Cymbidium: Richtig pflegen und gießen

Cymbidium-Orchideen, wegen ihrer charakteristischen Blütenform umgangssprachlich auch als Kahn-Orchideen bezeichnet, werden mit einer Wuchshöhe von bis zu einem Meter höher als in Zimmerkultur gepflegte Orchideenarten. Prächtig wirkt diese Pflanze während ihrer Blütezeit, wenn sie ihre großen, farbenprächtigen Blüten öffnet. Dank der ausladenden, langen Blätter wirkt die Zimmerorchidee jedoch auch außerhalb ihrer Blütezeit sehr attraktiv. Wer die hübschen Cymbidium-Orchideen zu Hause kultivieren möchte, braucht jedoch genaue Kenntnisse hinsichtlich Pflege und Standort - die verschiedenen Arten sind nicht ganz einfach zu halten.

cymbidium
Die Cymbidium gibt es in vielen verschiedenen Farben

Herkunft und Verbreitung

Das aus dem Griechischen stammende Wort „kymbos“ bedeutet so viel wie „Kahn“ oder „Boot“ und bezieht sich auf die kahnartig gewölbten Blütenlippen der rund 70 verschiedene Arten umfassenden Orchideengattung Cymbidium. Auch die deutsche Bezeichnung „Kahnorchidee“ dieser attraktiven, aber nicht ganz unkomplizierten Zimmerorchidee verweist auf ihre charakteristisch geformten, sehr großen und in zahlreichen Farben blühenden Blüten.

Lesen Sie auch

Ihre Heimat haben die Cymbidium-Orchideen in den Wäldern Asiens, wo zwischen Nordindien und Vietnam weit verbreitet sind – manche Arten kommen sogar in Australien und Indonesien wild wachsend vor. Im Handel sind vornehmlich hybride Formen erhältlich, die kleiner und kompakter bleiben als die bis zu einem Meter hoch wachsenden Wildarten. Cymbidium-Orchideen gibt es in vielen Formen und Farben, die allerdings am besten in temperierten sowie mit viel Platz und Licht ausgestatteten Wintergärten kultiviert werden. Für die Fensterbank sind diese Orchideen aufgrund ihrer speziellen Anforderungen hinsichtlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit eher nicht geeignet.

Aussehen und Wuchs

Die Wildformen der Cymbidium-Orchideen können bis zu einem Meter hoch und recht ausladend werden. Auch manche der hierzulande erhältlichen Hybriden – dabei handelt es sich um Kreuzungen verschiedener Arten – erreichen stattliche Größen. Beachten Sie, dass die Blütenstiele der Pflanzen das angegebene Metermaß noch deutlich überragend können. Wer nicht so viel Platz hat, entscheidet sich hingegen für so genannte Mini-Cymbidien, die mit Wuchshöhen zwischen 15 und 25 Zentimetern deutlich kleiner bleiben.

Da es sich bei allen Cymbidium-Orchideen um Aufsitzerpflanzen (so genannte Epiphyten) handelt, entwickeln diese nur kurze Rhizome. Aus diesen sprießen die langen, kräftigen Triebe. Außerdem sitzen knollenförmige Verdickungen im unteren Bereich der Pflanzen, wobei es sich um Pseudobulben handelt. Aus diese entwickeln sich aus den Rhizomen und dienen der Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Die knolligen, meist eiförmigen bis elliptisch geformten Bulben sollten stets mit geeigneter Orchideenerde bedeckt sein.

Blätter

Die kräftig grünen, schmalen Blätter wachsen meist überhängend und können je nach Art eine Länger von bis zu 100 Zentimeter erreichen. Die Anzahl der Laubblätter hängt ebenfalls von der konkreten Cymbidium-Art ab: Manche dieser Orchideen entwickeln nur wenige Blätter, andere hingegen sehr viele.

Blüte und Blütezeit

Typischerweise blühen Cymbidium-Orchideen zwischen November und Februar und können pro Pflanze dabei bis zu 35 Blüten mit einem Durchmesser von je bis zu 13 Zentimetern ausbilden. Allerdings bedarf es einiger Mühe, die anspruchsvollen Pflanzen zum Blühen zu bewegen, da sie hierzu vom Sommer bis zum Herbst starker Unterschiede zwischen Tag und Nacht hinsichtlich der Temperatur benötigen. In ihrer Heimat ist es tagsüber bis zu 30 °C warm, dafür fallen die Temperaturen nachts auf ca. 15 °C ab.

Zu Hause müssten Sie diese Bedingungen nachstellen, um die zwei bis drei Monate andauernde Blütenpracht genießen zu dürfen. Dies bedeutet: Temperieren Sie den Standort im Sommer und Herbst möglichst warm auf bis zu 30 °C, während es nachts nur etwa 15 °C sein darf. Während der winterlichen Blütezeit hingegen kultivieren Sie Cymbidium-Orchideen hingegen eher kühl bei 15 bis 18 °C. Zugleich sollte die Luftfeuchtigkeit mit etwa 60 bis 80 % hoch gehalten werden.

