Schneckeneier identifizieren, beseitigen und vorbeugen

Es ist für keinen Gärtner angenehm, Schneckeneier zu finden. Meist ist nicht klar, ob es sich um eine nützliche oder schädliche Art handelt. Oft werden Schneckeneier mit Eikapseln von Regenwürmern oder Depotdünger verwechselt. Aufschluss geben Farbe und Konsistenz sowie der Ablageort.

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Schneckeneier sind mit dem bloßen Auge gut zu erkennen

Wie sehen Schneckeneier aus?

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Schneckeneier sind kugelrund

Schneckeneier sind weißlich durchscheinend und kugelrund. Durch ihre wasserhelle Farbe heben sie sich von der Erde ab. Sie können die Größe eines Stecknadelkopfes erreichen und liegen lose in kleinen Anhäufungen beieinander. Durch drücken werden Sie feststellen, dass Schneckeneier sehr weich sind und leicht nachgeben. Wenn Sie sich unsicher sind, ziehen Sie Bilder von Schneckeneiern zu Rate.

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  Eianzahl im Gelege Färbung Ablageort benötigt
Weinbergschnecke 40 bis 60 weißlich, nur leicht durchscheinend selbst gegrabene Erdgruben 3–5 cm lockeren Boden
Spanische Wegschnecke bis zu 225 weißlich glänzend, nicht transparent Erdoberfläche, Pflanzenstreu, Erdhöhlen feuchte und schattige Umgebung
Tigerschnegel 100 bis 300 transparent, klar und farblos Substratoberfläche warme und feuchte Umgebung
Hain-Bänderschnecke 30 bis 60 weißlich mit Kalkschale selbst gegrabene Erdhöhlen feuchte Hochstaudenfluren

Typische Ablageorte

Wenn Sie vermeintliche Schneckeneier finden, achten Sie auf die Umgebungsbedingungen. Der Fundort gibt Ihnen Hinweise, ob es sich um ein Schneckengelege handelt. Schnecken bevorzugen als Eiablageplatz gut geschützte und feuchte Bereiche. Sie platzieren ihre Gelege bevorzugt im Kompost, unter dicht wachsenden Pflanzen oder in Erdhöhlen und Totholz.

Hier sollten Sie Schneckeneier suchen:

  • unter Pflanzkübeln, Eimern und Trögen
  • in umgegrabenen Beeten und Laubhaufen
  • unter Moosdecken und Rindenmulch
  • zwischen Gehwegplatten
  • unter losen Steinen

Wann legen Schnecken ihre Eier?

Die Spanische Wegschnecke beginnt ab Ende Juni, ihre Eier an geeigneten Orten zu platzieren. Einen Höhepunkt gibt es zwischen August und September. In besonders milden Jahren zieht sich die Eiablage bis in den Dezember. Daher ist es wichtig, dass Sie Gelege dieser Art vor dem Winter entfernen. Die Eier überwintern und sorgen im nächsten Frühjahr für eine Schneckenplage.

Exkurs

So sehen Depotkügelchen von Innen aus

Nährsalze werden mit einer Schicht aus Kunstharz ummantelt. Diese Hülle besitzt feine und mikroskopisch kleine Poren. In der Erde saugen die Kügelchen Wasser auf, sodass die pulverförmigen Nährsalze im Inneren gelöst werden. Die gelösten Salze werden mit dem Wasser aus dem Korn herausgesogen. Dieser Prozess läuft langsam ab, sodass die Pflanzen bis zu sechs Monate mit Nährstoffen versorgt sind. Es gibt allerdings unterschiedlich lang wirkende Depotkügelchen, die in Abhängigkeit von ihrer Wirkungsdauer gelb, grün oder rot gefärbt sind.

Schneckeneier, Depotdünger und Regenwurm-Kokons im Vergleich

Wie kann ich Schneckeneier beseitigen?

Weinbergschnecken fressen Schneckeneier und erweisen sich somit als nützliche Helfer bei der Bekämpfung von Nacktschnecken. Auch Tigerschnegel gehören zu den Nützlingen und sollten geschont werden. Die einfachste Variante, um Eier von unerwünschten Schnecken zu töten, ist das Austrocknen. Platzieren Sie das Gelege an einem sonnigen Ort. Igel und Vögel beseitigen die übrig gebliebenen Reste.

