Der Knoblauch: Pflanzenporträt mit Pflegetipps

Knoblauch ist nicht nur ein beliebtes Würzmittel, auch als Heilpflanze wird er seit Jahrtausenden geschätzt. Die Pflanze, die wir Ihnen in diesem Artikel näher vorstellen möchten, lässt sich problemlos im eigenen Garten kultivieren und entwickelt hier ein unvergleichlich intensives Aroma.

knoblauch-pflanzenportraet-newsletter
Knoblauch aus dem eigenen Garten ist besonders lecker und frisch

Pflanzensteckbrief

Systematik

  • Botanischer Name: Allium sativum
  • Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
  • Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
  • Unterfamilie: Lauchgewächse (Allioideae)
  • Gattung: Lauch (Allium)
  • Art: Knoblauch

Botanisches

  • Wuchs: Ausdauernd krautig
  • Wuchshöhe: 30 bis 90 Zentimeter
  • Blätter: Linealisch, spitz zulaufend, 50 bis 80 Zentimeter lang
  • Blüte: Scheindoldiger Blütenstand, fast immer unfruchtbar
  • Blütenfarbe: Weiß, rosa oder grünlich
  • Früchte: Kapselfrüchte, werden aber nur selten gebildet
  • Überdauerungsorgan: Circa 6 Zentimeter große Zwiebel, die aus 5 bis 20 Beilknospen besteht

Besonderheiten

Wegen seiner antibakteriellen Wirkung wird Knoblauch bis heute erfolgreich bei Bluthochdruck und Rheuma eingesetzt.

Lesen Sie auch

Herkunft

Es ist bekannt, dass Allium sativum bereits vor über 5.000 Jahren in Zentralasien im großen Stil angebaut wurde. Von hier aus fand er den Weg in unsere Küchen.

Standort und Substrat

Knoblauch liebt warme, sonnige Lagen sowie leichte, durchlässige, humusreiche Böden. Damit die gefürchtete Knoblauchfliege fern bleibt, sollten Sie ihn an einen Platz setzen, an dem der Wind zirkuliert.

Die Pflanzen sind sehr empfindlich gegen Staunässe und faulen schnell. Sandige, trockene Erde ist für die Kultur allerdings ebenfalls nicht geeignet, da die Knollen hier austrocknen.

Knoblauch setzen

Knoblauch entwickelt kleine Brutzwiebeln, die Sie in der Gärtnerei erwerben können. Zerlegen Sie diese in die einzelnen Zehen und graben Sie die Teile mit der Spitze nach oben und einem Pflanzabstand von zwanzig Zentimeter ein.

Knoblauch als biologische Schädlingsabwehr

Viele Schädlinge können den Geruch von Knoblauch nicht leiden. Pflanzen Sie das intensiv duftende Lauchgewächs deshalb zwischen Erdbeeren, Gurken, Möhren oder Tomaten.

Gießen und düngen

Beim Gießen erfordert Knoblauch etwas Fingerspitzengefühl, denn er darf nicht austrocknen, sollte aber auch nicht zu nass stehen. Wässern Sie regelmäßig und nur dann, wenn die Erde oberflächlich abgetrocknet ist.

Weitere Pflegemaßnahmen

  • Schneiden Sie die Blüten des Knoblauchs einige Wochen vor der Ernte auf halber Höhe ab.
  • Düngen Sie ein bis zwei Mal mit Brennnesseljauche, die es sogar als Fertigprodukt im Fachhandel gibt.
  • Halten Sie den Boden unkrautfrei.
  • Lockern Sie die Erde gelegentlich auf. Achten Sie dabei darauf, die Knollen nicht zu verletzen.

Knoblauch ernten

Sobald sich das Laub gelb färbt und einzutrocknen beginnt, können Sie den Knoblauch ernten:

  • Graben Sie die Knollen vorsichtig aus.
  • Lassen Sie diese 48 Stunden in der Sonne trocknen.
  • Flechten Sie das Laub zu Zöpfen und hängen Sie den Knoblauch an einem trockenen, dunklen Ort auf.

Krankheiten und Schädlinge

Gelegentlich treten Blattfleckenkrankheit, Grauschimmel oder Falscher Mehltau auf.

Sterben die Pflanzen ohne ersichtlichen Grund ab, ist häufig die Knoblauchfliege daran schuld. Nachdem sie ausgeflogen ist, findet man keine direkten Spuren, der Knoblauch ist jedoch so geschwächt, dass er eingeht.

Tipps

Damit sich auf Zwiebelgewächse spezialisierte Schädlinge nicht ausbreiten können, sollten Sie Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Schnittlauch nur alle fünf Jahre am gleichen Platz im Beet kultivieren.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: gunsan gimbanjang/Shutterstock

Jetzt für unseren Newsletter anmelden

Erhalten Sie den monatlichen Newsletter von Gartenjournal in Ihr
E-Mail-Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.