige Aspekte zur Kultivierung einer prächtigen Heckenkirsche.

Geissblatt richtig pflanzen

Schenken Sie dem folgenden Ablauf für die Pflanzung Ihre Aufmerksamkeit, verläuft das Wachstum vom Start weg in den richtigen Bahnen:

  • Die noch eingetopfte Jungpflanze für mindestens 10 Minuten in Wasser tränken
  • In der Zwischenzeit im aufgelockerten, unkrautfreien Boden eine Pflanzgrube ausheben
  • Den Aushub vermischen mit reifem Kompost, Hornspänen und einer Handvoll Vitalkalk

Das Geißblatt austopfen und bis zum Wurzelhals in die Erde setzen. Handelt es sich um ein schlingendes Geißblattgewächs, binden Sie die unteren Ranken an der Kletterhilfe an. Nachdem die Pflanze eine reichlich bemessene Dosis Gießwasser erhielt, breiten Sie noch eine Mulchschicht aus.
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Pflegetipps

Das Geißblatt fordert nur Pflege in geringem Umfang ein. Um diese Aspekte dreht sich die erfolgreiche Kultivierung:

  • Regelmäßig gießen, unmittelbar auf den Wurzelbereich
  • Von März bis Juni alle 2 Wochen organisch düngen
  • Zurückschneiden nach der Blüte um maximal ein Drittel
  • Hauptrückschnitt ausführen im Februar/März
  • Den Strauch mindestens ein Mal im Jahr ausgiebig auslichten

Ein leichter Winterschutz ist empfehlenswert im Pflanzjahr, in exponierten Lagen sowie im Kübel.
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Welcher Standort ist geeignet?

Die mannigfaltige Pflanzenfamilie der Geißblattgewächse mag sich in Wachstum und Erscheinungsbild teils erheblich unterscheiden; im Hinblick auf den Standort herrscht hingegen harmonische Eintracht:

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • Schattige Lagen reduzieren Blütenfülle und Fruchtschmuck
  • Trockenheit und Hitze werden toleriert

Publikumslieblinge, wie ‚Jelängerjelieber‘ halten gerne den Kopf in die Sonne, während der Fuß beschattet wird. Im Hinblick auf die Standortwahl ist eine räumliche Nähe zu Kirschbäumen unbedingt zu vermeiden. Die gefürchtete Kirschfruchtfliege befällt auch die erbsengroßen Beeren eines Geißblattes und siedelt von dort um auf nahegelegene Kirschbäume, um die Ernte zu vernichten.
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Der richtige Pflanzabstand

Ein Pflanzabstand für das kletternde Geißblatt an einer Rankhilfe ist gut gewählt, wenn er einen Wert von 0,5 bis 0,8 Metern beträgt. Für eine aufrecht wachsende Heckenkirsche in Reihenpflanzung setzen Sie 3-4 Exemplare je Quadratmeter. Favorisieren Sie einen klein wachsenden Strauch als Bodendecker, wie Lonicera nitida, empfehlen wir einen Pflanzabstand von 45 Zentimetern.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Das anspruchslose Geißblatt gedeiht in jeder guten Gartenerde, die nährstoffreich, humos, kalkhaltig und frisch-feucht strukturiert ist. Im Kübel erfüllt handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis die Erwartungen des Ziergehölzes, optimiert mit ein wenig Sand für beste Durchlässigkeit.
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Was ist die beste Pflanzzeit?

Die beste Pflanzzeit für Ziergehölze ist der Herbst. Das gilt unabhängig davon, ob Sie ein kletterndes oder aufrechtes Geißblattgewächs pflanzen. Das Erdreich ist von der Sommersonne tiefgründig aufgewärmt, sodass die Wurzeln rechtzeitig Fuß fassen vor dem Winter. Alternativ setzen Sie das Geißblatt im Frühjahr in den aufgetauten Boden.
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Wann ist Blütezeit?