Faktoren, die Schneckeneier gefährden:

  • hohe Temperaturen
  • geringe Luftfeuchtigkeit
  • direkte UV-Strahlung

Schneckeneier im Aquarium

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Werden Schneckeneier ungewollt eingeschleppt, sollten sie schnellstmöglich entfernt werden

Oft werden Eier durch Wasserpflanzen in das System eingeschleppt. Sobald die Jungtiere schlüpfen, verbreiten sie sich massenhaft. Eine solche spontane Begleitfauna kann sich positiv auf den Lebensraum auswirken, denn Wasserschnecken beschleunigen die Zersetzung organischer Reste.

So erkennen Sie Schneckenlaich:

  • oft kleine weiße Kokons
  • manchmal farblose und durchsichtige oder gelbliche Eier
  • gallertartige Gebilde, in denen ein Punkt zu erkennen ist
  • haften an Scheiben, Dekoration, Wasserpflanzen oder Technik

Viele Gelege lassen sich nur schwer beseitigen, sodass Sie die ausgewachsenen Schnecken aus dem Aquarium entfernen sollten. Sie lassen sich mit einem Salatblatt oder einem Stück Gurke anlocken. Sobald sich die Tiere auf dem Leckerbissen niedergelassen haben, können Sie diesen aus dem Wasser entfernen. Um eine Einschleppung zu vermeiden, waschen Sie neu gekaufte Wasserpflanzen vor dem Einsetzen gründlich ab.

Bekämpfung im Kompost

Sichtbare Gelege auf dem Kompost können Sie absammeln und in der Sonne austrocknen lassen. Stellen Sie fest, dass Schneckeneier auch in tieferen Schichten abgelegt wurden, sollten Sie den Kompost gründlich und regelmäßig durchmischen. Achten Sie auf gute Durchlüftung und verhindern Sie, dass das Substrat zu stark vernässt. In einem funktionierenden Kompost entstehen während der Heißrotte Temperaturen von mehr als 60 Grad. Hierbei werden Schneckeneier abgetötet.

Tipp

Sollten trotz der hohen Temperaturen Schneckeneier überlebt haben, lagern Sie das Substrat vor dem Ausbringen in der Sonne oder breitflächig auf dem unbepflanzten Beet. Hier trocknen die übrigen Eier schnell aus.

Schneckeneier in Blumenerde

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Werden Schneckeneier im Blumentopf entdeckt, sollte die Pflanze schnellstmöglich umgetopft werden

Es kann vorkommen, dass Schnecken ihre Eier in die Blumenerde oder auf der Substratoberfläche ablegen. Das ist der Fall, wenn Sie Kübelpflanzen im Sommer auf Terrasse und Balkon stellen. Da die Gewächse häufig gegossen werden, stellt sich ein feucht-warmes Mikroklima im Topfballen ein. Ein wilder Pflanzenbewuchs, wie er in manchen Balkonkästen (34,00€ bei Amazon*) vorherrscht, begünstigt die Überlebensbedingungen für Schneckeneier.

So vernichten Sie Schneckeneier:

  • Topfballen aus dem Pflanzgefäß holen
  • altes Substrat abschütteln
  • auf Gelege untersuchen
  • Erde breitflächig in der Sonne trocknen
  • anschließend kompostieren

Tipp

Wenn Sie sich nicht sicher sind, zerdrücken Sie das vermeintliche Ei zwischen den Fingern. Depotdüngekugeln knacken, wenn die Kunstharzhülle bricht. Schneckeneier fassen sich glitschig an und lassen sich geräuschlos zerdrücken.

Schnecken im Garten vorbeugen

Da chemische Mittel zum Schnecken bekämpfen ungeeignet sind, ist die Vorbeugung von großer Bedeutung. Wenn sich bereits Schnecken angesiedelt haben, überprüfen Sie die Schneckenhotspots regelmäßig. Mit geeigneten Maßnahmen können Sie das Aufkommen unter Kontrolle bringen.

Beete umgraben

Graben Sie Ihre Beete im Spätherbst nach der Haupteiablage um. Es ist förderlich, die krümelige Erde gleichmäßig einzuebnen. So finden Schnecken keine Erdmulden und werden an der Eiablage gehindert. Die Maßnahme sollte im zeitigen Frühjahr wiederholt werden, damit bislang unentdeckte Eigelege offen gelegt und entfernt werden können.

