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Plage auf Tomatenpflanzen: Wie werde ich weiße Fliegen los?

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Die Weiße Fliege ist ein hartnäckiger Schädling, der Tomatenpflanzen erheblich schädigen kann. Dieser Artikel bietet eine umfassende Anleitung zur Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung von Befall durch Weiße Fliegen, um Ihre Tomatenpflanzen gesund und ertragreich zu halten.

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Tomaten sind besonders anfällig für die Weiße Fliege

Weiße Fliegen an Tomatenpflanzen erkennen

Weiße Fliegen fühlen sich in feucht-warmen Umgebungen besonders wohl und treten daher häufig in Gewächshäusern auf. Sie zählen zu den hartnäckigsten Schädlingen an Tomatenpflanzen und können bei starkem Befall erhebliche Schäden verursachen. Daher ist es wichtig, die ersten Anzeichen eines Befalls frühzeitig zu erkennen, um schnellstmöglich Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

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Achten Sie auf folgende Symptome:

  • Sichtbare Insekten: Die erwachsenen Weißen Fliegen sind etwa 1-2 mm groß und fallen durch ihre weiße Farbe auf. Sie fliegen auf, sobald die Pflanze berührt wird und sitzen bevorzugt auf der Blattunterseite.
  • Blattschäden: Saugschäden durch die Larven und erwachsenen Tiere verursachen kleine, helle Flecken auf den Blättern.
  • Honigtau und Rußtau: Die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Weißen Fliegen, der sogenannte Honigtau, bilden eine klebrige Schicht auf den Blättern, die einen idealen Nährboden für schwarze Rußtaupilze bietet.
  • Larven: Neben den erwachsenen Fliegen sind auf der Blattunterseite auch hellgrüne bis gelbliche Larven zu finden, die ebenfalls am Pflanzensaft saugen und somit zur Schädigung der Pflanze beitragen.

Schäden durch Weiße Fliegen

Ein Befall mit Weißen Fliegen kann Ihre Tomatenpflanzen in vielerlei Hinsicht beeinträchtigen und zu erheblichen Schäden führen:

  • Beeinträchtigung der Photosynthese: Rußtaupilze, die sich auf dem Honigtau bilden, legen sich wie ein schwarzer Film über die Blätter und reduzieren dadurch die Photosyntheseleistung der Pflanze.
  • Pflanzenschäden: Durch das Saugen an den Blättern entstehen gelbe Flecken, die zum Abtrocknen und Abfallen der Blätter führen können, insbesondere im oberen Bereich der Pflanze. Bei sehr starkem Befall kann das Wachstum der Pflanze beeinträchtigt werden.
  • Krankheitsübertragung: Weiße Fliegen können mehr als 60 verschiedene Pflanzenvirusarten übertragen und somit das Risiko von Krankheiten erhöhen.
  • Ernteausfälle: In schweren Fällen können die genannten Schäden zu einer deutlichen Verringerung der Erntemenge oder sogar zum Totalausfall führen.

Weiße Fliegen bekämpfen

Es gibt verschiedene Methoden, um Weiße Fliegen an Tomatenpflanzen zu bekämpfen, sowohl biologisch als auch chemiefrei.

Biologische Bekämpfung

Die biologische Bekämpfung setzt auf natürliche Feinde der Weißen Fliege:

  • Schlupfwespen (Encarsia formosa): Diese winzigen Nützlinge legen ihre Eier in die Larven der Weißen Fliege, die dann von den Schlupfwespenlarven von innen heraus aufgefressen werden. Schlupfwespen sind für Mensch und Pflanze völlig ungefährlich und können ab einer Temperatur von 16°C und ausreichend Licht eingesetzt werden.
  • Gelbtafeln: Gelbtafeln nutzen die Anziehungskraft der Farbe Gelb, um Weiße Fliegen anzulocken und auf ihrer klebrigen Oberfläche festzuhalten. Sie dienen sowohl zur Befallsermittlung als auch zur direkten Reduzierung der erwachsenen Fliegenpopulation.
  • Weitere Nützlinge: Marienkäfer, Raubwanzen der Art Macrolophus caliginosus und andere natürliche Fressfeinde tragen ebenfalls zur Kontrolle der Weißen Fliege bei.

Chemiefreie Bekämpfung

Wenn Sie auf chemische Mittel verzichten möchten, stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

Biologische Spritzmittel: Präparate auf Basis von Orangenöl, Rapsöl, Kaliseife oder Neem wirken gegen die Weiße Fliege, ohne die Pflanzen oder die Umwelt zu belasten. Achten Sie beim Spritzen darauf, die Unterseiten der Blätter gründlich zu benetzen, um alle Entwicklungsstadien der Weißen Fliege zu erreichen.

Vorbeugung

Die beste Strategie gegen Weiße Fliegen ist die Vorbeugung. Mit folgenden Maßnahmen können Sie das Risiko eines Befalls minimieren:

  • Gelbtafeln einsetzen: Hängen Sie Gelbtafeln auf, um einen Befall frühzeitig zu erkennen und erste Fliegenpopulationen zu reduzieren.
  • Nützlinge fördern: Schaffen Sie ein insektenfreundliches Umfeld durch Insektenhotels, Blumenwiesen und Nistkästen, um natürliche Fressfeinde der Weißen Fliege anzulocken.
  • Ausreichend Abstand halten: Pflanzen Sie Ihre Tomaten mit genügend Abstand (maximal zwei Pflanzen pro Quadratmeter), um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und Feuchtigkeitsansammlungen zu vermeiden.
  • Natürliche Abwehrmittel verwenden: Eichenblätter- oder Brennnesselbrühe sowie Niemsamen können das Risiko eines Befalls reduzieren.
  • Regelmäßig lüften: Sorgen Sie im Gewächshaus für ausreichende Lüftung, um ein feucht-warmes Klima zu vermeiden, das die Vermehrung der Weißen Fliege begünstigt.
  • Mischkultur anlegen: Pflanzen Sie Tomaten in Kombination mit Basilikum, Salbei, Thymian, Kapuzinerkresse oder Tagetes, um den Befallsdruck zu senken.
  • Pflanzen stärken: Sorgen Sie für gesunde und kräftige Tomatenpflanzen durch die Verwendung von organischen Düngern und homöopathischen Elixieren.
Bilder: Elena Kitch / Shutterstock