Cymbidium-Orchideen sind in den unterschiedlichsten Farben erhältlich. Die an den langen Blütenstielen endständig sitzenden Blüten können weiß, gelb, orange, rosa, rot, violett, braun oder sogar mehrfarbig sein. Besonders hübsch sind beispielsweise Sorten mit großen, gesprenkelten Blütenfarben.

Giftigkeit

Die Kahn-Orchidee gilt als ungiftig. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind keinerlei Hinweise auf etwaige Unverträglichkeiten bekannt.

Welcher Standort ist geeignet?

Als typische, durch ein Kronendach geschützte Waldpflanzen brauchen Cymbidium-Orchideen einen hellen, aber nicht direkt sonnigen Standort. Insbesondere die pralle Mittagssonne ist unbedingt zu vermeiden, morgendliche und / oder abendliche Sonne hingegen tut den Pflanzen gut. Viel wichtiger ist jedoch die richtige Zimmertemperatur: Tagsüber darf es im Sommer gerne richtig warm werden, während der Nachtstunden brauchen Cymbidien hingegen kühle Temperaturen zwischen acht bis höchstens 15 °C. Auch während der Blütezeit sind kühle Temperaturen wichtig, so dass Sie diese Orchideen am besten in einem unbeheizten bzw. nur wenig beheizten Raum überwintern.

Zwischen Mai und September fühlen sich Cymbidien zudem an der frischen Luft sehr wohl, sofern sie an ihrem Standort im Garten bzw. auf dem Balkon vor direktem Sonnenlicht und Regen geschützt sind.

Im Gegensatz zu den großblütigen Cymbidien lassen sich die Mini-Formen auch auf der Fensterbank kultivieren, sofern Sie die Temperaturen über Nacht auf ca. zehn °C absenken.

Substrat

Kultivieren Sie Ihre Cymbidium-Orchideen entweder in handelsüblicher Orchideenerde, wie sie etwa auch für Schmetterlingsorchideen (Phalaenopsis) verwendet wird. Alternativ können Sie auch ein eigenes Gemisch aus Kiefern- oder Pinienrinde, Sphagnum (nicht selber sammeln!) und Torf verwenden.

Bedenken Sie auch, dass sich herkömmliche, vorgedüngte Blumen- oder Kübelpflanzenerde nicht für die Kultur von Orchideen eignet. Als Epiphyten haben diese nur wenig Kontakt mit Erde und wären mit einem solchen Substrat völlig überfordert. Stattdessen sollte das optimale Orchideensubstrat (7,98€ bei Amazon*) locker und grob krümelig sein, damit die Wurzeln stets gut durchlüftet werden.

Pflanzen und umtopfen

Im Gegensatz zu manchen anderen Orchideenarten benötigen die starkwüchsigen Cymbidien eher große, aber enge Pflanzgefäße. Aus den kurzen Rhizomen wachsen laufend neue Triebe, weshalb ein regelmäßiges Umtopfen in größere Töpfe sowie frisches Substrat sinnvoll ist. Etwa alle zwei Jahre sollten Sie eine Cymbidium-Orchidee umsetzen, denn bis dahin wachsen ihre Wurzelknollen mit Sicherheit bereits über den Rand des Topfes hinweg. Der beste Zeitpunkt hierfür ist direkt nach der Blüte, auch neu gekaufte Pflanzen sollten zeitnah ein größeres Gefäß sowie frisches Substrat erhalten.

Achten Sie zudem auf eine gute Drainage, da Cymbidien sehr empfindlich auf Staunässe reagieren. Der Pflanztopf benötigt zwingend ein Abflussloch am Topfboden, aus dem überschüssiges Wasser abfließen kann. Decken Sie dieses zum Schutz vor einem Verschlämmen (und damit vorbeugend gegen ein Verstopfen) mit Tonscherben aus. Für eine verbesserte Durchlässigkeit kann das Substrat zudem mit Blähton,(18,90€ bei Amazon*) Perlite (34,90€ bei Amazon*) o. ä. vermengt werden.

Cymbidium gießen

Auch für das Gießen der anspruchsvollen Cymbidium-Orchideen brauchen Sie Fingerspitzengefühl. Während der Vegetationsphase benötigt die Pflanze recht viel Wasser, darf aber nicht dauerhaft nass stehen und sollte zwischen einzelnen Wassergaben komplett austrocknen. Sobald die neuen Blätter sowie die zwiebelähnlichen Bulben ausgereift sind, gießen Sie weniger. Dies wiederum ist wichtig für die Ausbildung der Blütenknospen.