Schnecken überwintern in jungen Jahren oder im Eistadium. Daher sind die im Herbst abgelegten Eier eine Frühjahrsgefahr.

Auf Mulchen verzichten

Haben Sie seit längerem mit einer Schneckenplage zu kämpfen, sollten Sie auf eine Mulchschicht verzichten. Diese schützt den Boden vor Austrocknung und gewährleistet ein feuchtwarmes Milieu, in dem sich auch Schnecken wohlfühlen. Wenn Sie im Frühjahr trotzdem mulchen müssen, sollten Sie die Schicht spätestens im August wieder von den Beeten entfernen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert das Schlüpfen von Schneckeneiern?

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Wie lange die Schnecken zum Schlüpfen brauchen, ist von der Schneckenart und der Außentemperatur abhängig

Wann genau Jungschnecken schlüpfen, hängt von der Art und dem Zeitpunkt der Eiablage ab. Die Spanische Wegschnecke legt mehrmals im Jahr Eier. Aus Gelegen, die im Juni produziert wurden, entwickeln sich noch im gleichen Jahr Schnecken. Später abgelegte Eier überdauern den Winter, sodass die Jungschnecken zwischen Februar und März des Folgejahres schlüpfen.

Auch die Temperatur hat einen Einfluss auf die Entwicklungsgeschwindigkeit. Bei 20 Grad schlüpfen die ersten Schnecken bereits 30 bis 37 Tage nach der Eiablage. Ideal sind Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad. Steigt das Thermometer über 25 Grad, stockt die Entwicklung und die Eier sterben ab.

Kann ich Schneckeneier gezielt ausbrüten?

Wenn Sie wissen, dass es sich um eine nützliche Art handelt, können Sie die Gelege einsammeln und auf feuchte Erde in einem Schraubglas legen. Stellen Sie das Glas an einen schattigen milden Platz und gewährleisten Sie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Aber Achtung, denn Weinbergschnecken stehen unter Naturschutz. Schnecken und deren Gelege dürfen nicht aus der Natur eingesammelt werden.

Ich habe mir eine Packung Blumenerde gekauft und beim Öffnen sind mir kleine gelbe Kugeln aufgefallen. Sind das gelbe Schneckeneier?

Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass Sie kontaminierte Blumenerde gekauft haben. Schneckeneier sind nicht gelb, sondern weißlich und durchscheinend. Wenn Sie die gelb gefärbten Kügelchen in die Hand nehmen, spüren Sie eine feste Konsistenz. Schneckeneier würden sich nicht so leicht anfassen lassen, da sie sehr weich und druckempfindlich sind. Sie fühlen sich feucht und glitschig an. Übrigens können die Düngerkügelchen auch grün gefärbt sein. Diese farbige Ummantelung gibt Gärtnern Auskunft über die Dauer der Düngewirkung.

Düngekugeln erkennen:

  • locker im Substrat verteilt
  • knacken beim Zerdrücken
  • leere Hülle löst sich nicht auf
  • Inhalt frischer Kugeln ist trocken und pulvrig

Ich glaube nicht, dass in meinem Garten kleine gelbe Düngekugeln verteilt sind. Gibt es noch andere Eier, die in Frage kommen?

Wenn die Eier zitronengelb oder bräunlich gefärbt und an beiden Enden mehr oder weniger deutlich zugespitzt sind, kann es sich um eine Eikapsel von Regenwürmern handeln. Dieser Regenwurmkokon enthält eine Nährflüssigkeit, damit der Nachwuchs gut versorgt ist. Regenwürmer legen ihre Eier in den oberen Bodenschichten ab und versehen sie oft mit einer Schutzhülle aus Kot. Je nach Art können Größe und Färbung der Kokons variieren. Sie sind etwa zwei bis sieben Millimeter lang und zu Beginn nicht durchscheinend sondern glänzend. Im Laufe der Entwicklung werden die Kokons transparent.

Text: Christine Riel
Artikelbilder: Fotoz by David G/Shutterstock, Aurelio Wieser/Shutterstock, Corneliu LEU/Shutterstock, Hans Verburg/Shutterstock

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