Wann ist der beste Zeitpunkt, um fachgerecht zu vertikutieren?

Die winterliche Jahreszeit stellt jede Rasenfläche auf eine harte Probe. Gekonntes Vertikutieren trägt wesentlich zur Regeneration bei. Der richtige Zeitpunkt ist ebenso wichtig, wie die technische Ausführung. So erzielen Sie den optimalen Pflege-Effekt für einen sattgrünen Rasenteppich.

Wann Rasen vertikutieren
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Was ist eigentlich die Definition von Vertikutieren?

Der Begriff ‚Vertikutieren‘ entstammt aus England, dem Mutterland des perfekten Rasens. Es handelt sich um eine Wortzusammensetzung aus ‚vertical‘ für senkrecht und ‚to cut‘ für schneiden. Damit wird eine fundamentale Pflegemaßnahme umschrieben, bei der Moos, Klee, Unkraut und Filz aus dem Rasen ausgekämmt werden. Ziel des Vertikutierens ist, dass die Graswurzeln besser ‚atmen‘ können, wofür sie sich mit einem üppigen Wachstum bedanken.

Gekonnt vertikutieren zur richtigen Jahreszeit – so geht’s

Während der kalten Jahreszeit setzen Schneedruck, Frost und Dauernässe dem Rasen zu. Nach dem ersten Mähen im März oder April offenbart sich das Dilemma. Statt eines sattgrünen, samtigen Rasenteppichs tritt eine verfilzte, vermooste Stoppelwiese zutage. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt zum Vertikutieren gekommen. Diese Arbeit wird wahlweise mit elektrischen bzw. benzinbetriebenen Geräten oder einem manuell zu bedienenden Rechen ausgeübt.

An einem motorbetriebenen Vertikutierer rotieren mehrere Messer im Abstand von etwa 3 cm, um die Grasnarbe 3 bis maximal 10 mm tief anzuritzen. Dabei wird alles Grünzeug ausgerupft, das in einem perfekt gepflegten Rasen nichts zu suchen hat. Ähnlich funktioniert der Vertikutier-Rechen, allerdings mit einem spürbaren Trimm-dich-Effekt. So machen Sie es richtig:

  • Den Rasen zum ersten Mal mähen, wenn die Halme 6-8 cm hoch sind
  • Die Grasfläche stutzen bis auf 2-4 cm
  • Nun vom Rasenmäher auf den Vertikutierer wechseln
  • Mit einer Kämmtiefe von 3 mm beginnen
  • Die Geräteeinstellung nur erhöhen, wenn nicht alle Verfilzungen erfasst werden
  • Einmal in Längs- und einmal in Querrichtung die Rasenfläche bearbeiten

Beschreiten Sie den Rasen zügig, ohne stehen zu bleiben. Ist ein Stopp unumgänglich, schalten Sie den Vertikutierer sogleich ab. Sofern Sie sich für die manuelle Technik entscheiden, darf der Rechen nicht zu tief in die Grassode eindringen. Andernfalls werden die Wurzeln beschädigt. Am Ende wird die Fläche sorgfältig vom ausgekämmten Unkraut gereinigt, um Schimmel und Fäulnisbildung vorzubeugen.

tipps:Kämmt der Vertikutierer einzig Moos ohne Unkraut heraus, halten Sie ein erstklassiges Mulchmaterial für den Nutzgarten in Händen. Zudem eignet sich Rasenmoos bestens als Zuschlagstoff für eine luftig, lockere Blumenerde.

So erkennen Sie den idealen Zeitpunkt

Das Frühjahr ist somit die beste Jahreszeit, um dem Rasen die vitalisierende Starthilfe in die neue Saison zu geben. Damit ist gleichwohl der Zeitrahmen nur grob umrissen. Um den idealen Zeitpunkt zu ermitteln für diese zentrale Pflegemaßnahme, richten erfahrene Hobbygärtner ihr Augenmerk auf folgende Voraussetzungen:

  • Der Boden ist vollkommen aufgetaut
  • Es sind keine harten Frostperioden mehr zu erwarten
  • Der Rasen ist nicht ausgetrocknet, sondern leicht feucht
  • Die Witterung ist trocken, bei Temperaturen von 10 bis 20 Grad Celsius

Einen optischen Hinweis auf den vorbildlichen Zeitpunkt für die Rasenbehandlung geben die Frühblüher. Stehen Narzissen und andere Zwiebelblumen in voller Blüte, setzt der Rasen an zu verstärktem Wachstum. Bis spätestens Mai sollte die Vertikutierung erfolgt sein, wenn der Rasen intensiv genutzt wird. Die Fläche bedarf einiger Wochen der Regeneration, vor dem Kindergeburtstag oder der ersten Grillparty des Sommers.

Worauf ist zu achten für den maximalen Pflege-Effekt?

Wird der Rasen im Frühjahr vertikutiert, ist dies zugleich die geeignete Jahreszeit für die Versorgung mit Nährstoffen. Für den geübten Hobbygärtner sind daher vertikutieren und düngen untrennbar miteinander verbunden. So handhaben Sie den Aspekte der Pflege fachgerecht:

  • Im Abstand von 1-2 Wochen zum Vertikutieren wird der Rasen gedüngt
  • Wahlweise einen Langzeitdünger ausbringen oder organisch düngen
  • In der Folgezeit wiederholt bewässern, damit das Düngemittel vollständig einregnet

Umsichtige Gärtner führen im Vorlauf einen pH-Wert-Test durch. Tritt hier ein Wert unter 6 zutage, wird der Rasen zunächst gekalkt. Nach einer Wartezeit von etwa 3 Wochen folgt die Gabe von Dünger, da sich beide Präparate in der Wirkung gegenseitig aufheben.

Wann ist herbstliches Vertikutieren sinnvoll?

Ein intensiv genutzter Rasen kann durchaus Anfang September ein weiteres Mal vertikutiert werden. Zu diesem Zeitpunkt nähert sich das Gartenleben dem Ende zu. Darüber hinaus geht ein von Unkraut und Moos befreiter Rasen in die kalte Jahreszeit. Die Nässe des Winters kann besser ablaufen, sodass die Gefahr von Verdichtungen minimiert wird. Idealerweise erhält die Grasfläche anschließend eine Kalium-betonte Winterdüngung zur Stärkung der Widerstandskraft.

tipps:Die Investition in einen Vertikutierer für den einmaligen Einsatz im Jahr lohnt sich wenig. Andererseits sind die Leihgeräte im Baumarkt nur schwer zu ergattern angesichts des engen Zeitfensters für diese Pflegemaßnahme. In gut funktionierenden Nachbarschaften schaffen die Hobbygärtner daher ein gemeinsames Gerät an, das die Runde macht.

Text: Paula Jansen
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