Die zentrale Blütezeit beginnt im Mai und dauert an bis Juli. Wollen Sie auch im Winter nicht auf einen Farbklecks im Garten verzichten, kombinieren Sie die Winter-Heckenkirsche (Lonicera purpusii) dazu, die von Dezember bis April unzählige creme-weiße Blüten präsentiert.
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Geissblatt richtig schneiden

Mit dem richtigen Schnitt steuern Sie das Wachstum und bewahren den Strauch vor einer Vergreisung von unten her. Dank der robusten und genügsamen Konstitution, ist der Termin für den Schnitt nicht fest zementiert. So handhaben Sie es fachgerecht:

  • Geißblatt schneiden unmittelbar nach der Blüte um ein Drittel
  • Alternativ den Rückschnitt durchführen im Herbst, um bis zu 50 Prozent
  • Bei jedem Schnitt den Strauch gründlich auslichten

Darüber hinaus toleriert das Ziergehölz zwischendurch die Entfernung oder Einkürzung von Trieben, die aus der Form wachsen.
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Geissblatt gießen

Am liebsten streckt das Geißblatt seine Wurzeln in wechselfeuchtem Substrat aus, das weder vollkommen austrocknet noch ständig durchnässt ist. Prüfen Sie daher per Daumenprobe die Erde und gießen nur dann, wenn diese sich in den oberen 2-3 Zentimetern trocken anfühlt.
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Geissblatt richtig düngen

Eine ausreichende Nährstoffversorgung zählt zu den tragenden Säulen einer fachgerechten Pflege. Favorisieren Sie die organische Düngung, arbeiten Sie von März bis Juli alle 2 Wochen Kompost und Hornspäne in die Erde ein. An Kübelpflanzen düngen Sie mit Brennnessel- und Beinwelljauche oder Wurmtee. Alternativ applizieren Sie im März einen mineralisch-organischen Startdünger und zu Beginn der Blüte ein Spezialpräparat mit einer NPK-Konzentration von 5-8-10.
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Krankheiten

Alle Geißblattgewächse sind anfällig für Echten und Falschen Mehltau. Vermeiden Sie daher das Beregnen von Blüten und Blättern für die Wasserversorgung. Breitet sich ein mehlig-weißer Belag auf dem Laub aus, schneiden Sie infizierte Pflanzenteile unverzüglich heraus. Mischen Sie Frischmilch und Wasser im Verhältnis 1:9 und sprühen die Mischung wiederholt auf die Blattober- und Blattunterseiten auf.
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Schädlinge

Damit die gefürchtete Kirschfruchtfliege sich nicht über ein liebevoll gepflegtes Geißblatt hermacht, hängen mit Beginn der Flugzeit Mitte Mai Kirschmadenfallen von Neudorff oder Compo in den Strauch und spritzen wiederholt mit Wermuttee. Darüber hinaus hält eine Unterpflanzung mit Maiglöckchen die Schädlinge von den Ziersträuchern fern.
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Überwintern

Das Geißblatt verfügt über eine ausreichende Winterhärte, die im Beet keine besonderen Vorkehrungen erfordert. Im Pflanzjahr, in rauen Lagen und im Kübel empfehlen wir dennoch einen leichten Winterschutz:

  • Am Wurzelbereich Lauberde anhäufeln und mit Nadelreisig bedecken
  • Junge Triebe im ersten Winter umhüllen mit Jute oder Schilfmatten davor aufstellen
  • Kübel auf Holz oder Styropor stellen und mit Luftpolsterfolie umhüllen

In Wintern mit Kahlfrost ist der Strauch von Trockenstress bedroht. Gießen Sie daher an frostfreien Tagen, wenn sich der Schnee nicht blicken lässt.
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Geissblatt vermehren

Von einer derart pflegeleichten Pflanze wünschen Hobbygärtner sich gleich mehrere Exemplare im Garten. Die Vermehrung gelingt mit Kopfstecklingen so unkompliziert, dass Sie sich das Geld für den Erwerb einer Jungpflanze sparen können. So verläuft die Prozedur:

  • Im Frühsommer 10-15 cm lange Triebe knapp unter einem Blattknoten abschneiden
  • Bis auf ein Blattpaar den Steckling entlauben und zu zwei Drittel in mageres Substrat pflanzen
  • Eine Plastiktüte überstülpen, mit Holzstäbchen abstützen und am halbschattigen Platz aufstellen
  • Regelmäßig von unten gießen, bis ein frischer Austrieb erscheint

Anschließend die Haube entfernen, umtopfen in normales Substrat und im Herbst auspflanzen ins Beet. Lassen Sie während der Anzucht die Erde nicht austrocknen. Die erste Dosis Flüssigdünger erhält Ihr Zögling, wenn die ersten beiden Laubblätter gedeihen.
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Geissblatt im Topf

