Vertikutieren

Rasenpflege: Vertikutieren & Nachsäen für dichten Rasen

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Ein gesunder und dichter Rasen erfordert regelmäßige Pflege. Vertikutieren und Nachsäen sind zwei wichtige Maßnahmen, um die Gesundheit und Vitalität Ihres Rasens zu fördern. Dieser Artikel beleuchtet die Vorteile dieser Techniken, den optimalen Zeitpunkt für die Durchführung und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein erfolgreiches Ergebnis.

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Durch das Vertikutieren kommen bloße Stellen zum Vorschein

Vorteile von Vertikutieren und Nachsäen

Vertikutieren und Nachsäen sind zwei sich ergänzende Maßnahmen, die Ihrem Rasen zu neuer Vitalität verhelfen. Im Zusammenspiel bieten sie zahlreiche Vorteile:

  • Bessere Sauerstoffversorgung: Moos, Rasenfilz und Pflanzenreste können die Sauerstoffzufuhr zu den Wurzeln Ihres Rasens behindern. Durch das Vertikutieren werden diese entfernt, wodurch die Wurzeln wieder frei atmen können und die Gräser gestärkt werden.
  • Optimierte Nährstoffaufnahme: Das Vertikutieren öffnet den Boden und ermöglicht so, dass Wasser und Nährstoffe besser zu den Wurzeln gelangen können.
  • Dichteres Rasenbild: Kahle Stellen im Rasen bieten Unkraut und Moos eine Angriffsfläche. Nach dem Vertikutieren können Sie diese gezielt nachsäen und so eine dichte Grasnarbe schaffen, die unerwünschten Pflanzenbewuchs effektiv verhindert.
  • Erhöhte Widerstandsfähigkeit: Ein regelmäßig gepflegter und dichter Rasen ist widerstandsfähiger gegenüber Belastungen und Krankheiten.

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Optimaler Zeitpunkt für Vertikutieren und Nachsäen

Optimaler Zeitpunkt für Vertikutieren und Nachsäen

Frühjahrsblüten signalisieren die perfekte Zeit für Rasenpflege

Die beste Zeit für eine Rasenregeneration durch Vertikutieren und Nachsäen ist das Frühjahr oder der Herbst. In diesen Jahreszeiten herrschen optimale Bedingungen für das Rasenwachstum und die Keimung der Gräser.

  • Frühjahr (März bis April): In dieser Zeit erwacht der Rasen aus dem Winterschlaf und beginnt kräftig zu wachsen. Orientieren Sie sich am besten an der Blüte der Narzissen – ein untrügliches Zeichen, dass auch der Rasen wieder aktiv ist. Für eine erfolgreiche Keimung sollte die Bodentemperatur mindestens 10 °C betragen. Achten Sie darauf, den Rasen vor dem Vertikutieren einige Male zu mähen und nur bei Trockenheit zu vertikutieren.
  • Herbst (Ende August bis Anfang Oktober): Der Herbst bietet sich für eine sanftere Rasenpflege an. Die Gräser profitieren von der noch vorhandenen Bodenwärme und keimen gut. Zudem ist der Unkrautdruck geringer, sodass die jungen Gräser sich optimal entwickeln können. Wichtig ist, das Vertikutieren rechtzeitig vor dem ersten Frost durchzuführen, damit der Rasen ausreichend Zeit zur Regeneration hat.

Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst ist eine sorgfältige Vorbereitung und Nachsorge entscheidend für ein gutes Ergebnis. Dazu gehören beispielsweise das regelmäßige Mähen und Düngen.

Anleitung zum Vertikutieren und Nachsäen

Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt Ihnen das Vertikutieren und Nachsäen Ihres Rasens:

Vorbereitung

Vorbereitung

Ein Rasenschnitt erleichtert das Vertikutieren

  1. Rasen mähen: Kürzen Sie Ihren Rasen auf eine Höhe von etwa 2-3 cm.
  2. Rasen düngen: Eine Startdüngung vor dem Vertikutieren unterstützt die Regeneration des Rasens. Nach dem Vertikutieren empfiehlt sich eine stickstoffreiche Düngung, um das Rasenwachstum zu fördern.

Vertikutieren

  1. Vertikutierer einstellen: Die Messer des Vertikutierers sollten so eingestellt sein, dass sie etwa 2-3 mm tief in den Boden eindringen.
  2. Vertikutieren: Führen Sie den Vertikutierer einmal längs und einmal quer über den Rasen, um eine gleichmäßige Bearbeitung zu gewährleisten.
  3. Vertikutiergut entfernen: Sammeln Sie Moos, Rasenfilz und abgestorbene Pflanzenteile sorgfältig auf und entsorgen Sie diese.

Nachsäen

  1. Rasensamen auswählen: Wählen Sie eine hochwertige Rasenmischung, die zu den Standortbedingungen in Ihrem Garten passt.
  2. Rasensamen aussäen: Verteilen Sie die Samen gleichmäßig auf den behandelten Flächen.
  3. Rasensamen einarbeiten: Arbeiten Sie die Samen leicht in die oberste Bodenschicht ein. Alternativ können Sie eine Rasenwalze verwenden.
  4. Bewässern: Sorgen Sie in den folgenden Wochen für eine kontinuierliche Bodenfeuchte, um eine optimale Keimung zu gewährleisten.

Tipps für erfolgreiches Vertikutieren und Nachsäen

  • Schnitttiefe beachten: Eine Schnitttiefe von 2-3 mm beim Vertikutieren ist ideal, um den Boden und die Rasenwurzeln nicht zu schädigen.
  • Vertikutier-Intervalle einhalten: Um den Rasen nicht zu sehr zu beanspruchen, reicht in der Regel ein Vertikutieren pro Jahr.
  • Qualitatives Saatgut verwenden: Achten Sie beim Nachsäen auf hochwertiges Rasensaatgut, das den Standortbedingungen entspricht und eine schnelle Keimung sowie ein robustes Wachstum verspricht.
  • Für Feuchtigkeit sorgen: Nach der Aussaat ist eine gleichmäßige und ausreichende Bewässerung wichtig, um die Keimung und das Wachstum der jungen Gräser zu fördern.
  • Düngung anpassen: Eine angepasste Düngung, insbesondere nach dem Vertikutieren, unterstützt die Regeneration des Rasens. Eine Nährstoffgabe von etwa 40g/m² mit einem Spezial-Rasendünger fördert die Schließung der entstandenen Lücken und sorgt für ein dichtes Rasenbild.
Bilder: Elena Elisseeva / Shutterstock