Eine Rasenreparatur ohne Umgraben

Rasenfilz sieht unschön aus und beeinträchtigt Pflanzen und Boden. Doch nicht jeder Rasen neigt zur Verfilzung. Wenn sich der Filz ausgebreitet hat, sollten Sie den Rasen schonend erneuern.

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Vertikutieren repariert den Rasen

Was der Rasenfilz bewirkt

Rasenfilz setzt sich aus abgestorbenen und teilweise lebenden Pflanzenteilen und aus Wurzeln zusammen. Diese Schicht kann im Anfangsstadium wenige Millimeter dick sein und eine Stärke von bis zu zwei Zentimetern erreichen. Dieser Teppich legt sich über die Bodenschicht und verändert den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens. Da der Rasenfilz wie ein Schwamm wirkt und Feuchtigkeit aufsaugt, bietet er Moosen optimale Lebensbedingungen. Der durchwurzelte Boden bekommt kaum Wasser ab. Die Feuchtigkeit verdunstet aus dem Polster, sobald die Sonne darauf scheint.

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Die Graswurzeln wachsen nicht mehr horizontal in den Boden, sondern sie entwickeln sich flach in der obersten Bodenschicht. Teilweise wachsen sie auf der Suche nach Feuchtigkeit in die Filzschicht hinein. Es entwickelt sich ein flaches Wurzelsystem, welches sensibel auf Schwankungen im Wasserhaushalt reagiert. Selbst kurze Perioden des Wasserentzugs bereiten den flachwurzelnden Gräsern Probleme. Ihre Scherfestigkeit sinkt und der Rasen reagiert zunehmend empfindlicher auf Trittbelastungen.

Rasenarten und der Grad der Verfilzung

Ein Rasen mit Deutschem Weidelgras (Lolium perenne) neigt kaum zur Verfilzung. Dieses konkurrenzstarke Gras verlangt selten nach einem Vertikutieren. Rasen mit der Wiesenrispe (Poa pratensis) oder dem Rotschwingel (Festuca rubra) sind mehr von der Verfilzung betroffen. Am häufigsten tritt Rasenfilz in Ansaaten mit Straußgräsern (Agrostis) auf. Die Rasen der Hausgärten bestehen zu großen Teil aus den sehr dicht wachsenden Poa-Arten.

Vertikutieren anstatt Umgraben

Wenn eine Rasenrenovierung notwendig ist, sollten Sie auf ein vollständiges Umgraben verzichten. Das Umgraben ist die letzte Möglichkeit, um einen durch Wühlmäuse zerstörten oder verwilderten Garten wiederherzustellen. Dabei werden die Bodenschichten tief umgeschichtet, was zum Stress der sensiblen Bodenlebewesen führt. Das Vertikutieren bietet eine schonende Alternative und eignet sich ideal, um den Rasen zu erneuern.

Vorteile des Vertikutierens:

  • Verbesserung des Luft- und Wasserhaushalts
  • Auflockerung der oberen Substratschicht
  • Schonung der tieferen Bodenschichten

Den Rasen erneuern

Schneiden Sie den Rasen auf vier Zentimeter zurück und düngen Sie die Fläche. Das bereitet den Altbestand auf die bevorstehenden Störungen vor. Wenn der Rasen nach der Düngung hoch gewachsen ist, mähen Sie ihn so tief wie möglich ab. Stellen Sie den Vertikutierer (76,01€ bei Amazon*) so tief ein, dass die Messer leicht in den Boden einschneiden. Nutzen Sie einen leistungsstarken Vertikutierer aus dem Baumarkt. Mit händisch betriebenen Gartengeräten ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend.

Befahren Sie die gesamte Fläche mit dem Vertikutierer in Längs- und Querreihen, bis sich der Filz vollständig gelöst hat. Entfernen Sie die Rückstände komplett und ebnen Sie die Boden für die Nachsaat. Das Saatgut muss gleichmäßig über der Rasenfläche verteilt und leicht angedrückt werden. Geben Sie eine dünne Schicht Kompost auf die Fläche und achten Sie auf eine gründliche Bewässerung.

Text: Christine Riel
Artikelbild: iratxe_lopez/Shutterstock

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