Gartengestaltung

Reisig als Winterschutz: Natürliche Isolierung für Pflanzen

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Reisig eignet sich hervorragend als Winterschutz für verschiedene Pflanzen im Garten. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie Ihre Pflanzen mit Reisig vor Frost, Wind und Sonne schützen und welche Materialien die Schutzwirkung zusätzlich verstärken.

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Niedrig wachsende Pflanzen können komplett mit Reisig zugedeckt werden

Geeignete Reisigarten

Für den Winterschutz eignen sich vor allem die Zweige zweier Nadelgehölze:

  • Nordmanntannen: Diese Tannenart zeichnet sich durch ihre dichten und weichen Nadeln aus, die eine effektive Isolationsschicht bilden. Zudem ist sie besonders haltbar, da sie ihre Nadeln nicht so schnell verliert.
  • Fichten: Fichtenreisig ist robust und widerstandsfähig. Es bietet Schutz vor austrocknenden Winden und schadet den Pflanzen nicht, da es atmungsaktiv ist.

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Kombination mit Jute oder Vlies

Reisig allein bietet schon Schutz, doch in Kombination mit Jute oder Vlies wird der Winterschutz deutlich effektiver. Diese Materialien sind atmungsaktiv, wasserdurchlässig und bieten zusätzliche Vorteile:

  • Atmungsaktivität: Jute und Vlies verhindern Staunässe und Schimmelbildung.
  • Wasserdurchlässigkeit: Regenwasser kann abfließen, sodass die Pflanzen nicht unter übermäßiger Feuchtigkeit leiden.
  • Lichtdurchlässigkeit: Auch im Winter erhalten die Pflanzen genügend Licht für die Photosynthese.
  • Kälteisolierung: Diese Materialien verstärken die isolierende Wirkung des Reisigs und bieten zusätzlichen Schutz vor Frost.
  • Schutz vor Verdunstung: Sie reduzieren die Verdunstung von Feuchtigkeit aus dem Boden und beugen so der Austrocknung vor.

Reisig als Schutz vor Kälte, Sonne und Wind

Reisig schützt Pflanzen nicht nur vor Kälte, sondern auch vor anderen winterlichen Gefahren:

  • Sonnenschutz: Eine Abdeckung über der Reisigschicht schützt die Pflanzen vor der Wintersonne, sodass sie bei gefrorenem Boden nicht austrocknen.
  • Windschutz: Reisig mildert die Auswirkungen von kalten, austrocknenden Winden, sodass die Pflanzen weniger Stress ausgesetzt sind.

Winterschutz aus Reisig für Rosen

Rosen sind an der Veredlungsstelle besonders frostempfindlich und benötigen daher speziellen Winterschutz:

  1. Rückschnitt: Schneiden Sie die Rosen soweit zurück, dass die gesamte Krone abgedeckt werden kann.
  2. Reisig anhäufen: Häufen Sie das Reisig großzügig um die Rosenstöcke an.
  3. Abdeckung: Bedecken Sie das Reisig mit einem Jutesack oder Vlies.
  4. Fixierung: Binden Sie die Abdeckung bei Bedarf mit einer Kordel fest.

Winterschutz für Kübelpflanzen

Auch winterharte Kübelpflanzen benötigen Winterschutz, da der Wurzelballen nicht vom schützenden Erdreich umgeben ist und somit dem Frost stärker ausgesetzt ist:

  • Isolierung: Stellen Sie den Topf in eine Holzkiste, die zuvor rund zehn Zentimeter hoch mit Rindenmulch oder Laub befüllt wurde. Füllen Sie den Raum zwischen Kübel und Kistenwand ebenfalls mit Rindenmulch oder Laub auf. Alternativ kann der Topf mit Bastmatten, isolierender Luftpolsterfolie oder mehreren Lagen Sackleinen umwickelt werden.
  • Schutz vor Frostrissen: Schattieren Sie den Stamm von Hochstämmchen mit Tannenreisig oder wickeln Sie ihn mit Sackleinen oder Rohrmatten um, um Frostrisse zu vermeiden.
  • Schutz der Krone: Bedecken Sie die Krone der Kübelpflanzen mit einem dünnen Vlies, um sie vor eisigem Wind, austrocknender Wintersonne und zu viel Nässe zu schützen.

Winterschutz im Kräuter- und Gemüsegarten

Während die meisten Küchenkräuter winterhart sind, benötigen empfindliche Arten wie Rosmarin und Salbei zusätzlichen Schutz:

  • Rosmarin: Decken Sie Rosmarin im Winter mit Reisig ab oder stülpen Sie einen alten Weidenkorb darüber.
  • Salbei: Ein Rückschnitt der weichen Triebspitzen erhöht die Frosthärte von Salbei.
  • Gemüsebeete: Bedecken Sie ungenutzte Beetflächen mit Laub, Stroh, Folie oder Vlies. Auf abgeernteten Gemüsebeeten empfiehlt sich eine Gründüngung. Bei vorhandenen Gemüsepflanzen wie Grünkohl oder Mangold bietet eine Mulchschicht oder eine Schicht Herbstlaub, vermischt mit Kompost, effektiven Schutz.

Reisig als Winterschutz im Steingarten und für Ziergräser

Auch im Steingarten und für Ziergräser kann Reisig als Winterschutz eingesetzt werden:

  • Steingartenpflanzen: Decken Sie frostempfindliche Steingartenpflanzen mit Fichtenreisig ab, um sie vor Temperaturschwankungen zu schützen. Besonders in Südlagen kann dies hilfreich sein.
  • Ziergräser: Binden Sie den vertrockneten Blattschopf von Pampasgras zusammen, damit Regenwasser abläuft und das Pflanzenherz trocken bleibt. Japanisches Blutgras sollte mit einer Schicht Laub bedeckt werden, die mit Fichtenreisig stabilisiert wird.
Bilder: Ann1bel / Shutterstock