Tränendes Herz durch Samen vermehren

Wie viele Blütenstauden entwickelt auch das Tränende Herz nach der Blütezeit Früchte und Samen. Bei guten Standortbedingungen sät sich die Pflanze problemlos selbst aus, sodass Sie weiter keine Arbeit damit haben. Sie können die reifen Samen aber auch ernten und gezielt aussäen.

Tränendes Herz säen
Nach der Blüte können die Samen des Tränenden Herz gesammelt werden

Stratifizieren der Samen

Auch das Tränende Herz gehört zu den Kaltkeimern, d.h. die Samen müssen erst durch eine Kaltperiode ihre Keimhemmung verlieren bevor sie ausgesät werden können. Dieser Vorgang wird auch als Stratifizierung bezeichnet, wofür es zwei Möglichkeiten gibt.

Stratifizierung im Freien

Bei dieser Methode füllen Sie Aussaaterde in kleine Saattöpfe und säen die Samen dort hinein. Die Töpfe werden an einem geschützten Ort über den Winter ins Freie gestellt, so dass sie naturgemäße Bedingungen vorfinden. Wichtig ist allerdings, dass das Substrat mit dem Samen stets feucht gehalten wird.

Stratifizierung im Kühlschrank

Eine weitere Möglichkeit ist die Stratifizierung der Samen im Kühlschrank. Dafür packen Sie die Samenkörner mit feuchtem Sand in einen gut verschließbaren Behälter und stellen alles zusammen für etwa sechs Wochen ins Gemüsefach. Bitte nicht ins Gefrierfach legen, sonst verlieren die Samen ihre Keimfähigkeit. Nach der Stratifizierung können Sie die Samen aussäen und zunächst bei etwa 12 bis 15 °C kultivieren. Erhöhen Sie die Temperatur – wie in der Natur – nur langsam und lassen Sie sie nicht höher als ca. 20 °C steigen.

Tränendes Herz aussäen

Sofern Sie die Samen selbst aussäen wollen, sollten Sie mit der Stratifizierung derselben bereits im Januar beginnen. Dann sind die Samen soweit, um im März termingerecht ausgesät zu werden. Ideal ist eine Aussaat in Saatschalen, die bei ca. 15 °C an einen hellen Ort im Haus oder Gewächshaus gestellt werden. Das Substrat sollte dabei gleichmäßig feucht gehalten werden.

Samen aufbewahren

Die selbst gesammelten, reifen Samen des Tränenden Herzens können Sie entweder gleich an Ort und Stelle aussäen oder aber zunächst an einem kühlen und trockenen Ort – am besten in einem luftdicht verschließbaren Gefäß – aufbewahren. Doch Vorsicht: Die Samen können bei unsachgemäßer oder zu warmer / zu kalter Aufbewahrung ihre Keimfähigkeit verlieren.

Tipps

Wenn Sie sich hinsichtlich der Keimfähigkeit unsicher sind, können Sie zunächst mit wenigen Samen eine Keimprobe durchführen. Dazu säen Sie die Samen auf ein feuchtes Küchentuch und warten ab, wie viel aufgehen – es sollten mindestens die Hälfte der Samen keimen.

Text: Ines Jachomowski

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