Da das Echte Geißblatt im Topf auf eine integrierte Rankhilfe angewiesen ist, gestaltet sich ein späteres Umtopfen als nahezu unmöglich. Wählen Sie daher vom Start weg einen Kübel mit mindestens 30 Litern Volumen und einer Bodenöffnung als Wasserablauf. Füllen Sie unter dem Substrat eine Drainage aus Tonscherben oder Splitt ein, damit sich keine Staunässe bilden kann. So pflegen Sie die Schlingpflanze mit Sachverstand:

  • Geißblatt immer dann gießen, wenn das Substrat angetrocknet ist
  • Von März bis Juni alle 2 Wochen organisch düngen mit Kompost und Hornspänen
  • Alternativ im März einen Startdünger und zum Beginn der Blütezeit einen Spezial-Dünger NPK 5-8-10 verabreichen
  • Den Wurzelbereich bedecken mit Rindenmulch einer kleinwüchsigen Unterpflanzung

Damit der Wurzelballen im Winter nicht durchfriert, stellen Sie den Topf vor dem ersten Frost auf einen Holzblock. Ummanteln Sie das Gefäß mit Noppenfolie und bedecken das Substrat mit Laub, Stroh, Sägemehl oder Nadelreisig.
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Ist Geissblatt giftig?

Das Geißblatt wird von Wissenschaftlern als giftig eingestuft. Vorsicht ist insbesondere geboten bei den roten und schwarzen Beeren. Bereits ein Verzehr von 2 Früchten kann für Kinder und Erwachsene fatale Vergiftungserscheinungen nach sich ziehen. Hobbygärtner mit einer Empfindlichkeit gegenüber Saponinen und Alkaloiden, führen Pflanz- und Pflegearbeiten vorsichtshalber mit Handschuhen durch. Hund und Katze sollten keine Gelegenheit haben, von den Blüten, Blättern und vor allem den Beeren zu naschen.
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Geissblatt blüht nicht

Lässt ein Geißblatt die frühsommerliche Blüte vermissen, lösen folgende Ursachen das Manko aus:

  • Zu später oder zu radikaler Rückschnitt: besser regelmäßig und zurückhaltend schneiden im Februar
  • Unsachgemäßge Düngung: einen Dünger wählen mit einem gleich hohen Gehalt an Phosphor und Stickstoff
  • Ungeeigneter Standort: schattige Lagen meiden, da hier einzig die Blätter und Triebe wachsen

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Welche Rankhilfen kommen infrage für ein Geißblatt?

Der dekorative Strauch verfügt nicht über Haftorgane, wie beispielsweise Efeu. Stattdessen schlingt das Geißblatt seine kräftigen Blattstiele um jede sich bietende Stütze. Folgende Rankhilfen werden von der Schlingpflanze gerne angenommen:

  • Spaliere
  • Zaungitter
  • Seilsysteme
  • Rundbögen

Befestigen Sie eine Rankhilfe vor der Hauswand, sollte ein Mindestabstand von 5-6 Zentimetern eingehalten werden.
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Was ist zu tun, wenn das Geißblatt von unten her verkahlt?

Es sind in erster Linie die immergrünen Arten und Sorten, die eine Neigung zur Verkahlung entwickeln. Ein laubabwerfendes Geißblatt bleibt von diesem Schadbild ebenfalls nicht unbedingt verschont. Tritt das Dilemma bereits in Erscheinung, schneiden Sie den Strauch im Februar oder März um zwei Drittel zurück. Halten Sie ab sofort den Termin des alljährlichen Rückschnitts nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr ein und achten Sie auf eine ausgewogene Wasser- und Nährstoffversorgung.
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Die schönsten Sorten

  • Hack’s Red: besticht mit purpurrosa Blüten im Frühsommer, sattgrünem Laub und roten Beeren im Herbst
  • Goldflame: klettert als Schlingpflanze an Rankhilfen gen Himmel, verziert mit purpurroten, gelbweißen Blüten ab Mai
  • Winter-Heckenkirsche: betörend duftender Winterblüher mit leuchtend roten Früchten im Sommer
  • Jelängerjelieber: echtes Geißblatt als wüchsiger Schlingstrauch bis 400 cm Höhe, cremeweiße Blüten, rote Früchte
  • Halliana: immergrünes Geißblatt, kletternd und leuchtend weiß, später gelb blühend
Text: Paula Jansen

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