Unkraut bestimmen: Die hartnäckigsten Wildpflanzen im Garten

Nimmt man es genau, gibt es eigentlich gar kein Unkraut. Vielmehr handelt es sich bei diesen Pflanzen um wild wachsende Gewächse, die sich unerwünscht gerade dort breit machen, wo der Gartenfreund gerne Gemüse und Zierpflanzen kultivieren möchte. Dieser Artikel unterstützt Sie dabei, die am weitesten verbreiteten Unkräuter eindeutig zu identifizieren.

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Giersch ist nicht nur Unkraut, sondern auch ein leckeres Gemüse

Näher beschrieben werden:

  • Brennnessel
  • Distel
  • Giersch
  • Jakobs-Kreuzkraut
  • Klee
  • Löwenzahn
  • Moos
  • Persischer Ehrenpreis
  • Stechapfel
  • Wiesen-Schaumkraut
  • Zaunwinde

Brennnessel

Die große Brennnessel kann eine Höhe bis zu 1,50 Meter erreichen. Sie erkennen diese an den grob gezähnten und nach vorne spitz zulaufenden Blättern. Am Stängel und auf den Blättern sitzen die Brennhaare, die bei Berührung brennende Schmerzen und rote Quaddeln auf der Haut hinterlassen. Die Blüten sind recht unscheinbar. Sie sind gelblich gefärbt und hängen in kleinen Rispen von den obersten Blattständen herab.

Brennnesselblätter sind essbar und ergeben getrocknet einen aromatischen, wassertreibenden Tee. Auch im biologischen Gartenbau als Basis für flüssige Dünge- und Spritzmittel hat die Pflanze Bedeutung.

Distel

Im Garten sorgt in erster Linie die Ackerkratzdistel für Unmut. Sie bildet zunächst eine Rosette direkt am Boden, die teilweise Buchten zeigt und am Rand mit Stacheln bewehrt ist. Aus dieser wächst ein recht dicker Stängel heraus. Die Blüte ist halbkugelförmig und besteht aus vielen, lila Einzelblüten.

Einmal im Garten angesiedelt verbreitet sich das stachelige Unkraut durch Sprossen, die aus der Hauptwurzel herauswachsen. Disteln sind wahre Überlebenskünstler; ein neuer Trieb kann sogar aus einem nur einen halben Zentimeter langen Wurzelteilstück austreiben.

Giersch

Diese großblättrige Blattpflanze bringt viele Gärtner zur Verzweiflung. Er wächst so hartnäckig, dass er nur schwer wieder loszuwerden ist. Giersch ist ein weiß blühendes, bodendeckendes Kraut mit großen Blättern, die doppelt dreizähnig sind. Er kann Wuchshöhen bis zu einem Meter erreichen.

Giersch dürfte schon in der Steinzeit auf dem Speiseplan gestanden haben. Er lässt sich wie Spinat zubereiten oder roh verzehren.

Jakobskreuzkraut

Jakobskreuzkraut treibt im Frühjahr zunächst eine Blattrosette, aus der sich die fiederspaltigen Blätter entfalten. Die gelben Blüten auf hohen Stängeln erscheinen zwischen Juni und August. Die Pflanze wird zwischen 30 und 100 Zentimeter hoch.

Das Jakobskreuzkraut wirkt stark lebertoxisch und zählt deshalb zu den giftigen Unkräutern. Die Vergiftung lässt sich bis heute nicht behandeln. Ökologisch verträglich sollten Sie das Jakobskreuzkraut konsequent ausgraben und im Hausmüll entsorgen.

Klee

Wohl jeder hat sich schon auf die Suche nach dem glücksbringenden, vierblättrigen Kleeblatt gemacht. Wiesenklee wird als wertvolle Futterpflanze sogar angebaut. Er verbreitet sich aber auch unbeabsichtigt auf Rasenflächen. Aus diesem Grund zählt Klee für viele Gartenbesitzer zu den Unkräutern.

Typischerweise sind die Blätter dreigliedrig. Zwischen Mai und September trägt der Klee weiße oder rosa Blüten. Kleeblüten enthalten viel Nektar und sind eine wertvolle Bienenweide.

