Wissenswertes zur Herkunft von Orchideen

Auf der ganzen Welt ziehen Orchideen die Menschen in den Bann mit einzigartiger Blütenschönheit und faszinierenden Eigenschaften. Das macht neugierig auf die Herkunft der malerischen Blumen. Folgen Sie uns hier auf einem Streifzug vom prähistorischen Ursprung bis in die Neuzeit.

Orchideen Ursprung
Orchideen stammen aus den Tropen

Die florale Wiege stand in den urzeitlichen Tropen

Wissenschaftler datieren den Ursprung der Orchideen am Ende der Kreidezeit vor etwa 65 bis 80 Millionen Jahren in den tropischen Regionen. Zu dieser Zeit dominierten Baumfarne und Nadelbäume die Flora, während sich die ersten strauchigen Blütenpflanzen entwickelten. Die Ur-Orchideen schwebten noch nicht in den Wipfeln mächtiger Bäume, sondern streckten ihre Wurzeln im Boden aus. Erst nach einer Evolution von vielen Millionen Jahren hatten sich die prachtvollen Blumen einen Platz in luftiger Höhe auf den Ästen der Urwaldriesen ausgesucht.

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Heute entstammen 9 von 10 Orchideen den Tropen und Subtropen. Mehr als 1.000 Gattungen bergen mehr als 30.000 Arten mit ungezählten Hybriden. Die Entwicklung ist längst nicht abgeschlossen, denn kontinuierlich kommen neue Arten und Sorten hinzu.

Meilensteine in der geschichtlichen Herkunft

Seit 2.500 Jahren begeistern uns Orchideen als Zier-, Heil- und Nutzpflanzen sowie Aphrodisiakum. Bis zu den modernen Phalaenopsis auf der Fensterbank war es ein weiter Weg. Wichtige Meilensteine haben wir hier für Sie zusammengetragen:

  • In China werden 500 v. Chr. die ersten Schriften über Orchideen erstellt
  • Etwa 300 v. Chr. werden die einheimischen Knabenkräuter (Orchis) zum ersten Mal erwähnt
  • In 1615 erblüht die erste tropische Orchidee auf dem europäischen Kontinent
  • Die erste blühende Cattleya labiata sorgt in 1818 für weltweites Aufsehen
  • Von 1830 bis 1840 erstellt der Botaniker John Linley das Hauptwerk zur Begründung der Orchideenkunde

Nachdem im 19. und 20. Jahrhundert die Haltung von Orchideen den wohlhabenden Familien vorbehalten war, setzte Anfang des 21. Jahrhunderts eine Wende ein. Infolge Massenproduktionen in Taiwan und den Niederlanden sind heute die ehemaligen Luxus-Pflanzen für Jedermann erschwinglich.

Tipps

Abholzung der Regenwälder, Landwirtschaft und Urbanisierung haben den Bestand an Orchideen soweit reduziert, dass sie heute in freier Natur vom Aussterben bedroht sind. Daher sind mittlerweile alle Orchideenarten im Washingtoner Artenschutz Programm aufgeführt. Bewundern und fotografieren ist erlaubt. Pflücken oder gar Ausgraben wird hingegen mit hohen Geldstrafen geahndet.

Text: Paula Jansen

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