Rasen sanden

Rasen richtig sanden – so macht Sand den Rasen grün

Den Rasen zu besanden, rundet die vorbildliche Pflege sinnvoll ab. Auf Golf- und Fußballplätzen unverzichtbar, löst Rasensand auf dem heimischen Grün ebenfalls so manches Problem. Die folgende Anleitung erklärt praxisnah, wann und wie Hobbygärtner den Rasen richtig sanden.

Warum ist ein Rasen zu besanden?

Damit ein Rasen sich zu dem ersehnten samtig-grünen Teppich entwickelt, ist eine fachgerechte Pflege unverzichtbar. Neben einem ausgewogenen Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie dem regelmäßigen Mähen, spielt die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Kommt es hier zu Mängeln, löst die Ausbringung von Rasensand die folgenden Probleme:

  • Besanden lockert verdichteten Rasen auf
  • Zu schwerer, fetter Boden erhält eine durchlässigere Konsistenz
  • Rasensand schafft eine Drainage zum Schutz vor Staunässe
  • Mit Quarzsand angereicherter Rasen ist effektiver belüftet
  • Kleine Unebenheiten werden durch Besanden ausgeglichen

Im Zusammenspiel aller Pflegefaktoren leistet Rasensand somit einen wertvollen Beitrag für ein dichtes, tiefgrünes Gräserwachstum.

Welcher Sand eignet sich zum Rasensand?

Greifen Sie nicht zu einem beliebigen Sand, wie er eventuell nach der letzten Baumaßnahme übrig blieb. Um Ihren empfindlichen Rasen mit Sachverstand zu sanden, sollte das Material so beschaffen ein:

  • Sehr fein, mit einer Körnung von 0 bis maximal 2 Millimetern
  • Gewaschener und kalkarmer Quarzsand
  • Vorzugsweise in rundkörniger Qualität

Zum Besanden des Rasens bestens geeignet ist Rheinsand, der mit Kosten in Höhe von 0,45 Euro je Kilogramm zugleich günstig in der Anschaffung ist.

Tipps

Spielsand ist aufgrund der kleinen Körnung bestens geeignet zum Rasensand. Da hier die Schluff- und Tonteilchen besonders sorgfältig herausgewaschen wurden, muss es sich nicht unbedingt um Quarzsand handeln. Feinkörniger, gewaschener Grubensand für den Kinderspielplatz tut dem Rasen ebenfalls gut.

So besanden Sie den Rasen richtig

Rasensand einfach auf der Grünfläche zu verteilen, bewirkt nicht den erwünschten Effekt. Vielmehr kommt es darauf an, das Material in die Grassode einzuarbeiten. In diesen Schritten gehen Sie vor:

  • Im Frühjahr oder Herbst den Rasen auf eine Schnitthöhe von 2-3 Zentimeter mähen
  • In Längs- und Querrichtung die Grünfläche vertikutieren
  • Das Gerät auf eine Arbeitstiefe von 3-5 Millimetern einstellen
  • Den ausgekämmten Rasenfilz entfernen und nochmals mit dem Mäher über die Fläche fahren

Im Anschluss an diese Vorbereitungsarbeiten füllen Sie den Quarzsand in ein Streugerät ein und bringen ihn auf dem Rasen aus. Es spricht nichts gegen eine Verteilung von Hand, solange der Rasensand gleichmäßig und in einer dünnen Schicht verstreut wird. Eine Dosierung von 5 Litern je Quadratmeter reicht dabei vollkommen aus. Mit einem Besen oder Rechen kehren Sie den Rasensand anschließend sorgfältig ein.

Aerifizieren intensiviert den Sand-Effekt

Wer mit einer stark verdichteten Grassode konfrontiert wird, belässt es im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten nicht beim Vertikutieren. Damit dem Rasen nicht doch noch die Puste ausgeht, lüften umsichtige Hobbygärtner das Grün vor dem Besanden zusätzlich. So gehen Sie dabei vor:

  • Mit einem manuellen oder mechanischen Aerifizierer den Rasen bearbeiten
  • Dabei im Abstand von 10-15 Zentimetern die hohlen Bodennägel ins Erdreich schieben
  • Alternativ mit der Grabegabel pro Quadratmeter 400 Löcher in die Grasnarbe stanzen

Die ausgestochene Erde darf nicht wieder festgetreten werden, sondern wird entsorgt. An manuellen Geräten, wie dem Rasenspecht, befindet sich zu diesem Zweck eine praktische Wanne. Darin sammeln sich die kleinen ‚Erdwürste‘, um bequem entsorgt zu werden. Anschließend können Sie den Quarzsand ausstreuen, wie beschrieben.

Topdressing – die Premium-Version des Sandens

Um einen durch starkes Unkraut- und Mooswachstum belasteten Rasen noch besser zu besanden, entscheiden sich erfahrene Hobbygärtner für ein Topdressing. Dabei handelt es sich um einen gehaltvollen Mix aus Quarzsand, organischen Stoffen und Dünger. Als organische Zugaben dienen Torf, gesiebter Kompost oder feine Lauberde. Die übrig gebliebenen Erdkegel nach dem Aerifizieren eignen sich ebenfalls.

Diese Mischung erfüllt nicht nur die klassischen Aufgaben des Sandens, sondern vitalisiert im gleichen Zug die Edelgräser des Rasens. Das Wachstum geht dann noch zügiger vonstatten, sodass Moos und Unkraut schlechte Karten haben.

Tipps & Tricks

Dient der Rasen überwiegend als Spielweise für Kinder, schaffen Sie mit Quarzsand eine praktische Sauberkeitsschicht zwischen der Rasentragebene und der Rasselbande. Das funktioniert ganz einfach ohne vorheriges Vertikutieren oder Lüften. Sie verteilen im Frühjahr und Sommer jeweils maximal 2 Liter Rasensand je Quadratmeter und arbeiten diesen mit einem groben Besen ein.

Text: Paula Jansen

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