Löwenzahn

Als gelb blühendes Unkraut, das sich gerne im Rasen breit macht und sehr robust ist, erfreut der Löwenzahn allenfalls die Kinder. Seine gezackten, länglichen Blätter reckt er, kaum dass der Schnee abgetaut ist, in Form einer Rosette aus der Erde. Aus dieser entwickelt sich die leuchtend gelbe Blüte, die sich innerhalb weniger Wochen zur „Pusteblume“ wandelt, aus der zahlreiche kleine Schirmchen vom Wind davon getragen werden.

Moose

Moose zähen zu den ältesten Pflanzen auf unserer Erde. Sie können mehrere tausend Jahre alt werden. Es handelt sich bei den grünen Teppichen um blütenlose Sporenpflanzen, die sich durch den sogenannten Generationswechsel fortpflanzen. Wurzeln sucht man bei Moosen vergeblich. Sie halten sich mit Rhizoiden (Zellfäden) auf dem Untergrund fest.

Moose lassen sich in drei unterschiedliche Sorten unterteilen:

  • Hornmoose
  • Lebermoose
  • Laubmoose

Sie bevorzugen im Garten Standorte, die kaum vom Sonnenlicht erreicht werden. Am wirkungsvollsten lässt sich Moos deshalb durch das Ausdünnen großer Pflanzen bekämpfen. Sorgen Sie zudem dafür, dass der Boden durchlüftet wird, das nimmt den grünen Kissen die Lebensgrundlage.

Persischer Ehrenpreis

Zunächst in botanischen Gärten kultiviert, ist die Pflanze verwildert und zählt mittlerweile zu den sich in den Gärten immer stärker ausbreitenden Unkräutern. Stark Ausläufer bildend schmücken ihn blaue Blüten, die einen weißen Schlund zeigen. Sie besitzt kleine, gezahnte, runde Blätter, die gegenständig wachsen. Der Persische Ehrenpreis bildet im Rasen starke Polster und erreicht eine Wuchshöhe von zehn bis vierzig Zentimeter. Der persische Ehrenpreis ist ein zuverlässiger Lehmzeiger.

Stechapfel

Der Stechapfel tritt erst in den letzten Jahrzehnten verstärkt als Unkraut auf. Wie der Giersch zählt er zu den zweiblättrigen Unkräutern. Er hat große Blätter, die lang gestielt, und spitz gelappt sind. Die Trompetenblüten stehen aufrecht in den Astgabeln. Aus ihnen bilden sich dicht bestachelte, etwa walnussgroße Kapseln in denen sich die fast schwarzen Samen befinden.

Achtung: Die gesamte Pflanze ist giftig!

Wiesenschaumkraut

Diese Wildpflanze wird bis zu sechzig Zentimeter groß. Sie hat stark gefiederte Blätter, die aus drei bis vier Blattpaaren bestehen und bildet zahlreiche zart lila Blüten mit vier Blütenblättern.

Winden

Die Triebe dieser Pflanzen werden bis zu drei Meter lang. Sie winden sich stets im Uhrzeigersinn an allem hinauf, was Halt bietet. Findet die Zaunwinde keine Rankhilfe, gedeiht sie wie ein bodendeckendes Kraut. Die Blätter sind pfeilförmig und wachsen wechselständig. Ab Juni blüht die Zaunwinde mit großen, weißen, geruchlosen Trichterblüten.

Große rosa Blüten sind das Kennzeichen der Ackerwinde, die sich als Unkraut zunehmend auch in den Gärten verbreitet. Beide Arten können zu einer regelrechten Plage werden, denn sie sind sehr wuchsfreudig und neigen dazu, andere Pflanzen zu erwürgen.

Tipps

Wenn Sie Unkraut vernichten bedenken Sie bitte, dass diese Pflanzen im natürlichen Kreislauf einen hohen Stellenwert genießen und Insekten als wertvolle Nahrung dienen. Zudem sind Unkräuter Bioindikatoren, welche den Nährstoffgehalt und sogar den pH-Wert des Bodens anzeigen. Gehen Sie deshalb bevorzugt mit Handarbeit gegen die unerwünschten Pflanzen vor und vermeiden Sie die chemische Keule, da durch diese fast immer das empfindliche Ökosystem in Mitleidenschaft gezogen wird.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Svetlana Sokolova07/Shutterstock

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