Beet umgraben oder lieber nicht? Über das Für und Wider der Bodenbearbeitung

Über die Frage, ob man ein Beet umgraben sollte oder lieber nicht, herrscht in der Gartenwelt überraschenderweise keine Einigkeit. Ganz im Gegenteil, denn sowohl die Gegner als auch die Befürworter haben stichhaltige Argumente für ihre jeweilige Position. Damit Sie sich selbst ein Bild machen können, haben wir die wichtigsten gesammelt.

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Umgraben ist nicht nur anstrengend, es ist oft auch unnötg

Vorteile des Umgrabens

Keine Frage: Wird ein Beet überhaupt erst neu angelegt oder will man aus der bisherigen Wiese einen Gemüsegarten machen, kommt man ums Umgraben nicht herum. Doch müssen bereits angelegte und stets gepflegte Beete tatsächlich jedes Jahr aus Neue tiefgründig beackert werden?

Lockerung des Bodens

Insbesondere schwere, lehmige Böden profitieren von einem Umgraben, das etwa alle ein bis drei Jahre – je nach Schwere des Bodens – vorgenommen werden sollte. Auf diese Weise kann die Erde mit Sauerstoff angereichert werden, außerdem wird sie durchlässiger gemacht. Durch die Zugabe und das tiefere Einarbeiten von Sand und Kompost erfolgt zudem eine stetige Bodenverbesserung.

Anreicherung mit Nährstoffen

Das Anreichern des Bodens mit organischen Materialien, etwa mit Kompost, Stallmist oder Gründüngung, führt zu einer höheren Nährstoffdichte, einem lockeren, humoseren Boden und sorgt zudem für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gartens.

Weniger Unkraut

Wird das Gartenbeet häufig umgegraben, wächst im Laufe der Zeit immer weniger Unkraut. Grund hierfür ist, dass die endlosen Wurzel typischer Wurzelunkräuter immer wieder zerstört werden, auch können Unkräuter und ihre Wurzeln durch das Umgraben tiefgründig entfernt werden.

Höhere Erträge

Ein lockerer, humoser Boden mit wenig Unkräutern wiederum verspricht höhere Erträge. Dies konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden, vor allem, was das doppelte Umgraben sehr schwerer Tonböden betrifft.

Nachteile des Umgrabens

Nichtsdestotrotz gibt es einige Punkte, die gegen das Umgraben sprechen. Dazu gehört auch, dass es sich um eine körperlich sehr anstrengende und zudem aufwändige Arbeit handelt, die nicht bei jedem Boden notwendig ist.

Bodenlockerung oftmals ausreichend

Während Sie bei schweren Gartenböden um eine tiefgründige Lockerung nicht herumkommen, ist das Umgraben bei anderen, leichteren Bodentypen im Grunde nicht erforderlich. Hier genügt das einfache Lockern des Bodens, bei dem dieser jedoch nicht gewendet werden muss. Hierzu können Sie etwa eine Grabegabel oder einen Grubber verwenden.

Störung des Mikroklimas im Boden

Der wahrscheinlich wichtigste Grund gegen das Umgraben des Gartenbodens ist, dass Sie dabei das Mikroklima im Boden sowie die zahlreich darin lebenden Mikroorganismen und Tiere empfindlich stören – insbesondere, wenn Sie das Beet im Herbst bearbeiten und die Lebewesen somit plötzlich der nahenden Kälte aussetzen. Andererseits akklimatisieren sie sich in der Regel auch schnell wieder, so dass dieses Argument nur zeitweise Gültigkeit besitzt.

Tipps

Das Umgraben des Beetes im Herbst hat den Vorteil, dass die Erdkrumen durch die winterliche Frosteinwirkung fein zerkrümelt werden und somit besonders gut zum Bepflanzen geeignet sind.

Text: Ines Jachomowski
Artikelbild: Dirk Ott/Shutterstock

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