Unkraut oder Blume: Was wächst da in meinem Garten?

Wohl jeder kennt das: Nach einem warmen Frühlingsregen wird es quasi über Nacht grün im Blumenbeet. Doch wie erkennt man, welches Gewächs die Keimblätter geöffnet hat und ob es sich dabei um eine Zierpflanze oder unerwünschtes Unkraut handelt? In diesem Artikel erfahren Sie am Beispiel einiger Pflanzen, wie Sie den Unterschied sicher erkennen.

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Giersch ist zwar ein Unkraut, ist aber bei Insekten sehr beliebt und auch für den Menschen essbar

Beikräuter bestimmen

Um Unkraut frühzeitig und nachhaltig zu Leibe zu rücken, sollten Sie die Gewächse sowie ihren bevorzugten Standort zuverlässig identifizieren können. Die sichtbaren Merkmale unterscheiden sich bezüglich:

  • Blattform (Blattspreite),
  • Blüte,
  • Wurzel,
  • Blütezeit,
  • Wuchshöhe,
  • Standort.

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Schulen Sie Ihr Auge, indem Sie die in Ihrem Garten wachsenden Pflanzen genau betrachten. Achten Sie dabei auch darauf, an welchem Platz diese bevorzugt gedeihen.

Bei der namentlichen Bestimmung helfen Wildkräuterbücher oder das Internet. Für das Smartphone gibt es zwischenzeitlich einige Apps, die Ihnen bei der Identifizierung von Wildpflanzen helfen.

Welche Unkräuter siedeln sich sehr häufig an?

Es gibt einige Unkrautpflanzen, die sich in beinahe jedem Garten finden. Hierzu zählt der Giersch, dessen vorstehende Merkmale wir in nachfolgender Tabelle aufgelistet haben:

Merkmal Beschreibung
Standort Schattig, bevorzugt feuchte, stickstoffhaltige Böden. Giersch gedeiht bevorzugt unter Bäumen, breitet sich aber auch in Beeten aus.
Blattform Sehr markant. Eiförmig längliche, am Rand gezackte Blätter, die an der Unterseite behaart sind. Sie sind kräftig mittelgrün gefärbt. Die Blattspreite gliedert sich dreifach in Fiederblätter auf.
Blüte Giersch blüht von Mai bis September. Pro Blütenstand bildet das Wildkraut zehn bis zwanzig kleine Dolden aus. Diese sind reinweiß bis leicht rötlich gefärbt.
Wuchshöhe 30 bis 100 Zentimeter

Die gemeine Quecke zählt ebenfalls zu den sehr hartnäckigen Beikräutern, mit denen viele Gärtner kämpfen:

Merkmal Beschreibung
Standort Bevorzugt stickstoffhaltige Böden und besiedelt neben Wiesen und Wegrändern auch offene Beetflächen.
Blattform Lange, schmale, grüne Laubblätter, die zwischen fünf und dreißig Zentimeter lang werden.
Blüte Die Quecke bildet von Juni bis August Ähren aus, die fünf bis zwanzig Zentimeter lang werden.
Wuchshöhe 50 bis 150 Zentimeter

Anhand dieser Merkmale lassen sich auch andere Unkräuter wie Löwenzahn, Distel oder die ebenfalls sehr hartnäckige Winde, eine Schlingpflanze, identifizieren. Beschäftigen Sie sich zudem mit dem Aussehen der von Ihnen ausgesäten Zier- und Nutzpflanzen, so werden Sie schnell lernen, Wildpflanzen von erwünschtem Grün zu unterscheiden.

Tipp

Einige Unkräuter wie Giersch sind essbar und sogar ausgesprochen schmackhaft. Deshalb sind sie viel zu schade, um nach dem jäten in der Biomülltonne oder auf dem Kompost zu landen.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Maja_T/Shutterstock

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