Orchideen umtopfen: Den richtigen Moment erkennen und Blüten fördern
Orchideen werden nur alle drei bis vier Jahre umgetopft – ideal direkt nach dem Kauf, um Substrat und Wurzeln zu kontrollieren. So verhindern Sie Staunässe, Wurzelfäule und fördern langfristig eine gesunde Pflanzenentwicklung.
Müssen Orchideen umgetopft werden?
Das Umtopfen ist unerlässlich, da sich grobes Orchideensubstrat mit der Zeit zersetzt. Dadurch verdichtet es sich, hält mehr Feuchtigkeit zurück und es droht Staunässe. Frisches Substrat sorgt für bessere Durchlüftung, steigert die Sauerstoffversorgung und stabilisiert das Wurzelwachstum.
Zeitpunkt und Merkmale des Umtopfens
Um Stress zu vermeiden, wird eine Orchidee im Frühjahr vor der Blüte oder im Herbst nach der Blüte umgetopft. Während der Blüte benötigt sie viel Energie – ein Umtopfen wäre dann eine zusätzliche Belastung.
Normalerweise reicht ein Umtopfen alle drei bis vier Jahre, außer mehrere der folgenden Merkmale treten früher auf.
Typische Hinweise, dass ein Umtopfen nötig ist:
- feinkrümeliges, dauerhaft nasses oder verschimmeltes Substrat
- bräunliche, faulige oder sehr trockene Wurzeln
- stark durchwurzelter Topf, Wurzeln wachsen durch Abflusslöcher oder über den Rand
- Substratmenge hat sichtbar abgenommen
Wurzeln und Luftwurzeln
Orchideen bilden sowohl unterirdische als auch oberirdische Luftwurzeln aus. Letztere entstehen meist bei Platzmangel im Topf und dienen weiterhin der Versorgung mit Feuchtigkeit und Nährstoffen.
Luftwurzeln abschneiden
Nur abgestorbene oder beschädigte Luftwurzeln sollten entfernt werden. Gesunde Luftwurzeln bleiben unangetastet oder werden höchstens leicht eingekürzt. Da die Wurzeln entscheidend für die Anpassung im neuen Topf sind, wird nur minimal in das gesunde Gewebe eingegriffen.

Das Auftreten vieler Luftwurzeln ist ein deutlicher Hinweis auf ein zu kleines Gefäß.
Was tun, wenn die Orchidee nicht aus dem Topf kommt?
Nach mehreren Jahren kann das Wurzelwerk den Topf vollständig durchziehen. Gewalt oder starkes Ziehen beschädigen die Wurzeln.
Besser: Den Kunststofftopf vorsichtig kneten und verfilzte Bereiche unten sanft lösen. Ein Aufschneiden sollte vermieden werden – der Topf wäre nicht wiederverwendbar und die Wurzeln könnten verletzt werden.
Starre Luftwurzeln
Mit einem lauwarmen Wasserbad werden verhärtete Luftwurzeln weicher und flexibler. Die Pflanze zunächst im Topf durchfeuchten und erst dann langsam herauslösen.
Kleine Wurzelverletzungen müssen einige Tage trocknen; Zimt oder Holzkohle schützen zusätzlich vor Keimen.
Kranke und abgestorbene Wurzeln erkennen
Abgestorbene Wurzeln sind:
- vertrocknet oder schrumpelig
- matschig
- gelb-braun verfärbt
Achtung: Tote Wurzeln, die neue Seitenwurzeln bilden, dürfen nicht vollständig entfernt werden. Matschige Bereiche sauber zurückschneiden und mit Holzkohle bestäuben.
Orchideen umtopfen
Vor dem Umtopfen sollte das Substrat möglichst trocken sein, damit es leichter von den Wurzeln abgeht.
Anleitung:
- Pflanze vorsichtig aus dem Topf lösen
- Altes Substrat entfernen, tote/kranke Wurzeln schneiden
- Schnittflächen mit Zimt oder Holzkohle bestäuben
- Topf reinigen, 1/3 mit Substrat füllen
- Orchidee einsetzen, rundum auffüllen, ggf. Stütze nutzen
- Bis zu 30 Minuten in kalkarmes, lauwarmes Wasser stellen
- Abtropfen lassen und ohne Restwasser in den Übertopf stellen
Wichtig: Das Herz der Orchidee darf nicht zu tief sitzen, um Stammfäule zu vermeiden.
Tipp
Nach starkem Wurzelschnitt 3–5 Tage nicht gießen, damit Schnittstellen vollständig trocknen.
Substrat für Orchideen
Orchideen wachsen natürlich auf Baumrinden – daher benötigen sie luftiges, grobes Substrat statt herkömmlicher Blumenerde.
| Material | Funktion | Struktur | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Pinienrinde | Belüftung + Drainage | grob | stabil, zerfällt langsam |
| Kokoschips | Halt + Wasserspeicher | grob, faserig | speichert Nährstoffe lange |
| Perlite | Feuchtigkeitspuffer | feinkörnig | verhindert Staunässe |
| Tongranulat | Stabile Drainage | Kügelchen | speichert Wasser, nicht nährstoffhaltig |
| Holzkohle | Filter + pH | porös | bindet Schadstoffe, schützt vor Keimen |
Substratmischungen:
- Fein: 50–60 % feine Pinienrinde, 20–30 % feines Tongranulat, 20–30 % Perlite
- Mittel: 50–60 % Pinienrinde, 20–30 % Tongranulat, 20–30 % Perlite
- Grob: 40–50 % Rinde, 30–40 % Kokoschips, 10–20 % Tongranulat
Töpfe für Orchideen
Warum ein durchsichtiger Topf?
Transparente Töpfe ermöglichen den Blick auf Wurzeln und Substrat – ideal, um Fäulnis, Trockenheit oder Schädlingsbefall früh zu erkennen.
Die richtige Topfgröße
Beim Umtopfen immer eine Topfgröße größer wählen. Zu kleine Töpfe fördern Luftwurzeln, zu große Töpfe trocknen schlecht ab.
Geeignete Töpfe
Gelochte Tontöpfe fördern die Belüftung, speichern überflüssige Feuchtigkeit und verhindern Staunässe. Für Arten wie Vanda eignen sich auch Holzkörbchen, da sie viel Luft an die Wurzeln lassen.















