Orchideen fachgerecht umtopfen – Diese Anleitung zeigt, wie es geht

Zum vorbildlichen Pflegeprogramm von Orchideen zählt der turnusmäßige Wechsel in einen größeren Kulturtopf. Für die ohnehin empfindlichen Blütenschönheiten geht diese Maßnahme mit einer hohen Stressbelastung einher, sodass Ihre besondere Aufmerksamkeit gefragt ist. Diese Anleitung erklärt, wie Sie Orchideen richtig einpflanzen in ein neues Gefäß.

Orchideen Topf wechseln
Orchideen brauchen nicht jedes Jahr umgetopft zu werden

Den besten Termin wählen mit Bedacht

Alle 2 bis 3 Jahre möchten Orchideen in einen größeren Topf mit frischem Substrat wechseln. Spätesten dann, wenn die kräftigen Wurzeln die Pflanze aus dem Gefäß herausdrücken, sollten Sie diese Maßnahme auf die Tagesordnung nehmen. Höchste Zeit für ein Umtopfen ist immer dann, wenn die Wurzelstränge aus der Bodenöffnung herauswachsen. Stimmen Sie den Termin bitte ab auf den individuellen Wachstumszyklus der Orchideen-Art. Die Pflanze sollte sich wahlweise am Ende der Blütezeit oder am Ende der Winterruhe befinden.

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Diese Materialien sollten griffbereit sein

Damit die Arbeiten beim Einpflanzen nicht unnötig lange ins Stocken geraten, stellen Sie diese Materialien bitte in Reichweite bereit:

  • Ein altes Laken oder Plastikfolie als Schmutzfänger
  • Frisch geschärftes und desinfiziertes Werkzeug
  • Spezielles Orchideen-Substrat aus dem Handel oder als individuelle Mischung
  • Handsprüher oder Sprühflasche mit kalkfreiem Wasser
  • Blähton,(23,83€ bei Amazon*) Lavagranulat (16,25€ bei Amazon*) oder Perlite
  • Holzkohlepulver oder Zimt

Stellen Sie transparente Kulturtöpfe in verschiedenen Größen dazu, da im Vorhinein zumeist nicht zu erkennen ist, welchen Durchmesser das neue Gefäß aufweisen sollte.

Tipps zum perfekten Substrat

Da die epiphytischen Orchideen in ihrer Heimat ohne Substrat auf Bäumen sitzen, um mit ihren Luftwurzeln Feuchtigkeit und Nährstoffe einzusammeln, stellen sie als Zimmerpflanze besondere Anforderungen an die Erde. Blieb die Blütenpracht bisher hinter den Erwartungen zurück, empfehlen wir im Rahmen der Umtopf-Aktion den Wechsel zu einem optimierten Substrat. Aus diesen Hauptkomponenten setzt sich die perfekte Orchideenerde zusammen:

  • Rindenstücke aus Pinie oder Kiefer in feiner, mittlerer oder grober Körnung
  • Organische Bestandteile: Laub, Sphagnum, Torfmull, Kokosfasern, Nussschalen
  • Anorganische Bestandteile: Lavagranulat, Zeolith, Seramis, Perlite,(31,52€ bei Amazon*) Styroporkugeln

Die Kunst des Orchideengärtners besteht nun darin, aus dem Hauptkomponenten eine Rezeptur zu zaubern, die seine kapriziösen Tropenschönheiten glücklich stimmt. Die besonderen Anforderungen der jeweiligen Orchideen-Art sind dabei ebenfalls von Belang. Eine epiphytische Phalaenopsis favorisiert ein anderes Substrat, als eine terrestrische Frauenschuh-Orchidee.

Richtig vorbereiten und austopfen – Wie Sie es vorbildlich machen

Um den kräftigen Luftwurzeln möglichst wenig Zwang anzutun, beginnen die Vorbereitungen bereits am Tag vor dem Einpflanzen. Tauchen Sie den Topf mit dem Wurzelgeflecht in einen Eimer mit weichem Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Daraufhin sind die Wurzelstränge wesentlich flexibler, damit Sie die Orchidee am nächsten Tag so austopfen:

  • Auf der Arbeitsfläche das Laken oder Tuch als Schmutzfänger ausbreiten
  • Mit den Händen den Kulturtopf so lange kneten, bis sich die Wurzeln von den Gefäßwänden lösen
  • Die Orchidee zwischen den Blättern und dem Wurzelballen mit den Fingern erfassen und aus dem Topf ziehen
  • Die alte Orchideenerde abschütteln und letzte Reste vorsichtig abbrausen

Da jetzt das Wurzelsystem substratfrei vor Ihnen liegt, nutzen Sie die Gelegenheit für eine Säuberungsaktion. Schneiden Sie alle faulen, weichen und vertrockneten Wurzeln ab. Die Schnittwunden bestäuben Sie mit Zimt oder Holzkohleasche. Pralle, cremeweiße Wurzelstränge bleiben von einem Rückschnitt verschont.

Einpflanzen mit dem richtigen Dreh – Diese Pflanztechnik hat sich bewährt

Die empfohlenen Vorbereitungen erleichtern das Einpflanzen von Orchideen und reduzieren für Gärtner und Pflanze den Stress gleichermaßen. Lassen Sie eine bearbeitete Orchidee nicht lange ohne Substrat liegen, sondern topfen Sie zeitnah so ein:

  • Aus Blähton, Perlite oder Lavagranulat eine 2-3 cm hohe wasserführende Schicht über dem Wasserablauf anlegen
  • Darüber eine erste Lage des groben Orchideensubstrats einfüllen
  • Die Orchidee zwischen Blättern und Wurzeln erfassen und mit einer Drehbewegung in den Topf einpflanzen
  • Die frischen Substratstücke portionsweise einfüllen und den Topf zwischendurch aufstoßen

Sie haben das Umtopfen Ihrer Orchidee perfekt durchgeführt, wenn sich der Wurzelhals mittig auf Höhe des Topfrandes befindet, die Wurzeln unbeschädigt und alle Zwischenräume mit Substrat verfüllt sind.

Wohlfühl-Pflege nach dem Umtopfen – So regeneriert die Orchidee zügig

Unmittelbar nach dem Einpflanzen, tauchen Sie den Topf mit dem Wurzelballen in weiches, zimmerwarmes Wasser. Den Übertopf gießen Sie anschließend bitte aus, damit sich keine Staunässe bildet. Ein sanfter Sprühnebel aus kalkfreiem Wasser stimmt die edle Pflanze wohlgesonnen. Da in der frischen Orchideenerde ein Vorrat von Nährstoffen vorhanden ist, setzt die Gabe von Dünger erst nach 6 Wochen wieder ein. Am halbschattigen, warmen Fensterplatz hat sich die gestresste Orchidee bis dahin längst regeneriert.

Tipps

Leidet eine Orchidee unter Staunässe, topfen Sie die Pflanze sogleich um; selbst wenn gerade nicht das ideale Zeitfenster für diese Maßnahme geöffnet ist. Den Stress inmitten der Wachstumsphase verkraftet die edle Blume besser, als sie weiterhin der Gefahr faulender Wurzeln auszusetzen. Je frühzeitiger Sie die geplagte Orchidee in trockenes Substrat einpflanzen, desto besser stehen die Überlebenschancen.

Text: Paula Jansen

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