Halten Sie Cymbidien möglichst luftfeucht, vor allem im Sommer sowie bei im Garten bzw. auf dem Balkon stehenden Exemplaren sollten Sie täglich zum Zerstäuber greifen und sie rundherum besprühen. Ist die Umgebungsluft hingegen zu trocken, werden die Pflanzen rasch von Spinnmilben befallen.

Cymbidium richtig düngen

Cymbidien sollten etwa einmal wöchentlich mit einem flüssigen Orchideendünger versorgt werden, den Sie zusammen mit dem Gießwasser verabreichen.

Cymbidium richtig schneiden

Einen Rückschnitt benötigen Cymbidium-Orchideen nicht. Entfernen Sie lediglich Abgeblühtes sowie welke Blätter und lassen Sie die Pflanze ansonsten einfach wachsen.

Cymbidium vermehren

Cymbidium-Orchideen lassen sich bei entsprechender Größe ganz einfach durch Teilung vermehren. Hierzu eignen sich Exemplare, die mindestens sechs Bulben besitzen. Topfen Sie diese aus, entfernen Sie vorsichtig die Substratreste und trennen Sie die gewünschten Teilstücke mit Hilfe Ihrer Finger sowie gegebenenfalls eines großen, scharfen (und sauberen!) Messers voneinander. Dabei sollte jedes Teilstück über mindestens einen Trieb und drei ältere Bulben verfügen. Anschließend topfen Sie die Stücke separat in geeignete Töpfe sowie in frisches Substrat ein.

Krankheiten und Schädlinge

Leider sind die schönen Cymbidien aufgrund ihrer speziellen Anforderungen an die Pflege und damit verbunden häufig auftretenden Pflegefehlern recht anfällig für Schädlinge. Spinnmilben (die so genannte „Rote Spinne“) beispielsweise tritt bei einer zu trockenen Raumluft in Erscheinung. Blattsauger wie beispielsweise Schild-, Woll- und Schmierläuse sowie Thripse greifen bereits im Vorfeld geschädigte Zimmerpflanzen an, während bei einer sommerlichen Kultur im Freien häufig Ameisen, Tausendfüßler sowie Kellerasseln sich in den Pflanzen sowie vor allem im Substrat tummeln. Außerdem haben auch Schnecken die saftigen, grünen Laubblätter zum Fressen gern. Gegen eine eventuelle Schädlingsplage hilft nur eine sorgfältige, auf die Bedürfnisse der Gattung angepasste Pflege sowie regelmäßige Kontrolle.

Tipps

Dank ihrer langen Blütenstiele und der prächtigen Blüten eignen sich Cymbidium-Orchideen vorzüglich als Schnittblumen. Sofern Sie regelmäßig das Wasser in der Vase wechseln, halten sich die Blüten bis zu drei Wochen. Verwenden Sie nach Möglichkeit kein kaltes Wasser aus der Leitung, da die Orchideen kalkempfindlich sind.

Arten und Sorten

Die meisten Händler bieten Hybridformen an, die speziell für die Haltung als Zimmerpflanze gezüchtet wurden. Die ursprünglichen Arten werden hingegen vornehmlich von kundigen Spezialisten kultiviert und sind beliebte Sammlerobjekte.

  • ‚Clarisse Carlton‘: matt rosa Blüten mit weißem Rand und mehrfarbig gesprenkelter Mitte
  • ‚Elmwood‘: cremefarbene Blüten mit gelb-rot gezeichneter Mitte
  • ‚Forgotten Fruit‘: blühstarke Sorte mit rosafarbenen Blüten und dunklerer Mitte
  • ‚Fort George Lewes‘: eine der schönsten grün blühenden Formen
  • ‚Ice‘: zahlreiche weiße Blüten
  • ‚Indian Summer‘: Meristem-Sorte mit dunklen Blüten und gesprenkelter Mitte
  • ‚Geyserland‘: blühstark mit dunkelvioletten, fast schwarzen Blüten
  • ‚Minuet‘: gelbe, braune oder grüne Blüten mit gefleckter Mitte, besonders kleinwüchsig
  • ‚Mud in the Eye‘: Meristem-Sorte mit großen, dunkelroten Blüten
  • Peter Pan‘: gelblich-grüne Blüten mit mahagonirot gefleckter Mitte
  • ‚Procyon‘: Meristem-Sorte mit hellen Blüten und dunkelvioletter Mitte
  • ‚Sakura‘: Kaskadenform, zahlreiche rosafarbene Blüten
  • ‚The Joker‘: große, mehrfarbige Blüten mit weißen Blüten und mehrfarbiger Mitte
  • ‚Waikanae‘: große, mehrfarbige Blüten in verschiedenen Violetttönen und Weiß
Text: Sara Müller
Artikelbild: Nick Pecker/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.